Studie: Wie sich beim Fasten die Ketose 3,5 Stunden schneller erreichen lässt

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 25. November 2021, Lesezeit: 4 Minuten

Immer mehr Menschen versuchen durch Fasten Gewicht zu verlieren und ihre Stoffwechselgesundheit zu verbessern, sei es durch zeitlich begrenztes Essen, Kurzzeitfasten, Intervallfasten (intermittierenden Fasten) oder das sogenannte Mönchsfasten.

  • Laut einer neuen Studie der Brigham Young University, die in der Fachzeitschrift Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht wurde, kann intensives Training zu Beginn des Fastens dazu beitragen, die gesundheitlichen Vorteile des vorübergehenden Nahrungsverzichts zu maximieren.

Veränderung des Stoffwechsels beim Fasten

Die BYU-Forscher wollten herausfinden, ob sich der Stoffwechsel während des Fastens durch Sport verändern lässt und wie schnell der Körper in die Ketose übergeht und Ketone bildet

  • Zu einer Ketose kommt es, wenn dem Körper die Glukose – sein erster, bevorzugter Brennstoff – ausgeht und er beginnt, gespeichertes Fett zur Energiegewinnung abzubauen, wobei als Nebenprodukt so genannte Ketone entstehen.

Ketone sind nicht nur eine gesunde Energiequelle für Gehirn und Herz, sondern bekämpfen auch Krankheiten wie Diabetes, Parkinson, Alzheimer und Krebs.

Sport und Fasten

Für die Untersuchung ließen die Forscher der Brigham Young University 20 gesunde Erwachsene zwei 36-stündige Fastenkuren absolvieren, während die Teilnehmer ausreichend Flüssigkeit zu sich nahmen.

Beide Fastenkuren begannen nach einer standardisierten Mahlzeit, wobei die erste Fastenkur ohne körperliche Betätigung und die zweite mit einem anspruchsvollen Laufbandtraining begann.

Die Probanden bewerteten alle zwei Stunden, während sie wach waren, ihren Hunger sowie ihre Stimmung und erfassten ihren B-Hydroxybutyrat (BHB)-Spiegel, eine ketonähnliche Substanz.

Steigerung des B-Hydroxybutyrat-Spiegels

Die körperliche Betätigung machte einen großen Unterschied: Wenn die Teilnehmer Sport trieben, erreichten sie die Ketose im Durchschnitt dreieinhalb Stunden früher während des Fastens und produzierten dabei 43 Prozent mehr B-Hydroxybutyrat.

Nach der Theorie wird durch die anfängliche körperliche Betätigung eine beträchtliche Menge an Glukose im Körper verbrannt, so dass der Übergang zur Ketose schneller erfolgt. Ohne Sport erreichten die Teilnehmer die Ketose nach ungefähr 20 bis 24 Stunden Fastenzeit.

Was zu beachten ist

Die Vorgehensweise ist jedoch mit einigen Vorbehalten behaftet: Wenn man sich vor dem Fasten mit Kohlenhydraten vollstopft oder eine große Mahlzeit zu sich nimmt, erreicht man möglicherweise tagelang keine Ketose, selbst wenn man Sport treibt, so die Forscher.

Zudem gibt es bestimmte Menschen, die nicht fasten sollten, zum Beispiel Menschen mit Diabetes Typ 1. Aber für die meisten Menschen ist es den Forschern zufolge unbedenklich und gesund, ein- oder sogar zweimal pro Woche für 24 Stunden zu fasten.

In der Studie, bei der die Studienteilnehmer im Schnitt 45 bis 50 Minuten lang auf einem Laufband laufen mussten, wurde keine ideale Dauer oder Art der körperlichen Betätigung für jede Person bestimmt. Insgesamt glauben die Forscher jedoch, dass es umso besser ist, je mehr Energie eine Person verbrennt.

Es lässt sich ziemlich genau abschätzen, wie viele Kalorien man bei den meisten körperlichen Aktivitäten verbrennt, und je mehr Kohlenhydrate man verbrennt (ohne es zu übertreiben oder sich zu schädigen), desto besser sind die Voraussetzungen für den Beginn der Ketose zu Beginn des Fastens, so die Autoren der Studie.

Den Berichten der Studienteilnehmer und Teilnehmerinnen zufolge scheint die körperliche Betätigung während des Fastens weder den Hunger noch die Stimmungslage zu verschlimmern.

Quellen

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