Übergewicht bei 3- und 4-Jährigen ist nach der Pandemie zurückgegangen

Ernährung und Gesundheit, Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Frederick Weber, aktualisiert am 11. Juli 2024, Lesezeit: 4 Minuten

In den letzten Jahren ist die Besorgnis über die steigenden Raten von Übergewicht und Adipositas bei Kleinkindern gewachsen. Eine kürzlich an den Universitäten Göteborg und Uppsala durchgeführte Studie hat jedoch gezeigt, dass die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei 3- und 4-Jährigen in Schweden nach der Pandemie tatsächlich zurückgegangen ist. Dies ist eine ermutigende Entwicklung, die darauf schließen lässt, dass die Gewichtszunahme während der Pandemie nur vorübergehend war.

Die Studie

Die in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics veröffentlichte Studie analysierte die Daten von 50.833 Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren. Die Forscher sammelten Gesundheitsdaten aus regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in pädiatrischen Gesundheitszentren in Dalarna, Jönköping und Sörmland. Die Studie verglich die Gewichtsentwicklung von Kindern vor der COVID-19-Pandemie, zu Beginn und am Ende der Pandemie sowie nach der Pandemie.

Rückgang von Übergewicht und Fettleibigkeit

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der Anteil der 3-Jährigen mit Übergewicht von 2,4 Prozent vor der Pandemie auf 3,4 Prozent während der frühen Pandemie anstieg. Während der späten Pandemie sank der Anteil auf 2,3 Prozent und lag nach der Pandemie bei 2,6 Prozent. In ähnlicher Weise stieg der Anteil der übergewichtigen 3-Jährigen von 11,6 Prozent vor der Pandemie auf 13,2 Prozent während der frühen Pandemie. Während der späten Pandemie ging er jedoch auf 11,3 Prozent zurück und lag nach der Pandemie bei 11,9 Prozent.

In der Gruppe der 4-Jährigen stieg die Adipositasrate von 2,6 Prozent vor der Pandemie auf 3,7 Prozent während der frühen Pandemie. Während der späten Pandemie sank sie auf 3,1 Prozent und nach der Pandemie auf 2,5 Prozent. Der Anteil der übergewichtigen 4-Jährigen stieg von 10,3% vor der Pandemie auf 11,7% während der frühen Pandemie. Während der späten Pandemie und nach der Pandemie ging er jedoch auf 9,9% zurück.

Faktoren, die die Gewichtstrends beeinflussen

Weltweit wurde die Gewichtszunahme und Fettleibigkeit bei Kleinkindern während der Pandemie auf veränderte Ernährungsgewohnheiten und geringere körperliche Aktivität aufgrund sozialer Einschränkungen und der Schließung von Kindergärten zurückgeführt. In Schweden jedoch, wo die Vorschulen geöffnet blieben, war die Gewichtsentwicklung ähnlich wie in anderen Ländern. Die Forscher vermuten, dass dies darauf zurückzuführen sein könnte, dass viele Kinder keine nahrhafte Nahrung erhielten und sich nicht regelmäßig im Freien bewegten.

Die Tatsache, dass der Anteil der übergewichtigen und fettleibigen 3- und 4-Jährigen nach der Pandemie zurückging, deutet darauf hin, dass die Gewichtszunahme tatsächlich mit der Pandemie zusammenhing. Sie deutet auch darauf hin, dass ein ungesunder Gewichtsstatus rückgängig gemacht werden kann. Dies ist nicht nur auf Bevölkerungsebene von Bedeutung, sondern auch auf individueller Ebene. Bei vielen Kindern, die ursprünglich als übergewichtig oder fettleibig eingestuft worden waren, wurde nach der Pandemie ein Rückgang in eine niedrigere BMI-Klasse beobachtet.

Langfristige Implikationen

Der Rückgang von Übergewicht und Adipositas bei Kleinkindern ist eine positive Entwicklung mit langfristigen Auswirkungen. Es ist bekannt, dass Fettleibigkeit in der Kindheit die Wahrscheinlichkeit erhöht, im Erwachsenenalter fettleibig zu bleiben, was mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und einer geringeren Lebensqualität verbunden ist. Wenn wir Gewichtsprobleme frühzeitig angehen, können wir dazu beitragen, das Risiko für diese Gesundheitsprobleme im späteren Leben zu verringern.

Fazit

Die an der Universität Göteborg und der Universität Uppsala durchgeführte Studie liefert ermutigende Hinweise darauf, dass die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei 3- und 4-Jährigen in Schweden nach der Pandemie zurückgegangen ist. Dies deutet darauf hin, dass die während der Pandemie beobachtete Gewichtszunahme nur vorübergehend war und dass ein ungesunder Gewichtsstatus wieder rückgängig gemacht werden kann. Es ist von entscheidender Bedeutung, weiterhin gesunde Ernährungsgewohnheiten und regelmäßige körperliche Bewegung bei Kleinkindern zu fördern, um ihr langfristiges Wohlbefinden zu gewährleisten.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Fäldt, A., et al. (2024). Childhood Overweight and Obesity During and After the COVID-19 Pandemic. JAMA Pediatrics. doi.org/10.1001/jamapediatrics.2024.0122.
  2. Obesity, Wikipedia 2024.

ai


⊕ Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachliteratur und fundierter empirischer Studien und Quellen erstellt und in einem mehrstufigen Prozess überprüft.

⊕ Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Zwei Menschen im Gespräch am Welttag der psychischen Gesundheit 2026 Zuhören und Erfahrungen Betroffener im Fokus

Welttag der psychischen Gesundheit 2026: Betroffene im Fokus

Entdecken Sie den Welttag der psychischen Gesundheit 2026 und die Bedeutung betroffener Stimmen für Veränderungen in der Versorgung....

Blutprobe und Laborröhrchen zur Untersuchung von Entzündungsproteinen als Biomarker bei Zöliakie

Zöliakie: Blutproteine könnten Aufschluss über Darmschäden geben

Neuartige Ansätze zur Diagnose von Zöliakie: Blutproteine könnten wichtige Informationen über Ihren Darm geben....

Optogenetik Nobelpreis für Medizin 2026 für Deisseroth, Hegemann und Nagel, Lichtsteuerung von Nervenzellen im Gehirn

Nobelpreis für Medizin 2026: Gewinner und Bedeutung der Optogenetik

Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhielten den Nobelpreis für Medizin 2026 für ihre Arbeit zur Optogenetik....

Chronische Beckenschmerzen: Mögliche Hinweise schon im Jugendalter

Chronische Beckenschmerzen: Mögliche Hinweise schon im Jugendalter

Chronische Beckenschmerzen betreffen viele. Erfahren Sie, wie frühe Anzeichen in der Jugend erkannt werden können....

Junge Erwachsene beim Salsa-Gruppenkurs Studie zu depressiven Symptomen

Salsa und depressive Symptome: Studie bei jungen Erwachsenen

Die Studie der Universität Oxford zeigt, wie Salsa bei jungen Erwachsenen depressive Symptome effektiv reduzieren kann....