Hangover: Studie zur Wirksamkeit von Mitteln gegen einen Kater durch Alkohol

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 3. Januar 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Was hilft gegen einen Kater (Hangover) nach übermäßigen Alkoholkonsum?

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln, die angeblich gegen einen Kater (Hangover) und seine Symptome wirksam sein sollen. Allerdings fehlt es aktuell an einer wissenschaftlichen Auswertung der vorhandenen Forschungsarbeiten zu diesen Thema.

  • Aus diesem Grund hat ein Forscherteam des King’s College London und des South London and Maudsley NHS Foundation Trust eine systematische Untersuchung durchgeführt, um die aktuellen Erkenntnisse über Behandlungen gegen einen alkoholbedingten Kater (Hangover) zusammenzufassen und zu bewerten.

Im Rahmen dieser Übersichtsarbeit stellten die Wissenschaftler fest, dass die Wirksamkeit von Mitteln zur Behandlung oder Vorbeugung eines alkoholbedingten Katers nur in sehr geringem Maße belegt ist.

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht wurde, wurden insgesamt 21 placebokontrollierte, randomisierte Studien zu Curcumin, Nelkenextrakt, rotem Ginseng, Feigenkaktus, koreanischem Birnensaft und anderen angeblichen Heilmitteln gegen einen alkoholbedingten Kater ausgewertet.

Auch wenn einige Studien eine statistisch signifikante Verbesserung der Kater-Symptome zeigten, waren alle Nachweise von sehr geringer Qualität. Die Gründe dafür waren in der Regel methodische Einschränkungen oder ungenaue Messungen.

Acht der 21 untersuchten Studien wurden ausschließlich mit männlichen Teilnehmern durchgeführt. In den Studien wurde im Allgemeinen nur wenig über die Art und den Zeitpunkt des Alkoholkonsums angegeben, der zur Bewertung der Katerbehandlungen verwendet wurde.

  • Außerdem gab es beträchtliche Unterschiede bei der Art des verabreichten Alkohols und der Frage, ob er zusammen mit Nahrungsmitteln verabreicht wurde.

Zu den in dieser Studie untersuchten Präparaten gegen einen alkoholbedingten Kater (Hangover) gehörten roter Ginseng, koreanischer Birnensaft, Curcumin (ein sekundärer Pflanzenstoff von Kurkuma), Feigenkaktus, Artischockenextrakt, Clovinol (Extrakt aus Nelkenknospen), Duolac ProAP4 (Probiotika), L-Cystein, N-Acetyl-L-Cystein (NAC), L-Cystein, Thiamin, Pyridoxin und Ascorbinsäure, Loxoprofen (Loxoprofen-Natrium), SJP-001 (Naproxen und Fexofenadin), Phyllpro (Phyllanthus amarus), Hovenia dulcis Thunb.

Fruchtextrakt (HDE), polysaccharidreicher Extrakt aus Acanthopanax (PEA), L-Ornithin, Trockenhefe, Thiaminnitrat, Pyridoxinhydrochlorid und Riboflavin, Propranolol, Tolfenaminsäure, Chlormethiazol und Pyritinol.

  • Häufig verwendete Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin wurden nicht in placebokontrollierten, randomisierten und kontrollierten Studien zur Behandlung des Katers aufgrund von Alkoholkonsum untersucht.

Die vorliegende Studie hat ergab, dass die Nachweise für die genannten Mittel gegen einen alkoholbedingten Kater (Hangover) von sehr geringer Qualität sind und dass eine strengere Bewertung erforderlich ist.

Nach Ansicht der Forscher sollten künftige Studien methodisch strenger sein, indem sie beispielsweise validierte Skalen zur Bewertung von Kater-Symptomen verwenden. Auch die Beteiligung von Frauen an der Forschung über einen Kater (Hangover) durch übermäßigen Alkoholkonsum sollte verbessert werden.

Wann ist ein Kater (Hangover) ein Notfall?

Neben den langfristigen Risiken des Alkoholkonsums ist eine unmittelbare Folge des Konsums oft ein sogenannter „Kater“; auch Hangover genannt.

  • Was ist ein Kater? Unter einem Kater versteht man eine Reihe von unangenehmen Anzeichen und Symptomen, die nach übermäßigem Alkoholkonsum auftreten können.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Alkohol man trinkt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man am nächsten Tag einen Hangover (Kater) hat. Ein Patentrezept, wie viel man trinken kann, ohne einen Kater zu bekommen, gibt es jedoch nicht.

Anzeichen und Symptome eines Katers

Die ersten Anzeichen und Symptome eines Katers treten in der Regel auf, wenn der Blutalkoholgehalt deutlich sinkt und bei oder nahe Null liegt.

  • In der Regel treten die Symptome am Morgen nach einer durchzechten Nacht in vollem Umfang auf und können Müdigkeit, übermäßigen Durst, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Übelkeit nach sich ziehen.

Auch wenn ein Hangover unangenehm ist, geht er meist von selbst wieder weg.

Wann ist es eine Alkoholvergiftung?

Bei schweren Anzeichen und Symptomen, die mit starkem Alkoholkonsum einhergehen, kann es sich um eine Alkoholvergiftung handeln, die einen lebensbedrohlichen Notfall darstellen kann.

Zu den Anzeichen und Symptomen, die auf eine Alkoholvergiftung hindeuten können, gehören laut Mayo Clinic:

  • Verwirrung
  • Erbrechen
  • Krampfanfälle
  • Langsame Atmung (weniger als acht Atemzüge pro Minute)
  • Unregelmäßige Atmung (mit einer Pause von mehr als 10 Sekunden zwischen den Atemzügen)
  • Blau gefärbte oder blasse Haut
  • Niedrige Körpertemperatur
  • Schwierigkeiten, bei Bewusstsein zu bleiben
  • Ohnmacht und nicht mehr aufzuwecken

Bei einer bewusstlosen Person, die nicht mehr geweckt werden kann, besteht die Gefahr, dass sie stirbt.

Beim Verdacht auf eine Alkoholvergiftung – auch wenn keine klassischen Anzeichen und Symptome zu erkennen sind – sollte sofort ein Arzt beziehungsweise Notarzt aufgesucht werden.

Übermäßiger Alkoholkonsum und Alkoholsucht – Was tun?

Alkoholsucht (Alkoholabhängigkeit) ist ein Verhaltensmuster, bei dem Menschen Probleme haben, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren, sich ständig mit Alkohol beschäftigen oder weiterhin Alkohol konsumieren, auch wenn er Probleme verursacht.

Zu dieser Erkrankung gehört auch, dass man immer mehr trinken muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen, oder dass Entzugserscheinungen auftreten, wenn man den Alkoholkonsum schnell reduziert oder beendet. Alkoholabhängigkeit umfasst ein gewisses Maß an Alkoholkonsum, das als Alkoholismus bezeichnet wird.

  • Die Behandlungsmöglichkeiten für eine Alkoholkrankheit sind je nach den Bedürfnissen des Betroffenen unterschiedlich.

Die Therapie kann eine kurze Intervention, Einzel- oder Gruppenberatung, ein ambulantes Programm oder einen stationären Aufenthalt umfassen.

Das Behandlungsziel besteht darin, den Alkoholkonsum zu beenden und die Lebensqualität zu verbessern.

Quellen

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Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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