Studie: Einfluss von Grünflächen auf das Verhalten von Rauchern

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 31. Oktober 2020

Eine Untersuchung von Psychologen der Universität Plymouth, der Universität Exeter und der Universität Wien haben ergeben, dass Menschen deutlich seltener rauchen – und mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören – wenn sie in grünen Wohnvierteln leben.

Bessere Chancen, mit dem Rauchen aufzuhören

Den Forscher zufolge ist es die erste Studie, die zeigt, dass der Zugang zu Grünflächen in der Nachbarschaft mit einer geringeren Raucherquote verbunden ist und dass dies eher auf höhere Entwöhnungsraten als auf einen geringeren Tabakkonsum in diesen Gegenden zurückzuführen ist.

Für ihre Forschungsarbeit verwendeten die Wissenschaftler Daten aus der Gesundheitsumfrage „Health Survey for England“ (HSE), die jährlich im Auftrag des britischen Amtes für nationale Statistik durchgeführt wird, und analysierten die Antworten von über 8.000 erwachsenen Briten auf Fragen zu ihrer Gesundheit, ihren Wohnort und weiteren Lebensgewohnheiten.

Ein knappes Fünftel (19 Prozent) der Befragten der HSE-Umfrage bezeichneten sich selbst aktuell als Raucher, während 45 Prozent der Britten angaben, irgendwann in ihrem Leben regelmäßig geraucht zu haben.

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Aber selbst nach Berücksichtigung anderer Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Rauchen beeinflussen, war die Wahrscheinlichkeit, dass Bewohner, die in Gegenden mit einem hohen Anteil an Grünflächen leben und rauchen, um 20 Prozent geringer als Menschen in weniger grünen Gegenden.

Außerdem war bei Menschen, die zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben geraucht hatten, die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören, bei Menschen, die in grüneren Wohngegenden lebten, um bis zu 12 Prozent höher.

Die Verfasser der vorliegenden Studie kommen zu dem Schluss, dass die Verbesserung des Zugangs zu Grünflächen eine möglicherweise übersehene gesundheitspolitische Strategie zur Senkung der Raucherprävalenz darstellt.

Frühere Forschungsarbeiten desselben Forschungsteams haben gezeigt, dass die Möglichkeit, Grünflächen von der Wohnung aus zu sehen, mit einem verminderten Verlangen nach Alkohol, Zigaretten und ungesunder Ernährung verbunden ist. Sie konnten auch zeigen, dass Menschen, die sich wöchentlich in die Natur aufhalten und sich mit ihr psychologisch verbunden fühlen, von einem besseren körperlichen und geistigen Wohlbefinden berichten.

Nach Aussage von Leanne Martin von der Universität Plymouth, Hauptautorin der Studie, ist die vorliegende Forschungsarbeit die erste, die den Zusammenhang zwischen Nachbarschaftsgrünflächen und dem Rauchverhalten in England untersucht hat.

Die Ergebnisse unterstützen ihrer Meinung nach die Notwendigkeit, die natürlichen Ressourcen zu schützen und in sie zu investieren – sowohl in städtischen als auch in ländlicheren Gebieten -, um den Nutzen für die öffentliche Gesundheit zu maximieren.

Bei der Untersuchung wurde auch die Frage überprüft, ob der Zusammenhang zwischen Grünflächen und Rauchen durch Faktoren wie beispielsweise den sozio-ökonomischen Status der Nachbarschaft beeinflusst wird.

Derartige Auswirkungen wurden allerdings nicht gefunden und die Verfasser der Studie sind der Ansicht, dass Nachbarschaften mit hohem Grünflächenanteil unabhängig von den sozio-demographischen Merkmalen der dort wohnenden Bevölkerung mit einer geringeren Prävalenz des derzeitigen Rauchens assoziiert sind.

Obwohl die Prävalenz des Rauchens in der Gesamtbevölkerung in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist, bleibt das Rauchen ein schwerwiegendes und globales Problem der öffentlichen Gesundheit, so die Autoren.

Jedes Jahr geben staatliche Stellen auf der ganzen Welt Milliarden aus, um dieses Problem anzugehen, und zwar sowohl in dem Versuch, die öffentliche Gesundheit zu verbessern als auch die Belastung der Gesundheitssysteme zu verringern.

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Diese Studie verdeutlicht nach Meinung von Mathew White, Koautor und leitender Wissenschaftler an der Universität Wien sowie Honorarprofessor an der Universität Exeter, die Notwendigkeit, bestehende Grünflächen zu erhalten und die Entwicklung neuer Flächen auszuweiten. Die Studie wurde in dem Fachblatt Social Science & Medicine veröffentlicht.

(Quelle: Universität Plymouth, Social Science & Medicine)

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