Warum Hypomanie so gefährlich sein kann – Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Psychische Gesundheit

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 05.07.2023, Lesezeit: 5 Minuten

Die Hypomanie als Stimmungsstörung ist etwas weniger schwerwiegend als die Manie, sollte aber nicht unterschätzt werden.

  • Hypomanie ist ein Zustand, der durch ein erhöhtes Energie- oder Aktivitätsniveau, eine gesteigerte Stimmung oder ein gesteigertes Verhalten gekennzeichnet ist. Hypomanische Episoden können das erste Symptom vieler psychischer Störungen sein.

Die Betroffenen sind sich ihrer Erkrankung oft nicht bewusst, so dass sie häufig auf die Hilfe von Familie, Verwandten oder Bekannten angewiesen sind.

Häufigkeit der Erkrankung: Für die Allgemeinbevölkerung wird das Risiko, im Laufe des Lebens an einer bipolaren Hypomanie zu erkranken, auf etwa 1 bis 3 Prozent geschätzt.

Was sind die Symptome dieser Störung und wie kann man damit umgehen?

Was ist Hypomanie?

Hypomanie kann als eine leichtere Form der Manie angesehen werden. Man spricht von Episoden gehobener Stimmung.

Eine Hypomanie liegt vor, wenn die Symptome etwa vier Tage anhalten – der Zustand kann aber bis zu mehreren Monaten dauern.

Hypomanie ist sehr häufig das erste Symptom, das den Beginn einer bipolaren Störung anzeigt, kann aber auch ein Symptom anderer psychischer Störungen sein.

Was sind die Ursachen einer Hypomanie?

Die Ursachen für hypomanische Episoden sind nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass Veränderungen bestimmter Neurotransmitter im noradrenergen und dopaminergen System eine Rolle spielen.

  • Dies könnte auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen sein, die diese Systeme beeinflussen (z. B. Neuroleptika, Psychopharmaka und Glukokortikoide).

Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass Hypomanie vererbt werden kann. Wenn also in der Familie Fälle von Stimmungsstörungen aufgetreten sind, kann man davon ausgehen, dass auch andere Familienmitglieder ein gewisses Risiko haben, an der Störung zu erkranken.

Die Entwicklung einer Hypomanie kann auch durch Verletzungen und Krankheiten wie Aids, Lupus, Schilddrüsenerkrankungen, Hirntumore, Multiple Sklerose oder übermäßigen Konsum psychoaktiver Substanzen begünstigt werden.

Das Risiko, an einer Hypomanie zu erkranken, wird auch durch ein erlebtes Trauma wie den Tod eines nahen Familienmitglieds, einen Autounfall, eine Vergewaltigung oder sogar den Verlust des Arbeitsplatzes erhöht.

Was sind die Symptome einer Hypomanie?

Wie äußert sich die Hypomanie? Die Symptome der Manie und der Hypomanie sind gleich, sie unterscheiden sich nur in ihrem Schweregrad. Bei der Hypomanie sind sie etwas milder.

Die Hypomanie äußert sich vor allem durch eine plötzliche Stimmungsaufhellung, erhöhte Redseligkeit und rasende Gedanken. Menschen, die eine manische Episode erleben, sind unruhig, brauchen sehr wenig Schlaf und neigen zu Wutausbrüchen.

Eine hypomanische Person macht viele Dinge gleichzeitig und ist leicht ablenkbar. Außerdem ist sie sozial sehr aktiv. Die Symptome einer Hypomanie sind in der Regel sehr mild und beeinträchtigen nicht unbedingt das tägliche Funktionieren.

Die Erkrankten sind in der Lage, ihre täglichen Aufgaben im Haushalt und am Arbeitsplatz zu erledigen, und ihr vermindertes Schlafbedürfnis und ihre überschüssige Energie beeinträchtigen ihr tägliches Leben nicht.

  • Das ist der Grund, warum Hypomanie so gefährlich sein kann – Patienten, die mit ihrem Wohlbefinden zufrieden sind, merken möglicherweise nicht, dass etwas mit ihnen nicht stimmt.

Diagnose und Behandlung von Hypomanie

Es ist schwierig, eine Hypomanie allein an den Symptomen zu erkennen. Jedem Menschen geht es mal besser, mal schlechter. Es gibt Tage, an denen wir viel Energie haben und buchstäblich Berge versetzen können. Dann erledigen wir viele Aufgaben, haben Freude an körperlicher Aktivität und wachen erfrischt auf.

  • An anderen Tagen stehen wir kraftlos auf und möchten am liebsten sofort wieder ins Bett.

Dinge fallen uns aus der Hand, wir sind abgelenkt und haben Schwierigkeiten, unsere täglichen Aufgaben zu erledigen. Das ist der natürliche Verlauf, deshalb reicht es nicht aus, die Symptome zu beobachten, um eine Hypomanie zu diagnostizieren.

Eine psychiatrische Untersuchung ist notwendig. Es ist wichtig, dass der Arzt nicht nur mit dem Patienten spricht, sondern auch mit den Angehörigen und gegebenenfalls mit Personen aus dem sozialen Umfeld, die die Beobachtungen teilen. Auf dieser Grundlage kann der Psychiater eine Hypomanie diagnostizieren und eine geeignete Behandlung vorschlagen.

Es ist auch sehr wichtig festzustellen, ob in der Vergangenheit neben manischen Episoden auch depressive Zustände aufgetreten sind. Ist dies der Fall, kann ein Arzt oder eine Ärztin den Verdacht auf eine bipolare Störung äußern.

Kann Hypomanie geheilt werden?

Die Behandlung der Hypomanie beruht auf der Gabe von Medikamenten, die die Stimmung normalisieren. Häufig verwendete Präparate sind Lithiumsalze, Valproat und Carbamazepin. Zusätzlich können Neuroleptika verabreicht werden.

Auch die Psychotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung der Hypomanie.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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