Studie: Wirksamkeit von Ingwer bei Schilddrüsenunterfunktion

Ernährung und Gesundheit, Superfoods

Torsten Lorenz, aktualisiert am 19. Januar 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Die primäre Hypothyreose ist die häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion und mit einer Häufigkeit von ein bis zwei Prozent eine weit verbreitete Erkrankung.

  • Bei Frauen ist die Prävalenz fünf- bis achtmal höher.

Laut den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Studie, die in der Fachzeitschrift Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine veröffentlicht wurde, kann die Einnahme von Ingwer dazu beitragen, die anhaltenden Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion zu lindern.

Zuvor durchgeführte Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass Ingwer eine schützende Wirkung gegen Schilddrüsenerkrankungen beim Menschen hat, und die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Ingwer als sicheres Nahrungsergänzungsmittel anerkannt.

In der vorliegenden Studie untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Wirksamkeit einer Nahrungsergänzung mit Ingwer zur Linderung anhaltender Symptome bei Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion.

Im Rahmen der Studie rekrutierten die Forscherinnen und Forscher 60 Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und normalen TSH-Werten und teilten sie in zwei gleich große, parallele Studiengruppen ein, die 30 Tage lang Ingwer (500 mg zweimal täglich) oder Placebo erhielten.

Zu Beginn und am Ende wurden die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion gemessen und Laborwerte wie TSH, Triglyzeride (TG), Gesamtcholesterin (TChol) und Nüchternblutzucker (FBS) bestimmt.

Nach Auswertung der Daten stellten die Forscherinnen und Forscher fest, dass Ingwer zu signifikanten Verbesserungen der Mittelwerte in den Bereichen Kälteunverträglichkeit, trockene Haut, Appetit, Gedächtnisverlust, Verstopfung, Konzentrationsstörungen und Schwindel führte.

  • Bei anderen untersuchten Faktoren wie Haarausfall, brüchige Fingernägel, Gehör, Heiserkeit, Sprache, Depression oder Niedergeschlagenheit konnten hingegen keine signifikanten Verbesserungen festgestellt werden.

Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass die tägliche Einnahme von 500 mg Ingwer als Nahrungsergänzungsmittel im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Abnahme des Körpergewichts, des Body-Mass-Index (BMI), des Taillenumfangs sowie der Serumspiegel von TSH, Nüchternblutzucker, Triglyzeride und Gesamtcholesterin führte.

  • Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass Ingwer als Nahrungsergänzung (500 mg) dazu beitragen kann, anhaltende Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion zu lindern.

Darüber hinaus könnte Ingwer einen positiven Einfluss auf die Gewichtsabnahme und die Regulierung des FBS- und Lipidprofils bei Patienten mit Hypothyreose haben.

Belastung mit Dioxinen kann Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen

Eine Belastung mit Dioxinen kann sich negativ auf die Schilddrüsenfunktion auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die auf der Jahrestagung der Endocrine Society in Chicago vorgestellt wurde.

  • Dioxine sind hochgiftige Verbindungen, die vor allem bei industriellen Prozessen entstehen und aufgrund ihrer Langlebigkeit in der Umwelt ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellen.

Sie entstehen bei einer Vielzahl von Verbrennungsprozessen, einschließlich der unsachgemäßen Verbrennung von Abfällen. Durch natürliche Einflüsse wie Waldbrände und Vulkanausbrüche können sie in die Luft gelangen.

  • Strenge behördliche Kontrollen der wichtigsten industriellen Dioxinquellen haben die Emissionen in die Luft stark reduziert.

Heute ist der Mensch Dioxinen vor allem durch den Verzehr von Lebensmitteln ausgesetzt, insbesondere von tierischen Produkten, die mit diesen Chemikalien kontaminiert sind.

Dioxine werden vom Fettgewebe aufgenommen und gespeichert und reichern sich so in der Nahrungskette an.

Nach Angaben des National Institute of Environmental Health Sciences erfolgt die Exposition mit Dioxinen bei Menschen zu mehr als 90 Prozent über die Nahrung.

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler begonnen, die möglichen Auswirkungen von Umweltchemikalien wie Dioxinen auf die Schilddrüsenfunktion zu untersuchen. Schilddrüsenfehlfunktionen betreffen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung und können eine Reihe negativer Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

  • Laut Dr. Cheng Han von der Boston University Chobanian & Avedisian School of Medicine haben frühere Studien zum Zusammenhang zwischen Dioxinexposition und Schilddrüsenfunktion widersprüchliche Ergebnisse erbracht.

In der vorliegenden Studie verwendeten die Forschenden drei verschiedene statistische Methoden, um die kombinierten Auswirkungen von 20 Umweltdioxinen (Umweltgiften) auf die Schilddrüsenfunktion zu untersuchen.

  • Als Datengrundlage dienten die Erhebungen des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus den Jahren 2007 bis 2010.
  • Insgesamt wurden 20 Dioxine und die Konzentration des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons (TSH) im Blut von 2.818 Erwachsenen gemessen.

Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass Dioxine signifikant mit einem erhöhten Spiegel des Schilddrüsenhormons (TSH) verbunden waren. Ein hoher TSH-Wert zeigt an, dass die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert.

Zwar seien weitere Untersuchungen über die Auswirkungen von Dioxinen auf die Schilddrüsenfunktion erforderlich, doch könnten Anstrengungen zur Verringerung der Exposition gegenüber schädlichen Dioxinen und anderen toxischen Chemikalien dazu beitragen, das Risiko einer Schilddrüsenfehlfunktion zu verringern und die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, so die Forschenden.

Quelle

  • The Endocrine Society
  • Boston University Chobanian & Avedisian School of Medicine
  • Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine / Ashraf H, Heydari M, Shams M, Zarshenas MM, Tavakoli A, Sayadi M. Efficacy of Ginger Supplementation in Relieving Persistent Hypothyroid Symptoms in Patients with Controlled Primary Hypothyroidism: A Pilot Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial. Evid Based Complement Alternat Med. 2022 Jan 20;2022:5456855 doi: 10.1155/2022/5456855.

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