Studie: Wie sich Vitamin-D-Mangel auf die Gesundheit auswirkt

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 8. Mai 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Vitamin D wird von der Sonne produziert und ist eine natürliche Quelle für eines der wichtigsten Hormone in unserem Körper, insbesondere in den Knochen.

Auswirkungen von Vitamin-D-Mangel auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein Mangel an diesem essentiellen Nährstoff kann jedoch nicht nur die Knochen, sondern auch die Gesundheit des Herzens beeinträchtigen, wie eine neue Studie der University of South Australia zeigt.

Wissenschaftler des Australian Centre for Precision Health at SAHMRI (Australisches Zentrum für Präzisionsgesundheit an der Universität von Südaustralien) haben in der ersten Studie dieser Art genetische Hinweise auf eine Rolle von Vitamin-D-Mangel bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden.

Laut der Studie, die im European Heart Journal veröffentlicht wurde, haben Menschen mit Vitamin-D-Mangel ein höheres Risiko für Herzkrankheiten und Bluthochdruck als Menschen mit einem normalen Vitamin-D-Spiegel.

  • Bei den Studienteilnehmern mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln war das Risiko für Herzkrankheiten mehr als doppelt so hoch wie bei Personen mit ausreichendem Vitamin-D-Spiegel.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und fordern jährlich schätzungsweise 17,9 Millionen Menschenleben.

  • Niedrige Vitamin-D-Spiegel sind in vielen Teilen der Welt weit verbreitet. Daten aus der UK Biobank zeigen, dass 55 Prozent der Studienteilnehmer einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel (<50 nmol/L) und 13 Prozent einen schweren Mangel (<25 nmol/L) aufwiesen.
  • In Australien haben schätzungsweise 23 Prozent, in den USA 24 Prozent und in Kanada 37 Prozent der Bevölkerung einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel.

Die leitende Wissenschaftlerin Prof. Elina Hyppönen von der UniSA sagt, dass die Anerkennung der Rolle von Vitamin-D-Mangel für die Herzgesundheit dazu beitragen könnte, die weltweite Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Obwohl ein schwerer Vitamin-D-Mangel relativ selten ist, so die Forscher, ist es in den Fällen, in denen er auftritt, sehr wichtig, proaktiv zu handeln, um negative Auswirkungen auf das Herz zu vermeiden.

  • Ein Mangel kann zum Beispiel ein Problem für Menschen sein, die in Pflegeheimen leben und nur wenig Sonne abbekommen, so die Autoren der Studie.

Vitamin-D-Mangel verhindern

Vitamin D kann auch über die Nahrung aufgenommen werden, zum Beispiel über fetten Fisch, Eier und angereicherte Lebensmittel und Getränke. Leider ist die Nahrung eine relativ schlechte Quelle für Vitamin D, und selbst eine ansonsten gesunde Ernährung enthält in der Regel nicht genug davon.

Wenn man Vitamin D nicht über die Sonne aufnehmen kann, ist es einer der wenigen Nährstoffe, für die man manchmal eine tägliche Nahrungsergänzung braucht, um den Bedarf zu decken.

Für die Wissenschaftler der University of South Australia sind die Ergebnisse aufschlussreich, denn sie deuten darauf hin, dass sich die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) beeinflussen lässt, wenn es gelingt, den Vitamin-D-Spiegel innerhalb der Normwerte anzuheben.

Die Forschenden schätzen, dass in der Studiengruppe 4,4 Prozent aller CVD-Fälle hätten verhindert werden können, wenn wir den Vitamin-D-Mangel auf einen Wert von mindestens 50 nmol/L angehoben hätten“.

Für die aktuelle Studie wurden die Daten von bis zu 267.980 Personen ausgewertet, so dass das Forscherteam der University of South Australia statistisch belastbare Beweise für den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefern konnte.

  • Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass ein bevölkerungsweiter Ansatz zur Behebung des Vitamin-D-Mangels die weltweite Belastung durch schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern könnte.

Quellen

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