Hautkrebsrisiko: Zusammenhang von Vitamin-A-Zufuhr und Hautkrebsrisiko bei postmenopausalen Frauen

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Stanford University School of Medicine

Dirk de Pol, Beitrag vom 1. Juni 2022

Hautkrebs ist mit weit über 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland.

Laut einer Studie von Forschern der Stanford University School of Medicine, Department of Dermatology, besteht ein Zusammenhang zwischen ernährungsbedingter und zusätzlicher Vitamin-A-Zufuhr und Hautkrebsrisiko bei postmenopausalen Frauen.

Im Gegensatz zu früheren Forschungsergebnissen zeigen die neuen Daten keine keine schützende Wirkung von Vitamin A auf die Entstehung von Nicht-melanotischer Hautkrebs (heller Hautkrebs) und schwarzen Hautkrebs (kutanes Melanom, CM), sondern lassen darauf schließen dass eine erhöhte Vitamin-A-Zufuhr zu einem höheren Risiko für Nicht-melanotischen Hautkrebs (hellen Hautkrebs) bei postmenopausalen Frauen beitragen könnte.

Nicht-melanotischer Hautkrebs (heller Hautkrebs) und schwarzer Hautkrebs (kutanes Melanom, CM) gehören zu den häufigsten Krebsarten bei älteren Frauen.

Während die wissenschaftlichen Studien über die schützende Wirkung von Vitamin A gegen Nicht-melanotischer Hautkrebs (heller Hautkrebs) uneinheitlich waren, zeigte eine Studie einer definierte Patientengruppe (Kohortenstudie) aus dem Jahr 2012, an der mehr als 36.000 Frauen teilnahmen, dass eine ergänzende Aufnahme (Supplementierung) mit Retinol – einer Form von Vitamin A – mit einem verringerten Risiko für schwarzen Hautkrebs bei Frauen in Verbindung steht.

Um den Zusammenhang zwischen Vitamin A und Hautkrebs bei postmenopausalen Frauen zu untersuchen, haben die Forschenden an der Stanford University School of Medicine Daten aus der Beobachtungsstudie Women’s Health Initiative (WHI) mit 93.676 postmenopausalen Frauen verwendet. Die endgültige Patientengruppe umfasste 78.881 weiße Frauen aus dem ganzen Land (USA).

Zum Beginn der Studien wurden Erhebungsdaten analysiert, darunter demografische Daten, tägliches Vitamin A in der Ernährung anhand von Fragebögen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, tägliches zusätzliches Vitamin A, Krankengeschichte, Neigung zu Verbrennungen/Bräunung sowie Sonnenexposition in der Kindheit und in der Gegenwart.

Die Ergebnisse waren selbst angegebene Befunde von hellen Hautkrebs oder diagnostizierte Befunde von Melanom in situ (Frühstadium eines Malignen Melanoms) oder invasivem schwarzen Hautkrebs (invasives Melanom).

Die wichtigste Einflussgröße war die tägliche Aufnahme von Vitamin A über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel.

Insgesamt traten 13.773 Fälle von hellen Hautkrebs und 1.530 Fälle von schwarzen Hautkrebs über einen Median von 19,3 Jahren in der Nachbeobachtung auf.

In mehreren multivariaten Analysen war eine höhere Vitamin-A Aufnahme mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für hellen Hautkrebs verknüpft.

Allerdings beobachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen Vitaminzufuhr und dem Risiko ein malignes Melanom zu entwickeln.

Die vorliegende Studie wurde auf der Jahrestagung der Society for Investigative Dermatology in Portland, Oregon vorgestellt. Weitere Untersuchung dieser Zusammenhänge sind den Studienautoren zufolge erforderlich.

Quellen: Society for Investigative Dermatology / Stanford University School of Medicine, Department of Dermatology / Krebsdaten (RKI)

ddp

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