Forscher untersuchen Blasenschwäche und Reizblase bei Kindern in Verbindung mit Vitamin-D-Mangel

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 22. Februar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Laut einer neuen Studie, die im International Brazilian Journal of Urology veröffentlicht wurde, ist ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern mit Blasenschwäche (Harninkontinenz) und Reizblase (überaktiver Blase) häufiger als bei gesunden Kindern.

Die Reizblase (überaktive Blase) ist ein häufiges Krankheitsbild, das mit Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) einhergeht, insbesondere mit Blasenschwäche bei Kindern, die die Lebensqualität der betroffenen Kinder beeinträchtigen kann.

In der vorliegenden Forschungsarbeit konnte nachgewiesen werden, dass ein Vitamin-D-Mangel mit dem Reizblasen-Syndrom in Verbindung steht.

In der vorliegenden Untersuchung wurde der Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel im Blut und Reizblasen-bezogenen Symptomen sowie der Lebensqualität bei Kindern untersucht.

An der Studie nahmen 52 Kinder mit Reizblasen-bedingter Blasenschwäche und 41 gesunde Kinder teil. Patientinnen und Patienten mit einer Reizblase (überaktive Blase) und Vitamin-D-Mangel wurde eine orale Vitamin-D-Supplementierung verabreicht. Die Harnsymptome und die persönliche Lebensqualität wurden vor und nach der Vitamin-D-Supplementierung ermittelt.

Die Untersuchung ergab, dass in der Gruppe mit den Kindern, die an einer Reizblasen-bedingten Blasenschwäche litten bei 75 Prozent ein Vitamin-D-Mangel vorlag – im Vergleich zu 36 Prozent in der Kontrollgruppe.

Nach der Vitamin-D-Supplementierung hatten 24 Prozent der Patientinnen und Patienten ein vollständiges Ansprechen und 56 Prozent der Kinder ein teilweises Ansprechen. Auch die Lebensqualität der betroffenen Kinder verbesserte sich deutlich.

Die Forscher schließen daraus, dass ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern mit Harninkontinenz und Reizblase häufiger vorkommt als bei gesunden Kindern.

Obwohl der Vitamin-D-Mangel nicht routinemäßig bei jedem Patienten untersucht wird, sollte er nach Ansicht der Forschenden bei Betroffenen mit einer behandlungsresistenten überaktiven Blase (Reizblase) untersucht werden. Eine Vitamin-D-Supplementierung kann die Harnsymptome und die Lebensqualität von Patienten mit einer Reizblase verbessern.

Quelle: International Brazilian Journal of Urology / Burak Özçift et al., The effect of vitamin D deficiency in children with overactive bladder related urinary incontinence

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Vitamin D Mangel erkennen und beheben (Quelle: NDR)

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