Studie: Schizophrenie- und Bipolar-I-Patienten erleiden fortschreitenden kognitiven Rückgang

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 29. Januar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Laut einer Studie von Forschenden des King’s College London kommt es bei Patienten mit Schizophrenie und Bipolar I im Erwachsenenalter zu einem kognitiven Abbau. Das Ausmaß des kognitiven Rückgangs variiert jedoch je nach Krankheitsbild und den einzelnen kognitiven Funktionen.

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten die Funktionsfähigkeit allgemeiner und spezifischer kognitiver Funktionen. Dazu verglichen sie 64 Schizophrenie– und 19 Bipolar-I-Patienten mit 103 gesunden Kontrollpersonen.

Die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer wurden über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren nach der ersten Einweisung weiter beobachtet. Zu Beginn der Beobachtungsphase und bei der Nachuntersuchung wurde eine kognitive Analyse durchgeführt.

Den Forschungsergebnissen zufolge zeigte sich, dass Schizophrenie-Patienten einen erheblichen Rückgang des IQ, der Exekutivfunktionen (Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität, etc.), des visuellen Gedächtnisses, der Sprachfähigkeit und des Sprachwissens aufwiesen. Die Verschlechterung dieser kognitiven Funktionen trat dabei in unterschiedlichen Altersstufen auf.

Während der ersten Episode traten Defizite im Sprachgedächtnis, im Arbeitsgedächtnis, in der Verarbeitungsgeschwindigkeit und in den visuell-räumlichen Fähigkeiten auf; danach blieben sie gleich.

Bei Patienten mit bipolarer Störung I wurden ebenfalls Rückgänge des IQ, des verbalen Wissens und der Sprachfähigkeit festgestellt, allerdings in einem anderen Alter als bei Schizophreniepatienten und nur bei den verbalen Funktionen. Die Verschlechterungen des verbalen Gedächtnisses, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der Exekutivfunktionen blieben stabil.

Anhand einer bevölkerungsbasierten Stichprobe von Psychose-Patienten und gesunden Kontrollpersonen, die ab der ersten Episode fortlaufend beobachtet wurden fanden die Forscher Hinweise auf einen fortschreitenden kognitiven Verfall zwischen Jugend und Erwachsenenalter sowie nach der ersten Episode bei Schizophrenie und Bipolar I.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie von Forscherinnen und Forschern des King’s College London, der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, der University of Westminster, London und der Harvard Medical School in Boston wurden in dem Fachblatt Schizophrenia Bulletin (Oxdord Academic) veröffentlicht.

Quellen: Jolanta Zanelli, Abraham Reichenberg, Sven Sandin, Craig Morgan, Paola Dazzan, Izabela Pilecka, Tiago Reis Marques, Kevin Morgan, Allan H Young, Josephine Mollon, Dynamic and Static Cognitive Deficits in Schizophrenia and Bipolar Disorder After the First Episode, Schizophrenia Bulletin, 2022;, sbab150, https://doi.org/10.1093/schbul/sbab150

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