Rhinitis: Schwerere Rhinitis-Symptome durch Feinstaub und Stickoxide?

Umwelt und Gesundheit

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 18. Januar 2023, Lesezeit: 3 Minuten

Luftschadstoffe: Rhinitis-Erkrankung durch Umweltbelastung

Verstopfte Nase, Niesen und andere rhinitis-typische Symptome sind bei Menschen, die in Gebieten mit hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werten leben und einer höheren Außenluftverschmutzung ausgesetzt sind, stärker ausgeprägt.

Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichten Studie, die von einem Team von Wissenschaftlern des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal), geleitet wurde.

Rhinitis, eine Erkrankung, von der zwischen 20 und 50 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sind, ist eine Erkrankung der Nasenschleimhaut, die durch Verstopfung, Niesen, Rhinorrhoe (starke Absonderung von dünnflüssigem bis schleimigem Nasensekret), Nasenreizung und in einigen Fällen durch einen verminderten Geruchssinn gekennzeichnet ist.

  • Trotz der hohen Verbreitung von Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut) ist über die Risikofaktoren, zu denen auch die Luftverschmutzung gehört, wenig bekannt.

„Rhinitis ist mit Asthma verbunden, das eng mit der Luftverschmutzung zusammenhängt. Deshalb hielten wir es für interessant zu untersuchen, ob die langfristige Belastung durch Luftverschmutzung auch eine entscheidende Rolle bei Rhinitis spielt“, erklärt Bénédicte Jacquemin, die die Studie leitete.

Aufbau der Studie

  • Die Studie analysierte Daten von 1.408 Patienten mit Rhinitis aus 17 verschiedenen europäischen Städten, darunter Barcelona und Oviedo (Spanien), Paris (Frankreich), Antwerpen (Belgien), Umea (Schweden) und Erfurt (Deutschland).
  • Für die Analyse beantworteten die Teilnehmer einen Fragenkatalog über den Schweregrad jedes einzelne ihrer Rhinitis-Symptome und das Ausmaß, in dem die Erkrankung ihr tägliches Leben beeinträchtigt.
  • Die Daten über den Grad der Luftverschmutzung, der jeder Teilnehmer ausgesetzt war, stammten aus einer Europäischen Studie über die Auswirkungen von Luftverschmutzung (ESCAPE).

Luftgetragene Partikel am schädlichsten

Luftgetragene Partikel, deren Durchmesser von Mikrometern bis zu Millimetern variieren kann, sind in der Luft vorhandene feste oder flüssige Körper. Von besonderem Interesse sind in diesem Zusammenhang Partikel mit einem Durchmesser unter 2,5 (PM2,5) und unter zehn Mikrometer (PM10).

Wie die Studie zeigt, berichten Menschen, die in Städten mit höheren PM10- und PM2,5-Konzentrationen leben, über die schwersten Rhinitis-Symptome. Ein Anstieg von 5 μg/m3 bei PM2,5 war mit einer um 17 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit einer schweren Rhinitis verbunden. Diese Partikel waren mit einer erhöhten Schwere von Verstopfung, Nasenreizung und Niesen verbunden, während die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) die Schwere des Nasenausflusses und der Verstopfung erhöhte.

Sowohl Feinstaub in der Luft als auch Stickstoffdioxid (NO2) sind verkehrsbedingte Schadstoffe. „Die Rolle dieser Schadstoffe für die Schwere der Symptome steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit oxidativem Stress, Apoptose (ein Prozess, durch den irreparabel geschädigte Zellen eliminiert werden) und Entzündungen“, erklärt Emilie Burte, Hauptautorin der Studie.

Ihrer Meinung nach legen die Ergebnisse nahe, dass sich die Wirkung von luftgetragenen Partikeln von der Wirkung gasförmiger Emissionen (NO2) unterscheidet, wahrscheinlich weil ihre jeweiligen Wirkungsmechanismen unterschiedliche Entzündungsreaktionen in den Atemwegen hervorrufen. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um diese Hypothese zu bestätigen.

„Diese Studie trägt zum Verständnis von Rhinitis bei, einer Krankheit, die zwar nicht tödlich ist, aber eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt und mit einer negativen Auswirkung auf die Qualität des täglichen Lebens der Betroffenen und einer sehr hohen Belastung der öffentlichen Mittel aufgrund der verordneten Behandlungen, der verminderten Produktivität und der Fehlzeiten verbunden ist“, fügt Bénédicte Jacquemin abschließend hinzu.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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