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Studie: Nackenschmerzen - und welchen Einfluss Body-Maß-Index und Alter haben

Studie: Nackenschmerzen – und welchen Einfluss Body-Maß-Index und Alter haben

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Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 20. April 2021

Forscher der Texas A&M University haben in einer Studie gezeigt, dass sowohl persönliche Faktoren als auch die Tageszeit eine Rolle für die Nackenstärke und -ausdauer spielen.

Immer mehr Berufe erfordern oft stundenlanges, gebücktes Sitzen vor einem Computerbildschirm – Nackenschmerzen sind ein wachsendes Berufsrisiko. Auch Smartphones und andere Geräte haben dazu geführt, dass Menschen ihren Nacken über längere Zeiträume beugen. Doch ist eine schlechte Körperhaltung allein schuld an Nackenschmerzen?

In einer aktuellen Studie haben Forscher der Texas A&M University herausgefunden, dass eine schlechte Nacken- und Kopfhaltung zwar tatsächlich die Hauptfaktoren für Nackenschmerzen sind, doch auch der Body-Mass-Index, das Alter und die Tageszeit beeinflussen die Fähigkeit des Nackens, anhaltende oder wiederholte Bewegungen auszuführen.

Nackenschmerzen sind eine der häufigsten und am schnellsten wachsenden Ursachen für gesundheitliche Beeinträchtigungen weltweit, so Xudong Zhang, Professor an der Texas A&M University.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung weisen auf eine Kombination aus beruflichen und persönlichen Faktoren hin, die die Kraft und Ausdauer des Nackens im Laufe der Zeit stark beeinflussen.

Was noch wichtiger ist: Da diese Faktoren identifiziert wurden, können sie so modifiziert werden, dass der Nacken in einer besseren Verfassung ist und Schmerzen vermieden oder abgewendet werden können, so Prof. Zhang.

Laut der Global Burden of Disease Study des Institute for Health Metrics and Evaluation sind Nackenschmerzen weltweit die vierthäufigste Ursache für gesundheitliche Einschränkungen.

Als einer der Hauptgründe für Nackenschmerzen wurde der Lebensstil genannt, insbesondere wenn Menschen lange Zeit mit nach vorne gebeugtem Nacken arbeiten. Laut Prof. Zhang fehlte jedoch eine systematische, quantitative Studie darüber, wie persönliche Faktoren wie Geschlecht, Gewicht, Alter und arbeitsbezogene Gewohnheiten die Nackenstärke und -ausdauer beeinflussen.

Für ihre Experimente rekrutierten Zhang und sein Forscherteam 20 erwachsene Männer und 20 erwachsene Frauen ohne vorherige Probleme mit dem Nacken, um kontrollierte Kopf-Nacken-Belastungen in einer Laborumgebung durchzuführen.

Anstatt die Teilnehmer zu bitten, eine bestimmte Nackenhaltung für eine lange Zeit zu halten, ähnlich wie es am Arbeitsplatz der Fall sein könnte, führten sie Kopf-Nacken-Belastungen “bis zur Erschöpfung” durch.

Bei den Übungen saßen die Probanden und wurden gebeten, einen verstärkten Helm aufzusetzen, der es ermöglichte, eine messbare Kraft auf den Nacken auszuüben. Anschließend forderten die Forscher die Testpersonen auf, entweder den Nacken gerade zu halten oder den Nacken in einer nach vorne oder nach hinten geneigten Position zu halten.

Als Zhang und sein Team die Daten analysierten, stellten sie fest, dass, wie erwartet, arbeitsbezogene Faktoren wie die Kopf-/Nackenhaltung eine sehr wichtige Rolle bei der Bestimmung der Nackenstärke und der Ausdauer spielen.

Gleichzeitig beobachteten die Wissenschaftler aber auch, dass es zwar keinen signifikanten Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Probanden bei der Nackenausdauer gab, der Body-Mass-Index aber ein signifikanter Einflussfaktor für die Nackenausdauer war. Zu ihrer Überraschung beeinflusste auch die Tageszeit die Fähigkeit des Nackens, eine Anstrengung ohne Ermüdung durchzuhalten.

Es ist naheliegend, dass unser Nacken im Laufe des Tages müder wird, da wir ihn stärker beanspruchen, so die Forscher. Aber etwa die Hälfte der Teilnehmer wurde am Morgen getestet, die anderen am Nachmittag. Außerdem hatten einige der Teilnehmer Tagesjobs und einige arbeiteten nachts. Trotzdem fanden wir durchgängig den Effekt der Tageszeit auf die Nackenausdauer.

Die Forscher sind der Ansicht, dass die gewonnenen Daten zu Nackenstärke und -ausdauer auch für den Aufbau von fortgeschrittenen muskuloskelettalen biomechanischen Modellen des Nackens nützlich sind, die dann verwendet werden können, um zum Beispiel bestimmte Nackenmuskeln, die anfälliger für Verletzungen sind, auseinanderzuhalten.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden online in der Fachzeitschrift Human Factors veröffentlicht. Weitere Mitwirkende an dieser Arbeit waren Suman Chowdhury von der Texas Tech University sowie Yu Zhou, Bocheng Wan und Curran Reddy vom Fachbereich Industrial and Systems Engineering.

(Quellen: Texas A&M University / Human Factors)

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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