Liquor Wellen: Werden wir im Schlaf einer „Gehirnwäsche“ unterzogen?

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 31. Oktober 2019, Lesezeit: 3 Minuten

Eine Studie der Boston University, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass die Gehirnflüssigkeit (Liquor) während des Schlafs pulsiert und dass diese Bewegungen eng mit der Aktivität der Hirnströme und dem Blutfluss zusammenhängen.

  • Der Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) ist eine klare Körperflüssigkeit, die in den Hohlräumen des zentralen Nervensystems zirkuliert.
  • Liquor wird vom Plexus choroideus produziert und sorgt für den Stoffwechsel und den Schutz des zentralen Nervensystems.

Es ist schon länger bekannt, dass es diese elektrischen Aktivitätswellen in den Neuronen gibt, so Laura Lewis, Koautorin der Studie und Assistant Professor für Biomedical Engineering am BU College of Engineering und Fakultätsmitglied des Center for Systems Neuroscience. „Bis jetzt wussten wir aber nicht, dass auch die Zerebrospinaleflüssigkeit Wellen zeigt.“

Diese Forschungsarbeit könnte die erste sein, die Bilder des Liquors während des Schlafs liefert. Lewis hofft, dass dies eines Tages zu Erkenntnissen über eine Reihe von neurologischen und psychologischen Störungen führen wird, die häufig mit gestörten Schlafmustern einhergehen, darunter Autismus und Alzheimer.

Die Kopplung der Hirnströme mit dem Blut- und Liquorfluss könnte auch Aufschluss über normale altersbedingte Beeinträchtigungen geben. Frühere Studien haben gezeigt, dass sowohl der Liquorfluss als auch die Aktivität der langsamen Wellen dazu beitragen, giftige Proteine, die das Gedächtnis beeinträchtigen, aus dem Gehirn zu spülen. Mit zunehmendem Alter produziert das Gehirn oft weniger langsame Wellen.

Dies wiederum könnte die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen und das Pulsieren des Liquors während des Schlafs vermindern, was zu einer Ansammlung von toxischen Proteinen und einer verminderten Gedächtnisleistung führen könnte. Während die Forscher diese Prozesse bisher getrennt voneinander betrachtet haben, scheinen sie nun eng miteinander verknüpft zu sein.

Um weiter zu erforschen, wie sich das Altern auf den Blut- und Liquorfluss im Gehirn während des Schlafs auswirkt, planen Lewis und ihr Forschungsteam, für ihre nächste Studie ältere Erwachsene zu rekrutieren, da die 13 Probanden dieser Studie alle zwischen 23 und 33 Jahre alt waren.

Quellen

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