Torsten Lorenz, aktualisiert am 12. Mai 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Die häufigste vorzeitige Todesursache bei Diabetikern sind Herzerkrankungen.

Wie sich die Herz-Kreislauf-Funktion bei Diabetikern auf einfache Weise verbessern lässt:

Die Herzfunktion von Patienten mit Diabetes Typ 2 kann durch aerobes Training (Sport) deutlich verbessert werden, so das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie von Forschern der Universitäten Leicester und Loughborough.

Risiko für Herzinsuffizienz bereits in jungen Jahren

Die vom National Institute for Health Research (NIHR) finanzierte und am NIHR Leicester Biomedical Research Centre (BRC) durchgeführte Studie zeigte auch, dass eine kalorienreduzierte Diät die Herzfunktion bei derselben Patientengruppe nicht beeinträchtigt.

Laut Dr. Gaurav Gulsin, BHF Clinical Research Fellow an der Universität Leicester ist Herzinsuffizienz eine der häufigsten Komplikationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, und bereits junge Erwachsene mit Typ-2-Diabetes weisen Veränderungen in der Struktur und Funktion des Herzens auf, die das Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz erhöhen können.

Mit Hilfe von Scan-Techniken wollten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Anomalien in der Struktur und Funktion des Herzens bei dieser Patientengruppe bestätigen und untersuchen, ob es möglich ist, diese Anomalien durch Bewegung und/oder Gewichtsabnahme rückgängig zu machen.

Für die Studie wurden 87 Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes im Alter zwischen 18 und 65 Jahren rekrutiert. Die Teilnehmer wurden einer Echokardiographie und einer Magnetresonanztomographie (MRT) unterzogen, um frühe Herzfunktionsstörungen zu bestätigen, sowie Bewegungstests, um die kardiovaskuläre Fitness zu messen.

Anschließend wurden sie nach dem Zufallsprinzip in eine von drei Gruppen eingeteilt: Routineversorgung, überwachtes aerobes Training oder ein kalorienarmes Ernährungsprogramm. Jedes Programm dauerte 12 Wochen. Insgesamt absolvierten 76 der 87 Patienten die gesamten 12 Wochen. Als Kontrollgruppe wurden 36 gesunde Probanden in die Studie aufgenommen.

Gewichtsabnahme allein verbessert nicht die Herzfunktion

Die Studie zeigte, dass die Patienten, die das überwachte Trainingsprogramm absolvierten, im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Verbesserung der Herzfunktion und eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit aufwiesen.

Die kalorienreduzierte Ernährung verbesserte zwar nicht die Herzfunktion, wirkte sich aber positiv auf die Herzstruktur und die Gefäßfunktion aus und führte bei 83 Prozent der Probanden in dieser Patientengruppe zu einer Rückbildung der Erkrankung.

Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Änderung des Lebensstils in Form von regelmäßigem körperlichem Training wichtig sein kann, um die bei jüngeren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes festgestellten Schäden an Herzstruktur und -funktion zu begrenzen oder sogar rückgängig zu machen, erklärte Gerry McCann, Professor an der Universität Leicester sowie leitender Autor der Studie.

Obwohl sich eine Gewichtsabnahme positiv auf die Herzstruktur auswirkt, zeigt die Studie nach Aussage von McCann, dass eine Gewichtsabnahme allein die Herzfunktion nicht zu verbessern scheint.

Wenn es also gelingt, Menschen mit Typ-2-Diabetes dabei zu unterstützen, körperliche Aktivität (aerobes Training) und gesunde Ernährung in ihren Tagesablauf zu integrieren, könnte dies den Betroffenen helfen, das Risiko einer Herzinsuffizienz und sogar eines vorzeitigen Todes zu verringern, so die Forschenden.

Quellen

  • Journal Diabetes Care / Leicesters Hospitals / National Institute for Health Research
  • Gulsin GS, Swarbrick DJ, Athithan L, Brady EM, Henson J, Baldry E, Argyridou S, Jaicim NB, Squire G, Walters Y, Marsh AM, McAdam J, Parke KS, Biglands JD, Yates T, Khunti K, Davies MJ, McCann GP. Effects of Low-Energy Diet or Exercise on Cardiovascular Function in Working-Age Adults With Type 2 Diabetes: A Prospective, Randomized, Open-Label, Blinded End Point Trial. Diabetes Care. 2020 Jun;43(6):1300-1310. doi: 10.2337/dc20-0129. Epub 2020 Mar 27. PMID: 32220917.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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