Studie: Wirkung von Kaffee auf Gebärmutterkrebs- und Prostatakrebsrisiko

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 20. Januar 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Laut einer Studie ist ein höherer Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Endometriumkrebs verbunden; einer Krebsart, die in der Gebärmutterschleimhaut beginnt. Außerdem bietet koffeinhaltiger Kaffee möglicherweise einen besseren Schutz als entkoffeinierter Kaffee.

Endometriumkrebs-Risiko

Die wissenschaftliche Auswertung, die im Journal of Obstetrics and Gynaecology Research veröffentlicht wurde, umfasste insgesamt 24 Studien zum Kaffeekonsum mit 9.833 neuen Fällen von Gebärmutterkrebs bei knapp 700.000 Frauen.

Bei Personen mit dem höchsten Kaffee-Konsum war das relative Risiko, an Endometriumkrebs zu erkranken, um 29 Prozent geringer als bei Menschen mit dem niedrigsten Kaffeekonsum.

Nach Ansicht der Studienautoren gibt es mehrere Mechanismen, die mit der möglichen krebshemmenden Wirkung von Kaffee in Verbindung gebracht werden.

Kaffeekonsum und Prostatakrebsrisiko

Der Konsum von mehreren Tassen Kaffee pro Tag kann mit einem geringeren Risiko für Prostatakrebs verbunden sein. Zu diesem Schluss kommt eine zusammengefasste Datenanalyse der verfügbaren Daten, die in der Online-Zeitschrift BMJ Open veröffentlicht wurde.

Den Ergebnissen zufolge war jede zusätzliche Tasse Kaffee pro Tag mit einer Verringerung des relativen Risikos um fast 1 Prozent verbunden.

Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebsart und die sechsthäufigste Krebstodesursache bei Männern. Seit den 1970er Jahren ist die Zahl der Neuerkrankungen in den asiatischen Ländern, darunter Japan, Singapur und China, stark angestiegen.

Kaffeekonsum wird mit einem geringeren relativen Risiko für Leberkrebs, Darmkrebs und Brustkrebs in Verbindung gebracht, aber bisher gibt es keine schlüssigen Beweise für seine mögliche Rolle bei der Verringerung des Prostatakrebsrisikos.

Die Forscher durchsuchten Forschungsdatenbanken nach relevanten Studien, die bis September 2020 veröffentlicht wurden, um das Verständnis für dieses Thema zu verbessern.

Die Ergebnisse von 16 Studien wurden zusammengeführt: 15 Untersuchungen berichteten über das Prostatakrebsrisiko, das mit dem höchsten im Vergleich zum niedrigsten Kaffeekonsum verbunden war; 13 Studien berichteten über das Risiko, das mit einer zusätzlichen täglichen Tasse Kaffee verbunden war. Der höchste Konsum reichte von 2 bis 9 oder mehr Tassen pro Tag, der niedrigste von keiner bis zu weniger als 2 Tassen pro Tag.

Die einbezogenen Studien wurden in Nordamerika (7), Europa (7) und Japan (2) durchgeführt. Sie umfassten mehr als 1 Million Männer (1.081, 586), von denen 57.732 an Prostatakrebs erkrankten.

Im Vergleich zur niedrigsten Kategorie des Kaffeekonsums war die höchste Kategorie mit einer Verringerung des Prostatakrebsrisikos um 9 Prozent verbunden. Und jede zusätzliche Tasse Kaffee pro Tag war mit einer Verringerung des Risikos um 1 Prozent verbunden.

Bei einer weiteren Differenzierung der Analyse nach lokalem und fortgeschrittenem Prostatakrebs zeigte sich, dass der höchste Kaffeekonsum im Vergleich zum niedrigsten Konsum mit einem um 7 Prozent geringeren Risiko für lokal begrenzten Prostatakrebs und mit einem um 12 bis 16 Prozent geringeren Risiko für fortgeschrittenen und tödlichen Prostatakrebs verbunden war.

Die Wissenschaftler betonen, dass aufgrund des Beobachtungsdesigns der einbezogenen Kohortenstudien nicht gemessene oder unkontrollierte Faktoren in den ursprünglichen Studien die gepoolte Risikoschätzung verzerrt haben könnten.

Auch die Menge des getrunkenen Kaffees könnte falsch klassifiziert worden sein, da sie von der Erinnerung abhing. Auch die Art des Kaffees und die Brühmethoden variierten zwischen den Studien. Dennoch gibt es plausible biologische Erklärungen für ihre Ergebnisse, betonen sie.

Glukosestoffwechsel und antioxidative Wirkung

Kaffee verbessert den Glukosestoffwechsel, hat entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen und beeinflusst den Sexualhormonspiegel, was sich auf die Entstehung, Entwicklung und das Fortschreiten von Prostatakrebs auswirken kann, so die Autoren der Studie.

Die vorliegende Studie deutet darauf hin, dass ein erhöhter Kaffeekonsum mit einem geringeren Prostatakrebsrisiko verbunden sein könnte. Weitere Forschungen sind den Studienautoren zufolge erforderlich, um die zugrundeliegenden Mechanismen und Wirkstoffe im Kaffee zu untersuchen.

Sollte sich der Zusammenhang als kausaler Effekt erweisen, könnten Männer ermutigt werden, ihren Kaffeekonsum zu erhöhen, um das Prostatakrebsrisiko zu senken.

Quellen

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