Wie entwickelt sich eine Antibiotikaresistenz?

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 23. Oktober 2019, Lesezeit: 2 Minuten

Wie entsteht eine Antibiotikaresistenz? Wie Bakterien leben – ob als unabhängige Zellen oder in einem Biofilm – bestimmt, wie sie Antibiotikaresistenzen entwickeln, was zu individuelleren Ansätzen für die antimikrobielle Therapie und Infektionskontrolle führen könnte.

Forscher der University of Pittsburgh School of Medicine setzten Bakterien wiederholt einem Antibiotikum aus, um eine schnelle Entwicklung von Resistenzen zu bewirken. Wie erwartet, haben die Bakterien eine Resistenz gegen das Medikament entwickelt, aber überraschenderweise beeinflusste auch ihr Verhalten die spezifische Anpassungsfähigkeit. Das ergab eine heute in eLife veröffentlichte Studie.

Als der Biofilm in dem Experiment eine Resistenz gegen das Antibiotikum entwickelte, wurde er wehrlos gegen Cephalosporine. Die freischwebenden Bakterien entwickelten nicht dieselbe Schwachstelle in ihrer Schutzwand, obwohl sie 128-mal resistenter gegen das Antibiotikum wurden als die durch Biofilme gewachsenen Bakterien.

Antibiotikaresistenz effektiver bekämpfen

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Wachstum der Biofilme die Entwicklung der Arzneimittelresistenz beeinflusst. Nach Meinung der Forscher könnte dieser Befund Schwachstellen aufdecken, die sich bei der Behandlung von arzneimittelresistenten Infektionen als nützlich erweisen könnten.

„Die Antibiotikaresistenz ist eines unserer Hauptprobleme in der Medizin. Wir müssen neue Behandlungsmethoden entwickeln, und ein Ansatz ist, die Vorteile dessen zu nutzen, was das Gebiet als „Kollateralsensibilität“ bezeichnet. Wenn Bakterien Resistenzen gegen ein Medikament entwickeln, können sie eine Anfälligkeit für eine andere Gruppe von Antibiotika aufweisen, die die Bakterien effektiv abtöten können“, erklärt der Leiter der Studie Alfonso Santos-Lopez, Ph.D. von der University of Pittsburgh, Department of Microbiology and Molecular Genetics

Das Wissen um diese evolutionären Push-and-Pull-Beziehungen könnte nach Meinung von Santos-Lopez das Rätselraten bei der Verschreibung von Antibiotika erleichtern. Biofilme sind eine klinisch relevantere Lebensform. Sie gelten als die primäre Wachstumsform für Bakterien, die im Körper leben. Die meisten Infektionen werden durch Biofilme auf Oberflächen verursacht.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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