Depressionen

Neue biochemische „Warnzeichen“ für Depressionen im Frühstadium entdeckt

Circa als 350 Millionen Menschen weltweit sind von einer schweren depressiven Erkrankung betroffen. Bislang gibt es jedoch keine bewährten Biomarker, auf die sich Ärzte verlassen können, um die Symptome einer Depression im Frühstadium zu erkennen.

Einer Studie aus Japan zufolge deuten hohe Anthranilsäurewerte im Blut auf ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer schweren depressiven Störung hin.

Man geht davon aus, dass chronische Schmerzen oder Entzündungen einer der wesentlichen Faktoren für die Entstehung einer schweren Depression sind. Um besser zu verstehen, was physiologisch während einer Depression geschieht, haben Wissenschaftler seit langem verschiedene Stoffwechselprozesse und Prozesse im Zusammenhang mit Entzündungen untersucht. Einer dieser Prozesse, der so genannte Kynurenin-Weg, ist der Hauptpfad, der an der Verstoffwechselung der Aminosäure Tryptophan beteiligt ist.

Eine Studie unter der Leitung von Professor Kuniaki Saito und Associate Professor Yasuko Yamamoto von der japanischen Fujita Health University zeigt, dass erhöhte Konzentrationen von Anthranilsäure – ein wichtiger Metabolit (Zwischenprodukt) des Kynurenin-Stoffwechsels – im Blut als Marker zur Identifizierung von Menschen dienen können, die unter depressionsähnlichen Symptomen leiden und bei denen ein Risiko besteht, eine schwere Depression zu entwickeln.

Laut Dr. Yamamoto deuten unterschiedliche wissenschaftliche Beweise darauf hin, dass der Tryptophan-Stoffwechsel an den Symptomen einer schweren Depression beteiligt ist. In früheren Studien wurde beispielsweise berichtet, dass Patienten mit einer Depression und anderen Erkrankungen, die depressive Symptome zeigten, erhöhte Blutspiegel verschiedener Tryptophan-Metabolite aufweisen, die durch den Kynurenin-Signalweg produziert werden.

Diese Befunde führten das Forscherteam von Dr. Saito zu der Vermutung, dass die Metaboliten des Kynurenin-Signalwegs als Biomarker dienen könnten, um Patienten mit dem Risiko einer Depression möglichst früh zu erkennen.

Um dies Ansatz zu überprüfen, analysierte die Wissenschaftler Serumproben (fraktionierter, klarer Teil des Blutes) von 61 Patienten, deren klinischen Testergebnisse auf ein hohes Risiko für die Entwicklung einer schweren depressiven Erkrankung hinwiesen. Für einen wissenschaftlich genauen Vergleich verwendeten sie auch eine “Kontrollgruppe”, in der die Forscher Serumproben von 51 gesunden Personen analysierten.

Die Wissenschaftler ermittelten die Serumspiegel verschiedener Kynurenin-Stoffwechsel-Produkte. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe mit den gesunden Teilnehmern, hatten die Patienten mit dem Risiko einer Depression einen erhöhten Serumspiegel von Anthranilsäure.

Da der Kynurenin-Signalweg Tryptophan verbraucht und Anthranilsäure produziert, stimmen diese Ergebnisse mit den früheren Befunden über eine erhöhte Aktivität des Kynurenin-Signalwegs bei Patienten mit Depressionsrisiko, überein.

Außerdem wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob Tryptophan-Metaboliten-Profile das Fortschreiten der depressiven Symptome vorhersagen können. Dazu führten sie weitere Analysen mit Proben und Daten von 33 Patienten mit Depressionsrisiko durch.

Die Analysen ergaben, dass ein Anstieg des Serum-Anthranilsäure-Spiegels im Laufe der Zeit mit einer Verschlechterung der klinischen Testergebnisse korrelierte. Nach Ansicht von Prof. Saito bestätigt dieser Befund, dass es tatsächlich eine starke, direkte Korrelation zwischen den Anthranilsäure-Werten im Blut und dem Schweregrad der Depression gibt.

Die Wissenschaftler untersuchten ferner die Tryptophan-Metaboliten-Profile bei Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen, die Mund, Kiefer und Gesicht betreffen, da chronische Schmerzen Depressionen und verwandte Symptome verursachen können.

Durch die Untersuchung von Serumproben von 48 Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen und 42 gesunden Personen fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Patienten mit chronischen Schmerzen erhöhte Serumspiegel von Anthranilsäure und niedrigere Serumspiegel von Tryptophan aufwiesen, genau wie diejenigen, die ein Risiko für eine schwere Depression hatten.

Laut Prof. Saito zeigen die Ergebnisse der Studie, dass Ärzte den Serumspiegel von Anthranilsäure überwachen können, um herauszufinden, ob Patienten ein Risiko für eine schwere depressive Erkrankung haben.

Präventivmedizin umfasst in diesem Fall spezifische Behandlungen, die verhindern können, dass ein Patient eine Depression entwickelt. Nach Meinung der Forscher sind weitere Untersuchungen notwendig, um die klinische Relevanz der Serum-Anthranilsäure-Spiegel zu validieren und genau zu verstehen, wie der Tryptophan-Stoffwechsel bestimmte Aspekte beeinflusst, die im Zusammenhang mit einer Depression stehen. Die vorliegende Studie wurde in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

(Quelle: Fujita Health University / Scientific Reports)

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