Studie: Weniger Salz (Natrium) und mehr Kalium können Herz-Kreislauf-Risiken senken

American Heart Association, Harvard T.H. Chan School of Public Health, Herzerkrankungen, Medizin News, Gesundheit und Forschung

Torsten Lorenz, Beitrag vom 3. Januar 2022

Was passiert bei Konsum von zu viel Salz? Laut einer von Forscherinnen und Forschern der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston geleiteten Studie ist ein geringerer Konsum von Natrium beispielsweise in Form von Salz (Natriumchlorid) und ein höherer Konsum von Kalium bei den meisten Menschen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Aufgrund methodischer Einschränkungen in früheren Studien war nicht klar, ob eine Verringerung des Salzgehalts in der Ernährung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, so die Autoren der Studie.

Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden qualitativ hochwertige Daten einzelner Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sechs verschiedenen Kohortenstudien kombiniert, bei denen der Natriumgehalt (Salzgehalt) mit mehreren 24-Stunden-Urinproben gemessen.

Mit den Ergebnissen dieser Studie können die Forscherinnen und Forscher die Rolle von Natrium (Salz) bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen klären: Ein geringerer Natriumkonsum (Salzkonsum) ist demnach in den meisten Bevölkerungsgruppen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Die Wirkung von Kalium im menschlichen Körper ist entgegengesetzt: Es kann dazu beitragen, die Blutgefäße zu entspannen, die Natriumausscheidung zu erhöhen und gleichzeitig den Blutdruck zu senken. Reichhaltige Kaliumquellen sind Obst, Blattgemüse, Bohnen, Nüsse, Milchprodukte und stärkehaltiges Gemüse wie Kartoffeln und Erbsen.

Der Zusammenhang zwischen Salzkonsum (Natriumkonsum) und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist laut den Studienautoren nach wie vor umstritten. Aus umfangreichen empirischen Daten, auch aus randomisierten Studien, geht hervor, dass mit steigender täglicher Aufnahme von Salz (Natriumzufuhr) auch der Blutdruck steigt, und mit steigendem Blutdruck wiederum steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Einige wenige Studien lassen vermuten, dass eine geringere Aufnahme von Salz (Natrium) mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang steht. Allerdings wurde in diesen Untersuchungen die Natriumzufuhr mit Methoden ermittelt, die mit Messfehlern behaftet sind.

In der vorliegenden Studie führten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine gepoolte Analyse von sechs prospektiven Kohortenstudien durch.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen analysierten die individuellen Natrium- und Kaliumausscheidungsdaten und die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen auch koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle gehören.

Die erhobenen Daten stammten aus mehreren 24-Stunden-Urinproben (der zuverlässigsten Methode zur Beurteilung der Natriumaufnahme), die von mehr als 10.000 im Allgemeinen gesunden Erwachsenen genommen wurden, die in der Studie über einen Zeitraum von durchschnittlich fast neun Jahren auf kardiovaskuläre Ereignisse untersucht wurden. Während der Kohortenstudien wurden insgesamt 571 kardiovaskuläre Ereignisse dokumentiert.

Unter Berücksichtigung einer Vielzahl von kardiovaskulären Risikofaktoren konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anhand mehrerer 24-Stunden-Urinproben zeigen, dass eine höhere Natriumaufnahme (zum Beispiel durch Speisesalz = Natriumchlorid) signifikant mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden ist, und zwar dosisabhängig ab einer täglichen Natriumaufnahme von etwa 2.000 bis 6.000 mg.

Jede Erhöhung der Natriumausscheidung um 1.000 mg pro Tag war mit einem um 18 Prozent erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Mit jeder Erhöhung der Kaliumausscheidung um 1.000 mg pro Tag war dagegen die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 18 Prozent geringer.

Ein höheres Natrium-Kalium-Verhältnis war zudem signifikant mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Diese Assoziationen waren über alle Untergruppen hinweg konsistent, die nach Alter, Geschlecht, Ausgangshypertonie, Gewichtsstatus und Jahren der Nachbeobachtung definiert wurden.

Die Studienergebnisse liefern weitere Unterstützung für Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit um die Natriumaufnahme zu verringern und die Kaliumaufnahme zu erhöhen, so die Autoren der Studie.

Die Forschungsergebnisse der vorliegenden Studie wurden online im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Natrium, ein Bestandteil von Speisesalz, kommt in einigen Lebensmitteln natürlich vor. In industriell verarbeiteten und zubereiteten Lebensmitteln werden jedoch häufig hohe Mengen an Natrium (Salz) zugesetzt.

Die U.S. Food and Drug Administration hat freiwillige Richtlinien herausgegeben, die die Lebensmittelhersteller zur schrittweisen Reduzierung von Salz (Natrium) in industriell hergestellten Lebensmitteln innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre auffordern.

Quellen: Harvard T.H. Chan School of Public Health /American Heart Association / Yuan Ma, Feng J. He, Qi Sun, Changzheng Yuan, Lyanne M. Kieneker, Gary C. Curhan, Graham A. MacGregor, Stephan J.L. Bakker, Norm R.C. Campbell, Molin Wang, Eric B. Rimm, JoAnn E. Manson, Walter C. Willet, Albert Hofman, Ron T. Gansevoort, Nancy R. Cook, Frank B. Hu, 24-Hour Urinary Sodium and Potassium Excretion and Cardiovascular Risk, New England Journal of Medicine (2021). DOI: 10.1056/NEJMoa2109794

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