Studie: Erhöhter Kaffeekonsum verringert das Risiko von Nierensteinen

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Karolinska Institutet

Torsten Lorenz, aktualisiert am 26. Januar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Der Konsum von Kaffee und Koffein kann Nierensteinleiden vorbeugen, so die Ergebnisse einer Studie von Forschenden des Karolinska Institutet in Stockholm, Sweden.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie (Mendelsche Randomisierung) basieren auf genetischen Daten aus zwei großen Studien, die von Shuai Yuan und Susanna C. Larsson am Karolinska Institutet durchgeführt wurden.

In Beobachtungsstudien wurden Kaffee– und Koffeinkonsum mit einem geringeren Auftreten von Nierensteinen in Verbindung gebracht. Daher wurde in dieser Studie die Mendelsche Randomisierung eingesetzt, um den ursächlichen Charakter dieser Zusammenhänge zu ermitteln.

Die Mendelsche Randomisierung ist eine Methode, die in der Epidemiologie und Biostatistik für nicht-experimentelle Studien verwendet wird, um den Einfluss veränderbarer Risikofaktoren auf Krankheiten anhand von Variationen in Genen mit bekannter Funktion zu bestimmen.

Für die vorliegende Studie wurden unabhängige genetische Varianten im Zusammenhang mit Kaffee– und Koffeinkonsum auf dem genomweiten Signifikanzniveau als Instrumentalvariablen für diese Untersuchung aus zuvor veröffentlichten Meta-Analysen ausgewählt.

Das britische Biobank-Projekt und die FinnGen-Kollaboration lieferten zusammenfassende Daten für Nierensteinerkrankungen.

Bei den Teilnehmenden wurde der Kaffee– und Koffeinkonsum genetisch vorhergesagt. Um kausale Schlussfolgerungen zu ziehen, wurden Methoden der Mendelschen Randomisierung angewandt.

Die vorliegende Untersuchung fand in einer kombinierten Stichprobe von 7.396 Nierensteinerkrankungen und 530.411 Nichterkrankungen einen umgekehrten kausalen Zusammenhang zwischen genetisch bedingtem Kaffee- und Koffeinkonsum und dem Risiko für Nierensteine, womit sich die Ergebnisse der meisten, aber nicht aller Beobachtungsstudien bestätigten.

Die Ergebnisse bestätigten die Resultate der meisten Beobachtungsstudien. In der UK Biobank-Studie war der genetisch vorhergesagte Kaffee- und Koffeinkonsum mit einer geringeren Inzidenz von Nierensteinen verbunden, und auch in der FinnGen-Kollaboration waren die Zusammenhänge richtungsgleich.

Die vorliegende Studie zeigt also genetische Beweise für einen kausalen umgekehrten Zusammenhang (wirkt sich die abhängige Variable auch auf die erklärende Variable aus, so liegt eine umgekehrte Kausalität vor) zwischen Kaffee- und Koffeinkonsum und Nierensteinen. Eine Erhöhung des Kaffee- und Koffeinkonsums könnte demnach ein Ansatz zur Vorbeugung von Nierensteinen sein.

Die Ergebnisse der Studie wurden im American Journal of Kidney Diseases veröffentlicht.

Quellen: Karolinska Institutet / Yuan, S., & Larsson, S. C. (2022). Kaffee- und Koffeinkonsum und das Risiko von Nierensteinen: A Mendelian Randomization Study. In American Journal of Kidney Diseases (Vol. 79, Issue 1, pp. 9-14.e1). Elsevier BV. DOI:https://doi.org/10.1053/j.ajkd.2021.04.018

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