Ursachen und mögliche Komplikationen bei einer Mandelentzündung

Krankheiten und Krankheitsbilder

Dirk de Pol, aktualisiert am 19. August 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Mandelentzündung – alles zu Ursachen und Behandlung

Eine Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) beginnt plötzlich und geht in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder zurück. Sie kann aber auch mehrmals im Laufe eines Jahres zurückkehren.

  • Eine Halsentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meistens entsteht sie durch eine Entzündung des Rachens, die durch Erkältungsviren verursacht wird. Das kann auch die Gaumenmandeln betreffen.

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Weniger häufig sind bakterielle Infektionen der Mandeln. Aber es ist nicht leicht zu unterscheiden, welche Art von Keimen für die Infektion verantwortlich sind. Kinder und Jugendliche sind deutlich anfälliger für Mandelentzündungen als Erwachsene.

Es ist wichtig, zwischen Mandelentzündung und Mandelnhypertrophie (chronisch vergrößerte Mandeln) zu unterscheiden. Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Erkrankungen. Bei der Mandelnhypertrophie können auch die Adenoide betroffen sein.

Symptome einer Mandelentzündung

Zu den charakteristischen Symptomen einer akuten Mandelentzündung gehören unter anterem Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber über 38°C sowie geschwollene und sehr rote Mandeln mit einer gelblichen Schicht.

Ferner sind Schluckbeschwerden, geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten sowie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und schlechter Atem als typische Symptome zu nennen.

Bei einer Virusinfektion sind auch typische Erkältungssymptome wie Husten oder eine verstopfte Nase denkbar. Oftmals ist auch der Rachen entzündet (Pharyngitis), nicht nur die Mandeln. Als Mandelentzündung gilt es, wenn die Entzündung vor allem die Mandeln betrifft. Eine Mandelentzündung kann bei Betroffenen auch atypische Symptome verursachen wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen zählen.

Ursachen und mögliche Komplikationen bei einer Mandelentzündung

Eine bakterielle Mandelentzündung wird typischerweise durch bestimmte Arten von Streptokokkenbakterien verursacht. Aber nicht jeder, der diese Bakterien in sich trägt, bekommt auch eine Mandelentzündung. Manchmal tritt eine Mandelentzündung auch als Folge von Scharlach auf, der ebenfalls durch Bakterien verursacht wird. Virusinfektionen wie Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) können ebenfalls zu Mandelentzündungen führen.

Komplikationen sind selten. Die häufigste Komplikation ist eine Ansammlung von Eiter um die Mandeln (peritonsillärer Abszess oder Quinsy). Dieses Problem kann sich entwickeln, wenn die Mandelentzündung durch Bakterien verursacht wird und ohne Behandlung wieder heilt.

Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Infektion auf das umliegende Gewebe im Hals- und Brustbereich ausbreitet oder eine Sepsis (Blutvergiftung) entsteht. Das kann zu schweren Komplikationen führen. Deshalb ist es sehr wichtig, sich behandeln zu lassen.

Die folgenden Symptome können Anzeichen einer Quinsy sein: Eine sehr starke Halsentzündung auf nur einer Seite des Halses und Schluckbeschwerden sowie allgemeine körperliche Schwäche und Fieber.

Ohrenschmerzen (besonders auf nur einem Ohr), das Gefühl, dass beim Sprechen ein Knoten im Hals ist und Probleme beim Öffnen des Mundes. Quinsy tritt nur selten auf, ebenso selten kommt es bei Mandelentzündungen zu einer Mittelohrentzündung.

Rheumatisches Fieber ist ebenfalls eine eher seltene Begleiterscheinung der Mandelentzündung. Dabei kommt es zu schmerzhaften Entzündungen in mehreren Gelenken sowie im Herzmuskel und in den Herzklappen.

Rheumatisches Fieber tritt nur nach einer Infektion mit bestimmten Arten von Streptokokken auf und ist viel seltener als in der Vergangenheit. Nephritis (Nierenentzündung) ist auch eine sehr seltene Komplikation bei bestimmten Arten von Streptokokkeninfektionen.

Was hilft bei Halsschmerzen?

  • Kalte Getränke oder Eis (z.B. Fruchteis)
  • Warme Getränke zwar meist warme (nicht heiße), milde Flüssigkeiten.
  • Gurgeln mit Salzwasser
  • Lutschtabletten (mit Benzocain oder ähnlichen Inhaltsstoffen; wegen Erstickungsgefahr nicht für Kleinkinder geeignet).

Bei Menschen, bei denen eine Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) wiederholt auftritt, kann eine Operation erforderlich sein, um die Mandeln zu entfernen (Tonsillektomie).

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Video-Beitrag des SWR: Mandelentzündung: Wann eine Entfernung bzw. eine Teilentferung der Mandeln sinnvoll sein kan

ddp

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