Ernährungsstudie: Verursachen stark verarbeitete Lebensmittel Muskelschmerzen?

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 15. November 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Neue Forschungsergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Schmerz und Übergewicht, der unabhängig von mechanischer Überlastung ist.

Wissenschaftler an der Universität Rovira i Virgili in Spanien haben beobachtet, dass eine sechswöchige Ernährung, die reich an Fetten und Zucker aus stark verarbeiteten Lebensmitteln (wie süße Brötchen und Gebäck) ist, die Zahl der Entzündungsmoleküle im Organismus erhöht, wodurch die Reizbarkeit der Muskelnerven erhöht wird. Dieses Phänomen wird als muskuloskelettale Neurotransmission bezeichnet.

Die experimentellen Versuche wurden an Mäusen durchgeführt. Die eine Gruppe erhielt eine typische Kantinenkost mit hohem Zuckerzusatz (z.B. süße Brötchen und Gebäck), die andere sechs Wochen lang eine fettreiche, handelsübliche Nahrung. Anschließend berechneten die Wissenschaftler die intramuskulären Adipozyten und verwendeten die Elektromyographie, um die muskuloskelettale Neurotransmission, die Reaktion der Muskelnerven, zu bestimmen.

Die Mäuse, die eine sogenannte Kantinenkost, bestehend aus stark verarbeiteten Lebensmitteln, erhalten hatten, wiesen mehr Adipozyten im Muskelgewebe auf. Diese Reaktion zeigte sich nicht bei der zweiten Gruppe, die eine fettreiche Ernährung erhielt. Bei beiden Gruppen zeigte sich jedoch eine Zunahme der neuromuskulären Übertragung, die noch mehrere Wochen nach Beendigung der jeweiligen Ernährung anhielt.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine sechswöchige fett- und kalorienreiche Ernährung bei Mäusen die Neurotransmission erhöht, was zur Entwicklung von Muskelschmerzen führte. Nach dieser Phase nahmen die Mäuse schnell wieder ihr Normalgewicht an, obwohl die Neurotransmissionsparameter mehrere Wochen lang hoch blieben.

In der westlichen Welt nimmt die Häufigkeit von Fettleibigkeit und Übergewicht deutlich zu. Von 1975 bis 2016 hat sich die weltweite Adipositasrate verdreifacht. Bis 2030 werden mehr als 38 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung übergewichtig und 20 Prozent fettleibig sein. Adipositas und Übergewicht werden als Epidemie betrachtet, die mit der Entstehung von Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolischem Syndrom und Schmerzen des Bewegungsapparats einhergeht.

Die Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien deuten darauf hin, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Adipositas und Schmerzen gibt.

Gewöhnlich wurde der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Schmerzen des Bewegungsapparates auf eine Zunahme der mechanischen Belastung durch das zusätzliche Gewicht zurückgeführt, das von den tragenden Gelenken getragen werden muss.

Die vorliegende Studie, die in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht wurde, zeigt jedoch einen Zusammenhang zwischen Schmerzen und Übergewicht, der unabhängig von mechanischer Überlastung ist. Nach Ansicht von Manel Santafe, einer der Autoren der Studie, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um systemische Phänomene des Organismus handelt.

Zusammenfassung: Eine Ernährung, die besonders viel stark verarbeitete Fette und Zucker enthält, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Muskelschmerzen. Die Forschungsergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Schmerz und Übergewicht, der unabhängig von mechanischer Überlastung ist.

(Quellen: Journal Nutrients / Universitat Rovira i Virgili)
vgt

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