Studie: Wie sich Migräne und Kopfschmerzen verringern lassen

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 19.02.2023, Lesezeit: 4 Minuten

Was hilft gegen Migräne und Kopfschmerzen?

Eine neue Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der University of North Carolina Health Care (UNC Health Care, North Carolina) über Kopfschmerzen bei Patienten zeigt, wie eine Ernährungsumstellung auf der Grundlage bestimmter Fettsäureklassen die Kopfschmerzen über einen Zeitraum von 16 Wochen verringert.

  • Migräne ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für gesundheitliche Probleme. Bestehende Behandlungsmethoden reichen oft nicht aus, um die Patienten vollständig von den Schmerzen zu befreien.

Neue Behandlung für Migräne und Kopfschmerzen

Eine neue Forschungsarbeit der UNC Health Care, die in der Fachzeitschrift The BMJ veröffentlicht wurde, zeigt eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit auf, die Betroffene nutzen können, um weniger unter Migräne und Kopfschmerzen zu leiden: eine Ernährungsumstellung.

  • Im Vergleich zu unserer heutigen Ernährung haben unsere Vorfahren ganz andere Mengen und Arten von Fett zu sich genommen, so Dr. Daisy Zamora, Assistant Professor am UNC Department of Psychiatry an der UNC School of Medicine.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht produzieren kann, sind in unserer Ernährung durch den Zusatz von Ölen wie Mais, Soja und Baumwollsamen zu vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie Kartoffelchips, Crackern und Cornflakes stark angestiegen, so die Forscherin.

Die Klassen der mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die in dieser wissenschaftlichen Arbeit untersucht wurden, sind Omega-6 (n-6) und Omega-3 (n-3). Beide haben wichtige Funktionen in unserem Körper, müssen aber in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, da n-3-Fettsäuren nachweislich Entzündungen reduzieren und einige n-6-Derivate nachweislich Schmerzen fördern.

  • Durch den hohen Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln nehmen die meisten Menschen in den USA jedoch viel mehr n-6- und weniger n-3-Fettsäuren zu sich.

Um zu untersuchen, ob die Menge dieser Fettsäuren in der Nahrung einen Einfluss auf die Kopfschmerzen hat, wurden insgesamt 182 Patienten, bei denen Migräne diagnostiziert worden war und die sich in Behandlung befanden, in die randomisierte, kontrollierte Studie unter der Leitung von Doug Mann, Professor für Neurologie und Innere Medizin an der UNC School of Medicine, aufgenommen.

Zusätzlich zu ihrer derzeitigen Behandlung erhielten die Patienten über einen Zeitraum von 16 Wochen eine von drei Diäten: eine Kontrolldiät, bei der die durchschnittliche Menge an n-6- und n-3-Fettsäuren, die eine Person in den USA zu sich nimmt, beibehalten wurde, eine Diät, bei der die n-3-Fettsäuren erhöht und die n-6-Fettsäuren beibehalten wurden, und eine Diät, bei der die n-3-Fettsäuren erhöht und die n-6-Fettsäuren reduziert wurden.

  • Die Teilnehmer erhielten zwei Drittel ihres täglichen Nahrungsbedarfs. Außerdem führten sie ein elektronisches Tagebuch, in dem sie aufzeichneten, wie viele Stunden am Tag sie Kopfschmerzen hatten.

Die Ergebnisse sind den Forschern zufolge viel versprechend. Die Patienten, die sich an eine der beiden Diäten hielten, hatten weniger Schmerzen als die Kontrollgruppe.

Diejenigen, die die Diät mit einem hohen Anteil an n-3-Fettsäuren und einem niedrigen Anteil an n-6-Fettsäuren einhielten, erlebten die größte Verbesserung, so die Wissenschaftler.

  • Die Studienteilnehmer berichteten von weniger Kopfschmerztagen pro Monat, und einige konnten die Dosis ihrer Schmerzmittel reduzieren. Allerdings berichteten die Studienteilnehmer nicht über eine Veränderung ihrer Lebensqualität.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass diese Ernährungsumstellung eine große Wirkung haben könnte. Der beobachtete Effekt der Kopfschmerzreduktion ähnelt dem, den die Forscher bei bestimmten Medikamenten beobachtet haben.

Eine Einschränkung besteht darin, dass die Teilnehmer zwar weniger Kopfschmerzen angaben, die Wahrnehmung, wie sehr sie die Kopfschmerzen belasten, sich bei einigen jedoch nicht änderte, so die Forscher.

  • Die vorliegende Studie testete speziell n-3-Fettsäuren aus Fisch und nicht aus Nahrungsergänzungsmitteln. Die Ergebnisse gelten daher nicht für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, wie die Autoren der Studie betonen.

Quellen

  • University of North Carolina Health Care
  • The BMJ 2021 ; 374 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.n1448 (Veröffentlicht 01. Juli 2021); BMJ 2021;374:n1448

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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