Schizophrenie: Neuronen machen Psychosen und kognitive Defizite vorhersagbar

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Dirk de Pol, Beitrag vom 11. Januar 2022

In einer bahnbrechenden Studie, die eine frühzeitige Diagnose und bessere Behandlung psychiatrischer Erkrankungen verspricht, haben Forscher zum ersten Mal aus menschlichen Stammzellen gewonnene Neuronen verwendet, um die wichtigsten Merkmale einer psychiatrischen Erkrankung wie Psychose und kognitive Defizite bei Patienten mit Schizophrenie vorherzusagen.

Eine in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern des Lieber Institute for Brain Development/Maltz Research Laboratories (LIBD) zeigt, dass die klinischen Symptome von Personen mit Schizophrenie durch die Aktivität von Neuronen aus den eigenen Stammzellen der Patienten vorhergesagt werden können.

Diese Verbindung – zwischen der Physiologie der Zellen und Symptomen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und veränderter Wahrnehmung – wurde bisher noch nie hergestellt. Das heißt, keine andere Studie hat einen robusten Zusammenhang zwischen neuronalen Modellen, die aus den Stammzellen eines Patienten stammen, und klinisch relevanten Merkmalen der psychiatrischen Störung bei derselben Person nachgewiesen.

Diese Ergebnisse öffnen die Tür zu einer personalisierten Medizin, zu der Möglichkeit, vor der Entwicklung einer Schizophrenie vorherzusagen, wie schwer die Symptome sein werden – lange vor der ersten psychotischen Episode eines Patienten.

Die Hauptautorin der Studie, Stephanie Page, erklärte: „Wir fanden ein Muster der Zellaktivität, das mit dem Grad der Psychose bei den Spendern korrelierte. Wir fanden ein weiteres Aktivitätsmuster, das mit fast absoluter Genauigkeit den Grad der kognitiven Beeinträchtigung der Spender vorhersagte. Diese klinischen Merkmale, die psychotischen Symptome und die kognitiven Defizite, sind die wichtigsten Erscheinungsformen der Schizophrenie“.

Bei den Studienteilnehmern handelte es sich hauptsächlich um junge erwachsene Freiwillige – 13 Personen, die sowohl ein hohes genomisches Risiko für Schizophrenie als auch eine klinische Diagnose der Krankheit hatten, sowie 15 neurotypische Personen mit geringem Risiko. Die Probanden wurden umfassend untersucht, indem eine medizinische, psychiatrische und neurologische Anamnese, körperliche Untersuchungen, eine Entwicklungsgeschichte, MRT-Scans und eine genomweite Genotypisierung durchgeführt wurden.

Die derzeitige Behandlung der Schizophrenie beschränkt sich auf die Symptome der Psychose, wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Behandlungen, die auf kognitive Defizite abzielen, fehlten bislang völlig. Die Studie ist damit ein erster Schritt zur Entwicklung kognitiver Therapien bei Schizophrenie. Das würde viel Leid für diese Patienten und ihre Familien lindern.

Quelle: Eurekalert

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