Hangover: Studie zur Wirksamkeit von Mitteln gegen einen Kater durch Alkohol

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Torsten Lorenz, Beitrag vom 1. Januar 2022

Was hilft gegen einen Kater (Hangover) nach übermäßigen Alkoholkonsum?

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln, die angeblich gegen einen Kater (Hangover) und seine Symptome wirksam sein sollen. Allerdings fehlt es aktuell an einer wissenschaftlichen Auswertung der vorhandenen Forschungsarbeiten zu diesen Thema.

Aus diesem Grund hat ein Forscherteam des King’s College London und des South London and Maudsley NHS Foundation Trust eine systematische Untersuchung durchgeführt, um die aktuellen Erkenntnisse über Behandlungen gegen einen alkoholbedingten Kater (Hangover) zusammenzufassen und zu bewerten.

Im Rahmen dieser Übersichtsarbeit stellten die Wissenschaftler fest, dass die Wirksamkeit von Mitteln zur Behandlung oder Vorbeugung eines alkoholbedingten Katers nur in sehr geringem Maße belegt ist.

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht wurde, wurden insgesamt 21 placebokontrollierte, randomisierte Studien zu Curcumin, Nelkenextrakt, rotem Ginseng, Feigenkaktus, koreanischem Birnensaft und anderen angeblichen Heilmitteln gegen einen alkoholbedingten Kater ausgewertet.

Auch wenn einige Studien eine statistisch signifikante Verbesserung der Kater-Symptome zeigten, waren alle Nachweise von sehr geringer Qualität. Die Gründe dafür waren in der Regel methodische Einschränkungen oder ungenaue Messungen.

Acht der 21 untersuchten Studien wurden ausschließlich mit männlichen Teilnehmern durchgeführt. In den Studien wurde im Allgemeinen nur wenig über die Art und den Zeitpunkt des Alkoholkonsums angegeben, der zur Bewertung der Katerbehandlungen verwendet wurde.

Außerdem gab es beträchtliche Unterschiede bei der Art des verabreichten Alkohols und der Frage, ob er zusammen mit Nahrungsmitteln verabreicht wurde.

Zu den in dieser Studie untersuchten Präparaten gegen einen alkoholbedingten Kater (Hangover) gehörten roter Ginseng, koreanischer Birnensaft, Curcumin (ein sekundärer Pflanzenstoff von Kurkuma), Feigenkaktus, Artischockenextrakt, Clovinol (Extrakt aus Nelkenknospen), Duolac ProAP4 (Probiotika), L-Cystein, N-Acetyl-L-Cystein (NAC), L-Cystein, Thiamin, Pyridoxin und Ascorbinsäure, Loxoprofen (Loxoprofen-Natrium), SJP-001 (Naproxen und Fexofenadin), Phyllpro (Phyllanthus amarus), Hovenia dulcis Thunb. Fruchtextrakt (HDE), polysaccharidreicher Extrakt aus Acanthopanax (PEA), L-Ornithin, Trockenhefe, Thiaminnitrat, Pyridoxinhydrochlorid und Riboflavin, Propranolol, Tolfenaminsäure, Chlormethiazol und Pyritinol.

Häufig verwendete Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin wurden nicht in placebokontrollierten, randomisierten und kontrollierten Studien zur Behandlung des Katers aufgrund von Alkoholkonsum untersucht.

Die vorliegende Studie hat ergab, dass die Nachweise für die genannten Mittel gegen einen alkoholbedingten Kater (Hangover) von sehr geringer Qualität sind und dass eine strengere Bewertung erforderlich ist.

Nach Ansicht der Forscher sollten künftige Studien methodisch strenger sein, indem sie beispielsweise validierte Skalen zur Bewertung von Kater-Symptomen verwenden. Auch die Beteiligung von Frauen an der Forschung über einen Kater (Hangover) durch übermäßigen Alkoholkonsum sollte verbessert werden.

Quellen: Society for the Study of Addiction / King’s College London / Emmert Roberts et al, The efficacy and tolerability of pharmacologically active interventions for alcohol-induced hangover symptomatology: A systematic review of the evidence from randomised placebo-controlled trials, Addiction (2022). DOI: 10.1111/add.15786

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