Schwangerschaftsdiabetes: Wodurch es zu negativen DNA-Veränderungen bei Babys kommen kann

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 8. November 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Eine Studie der University of Southampton und des King’s College London, die in dem wissenschaftlichen Fachblatt PLosMed veröffentlicht wurde, hat den Einfluss und die Auswirkungen von hohem Glukosewerten bei Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes und DNA-Veränderungen bei ihren Kindern untersucht. 

Demnach können schwangere Frauen mit Adipositas die Gesundheitsrisiken für ihre Kinder durch verbesserte gesunde Ernährung und mehr körperliche Aktivität verringern.

Risiken und Komplikationen bei Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes tritt weltweit immer häufiger auf und kann das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt des Babys sowie das Risiko von Stoffwechselkrankheiten des Kindes im späteren Leben erhöhen.

Es wird angenommen, dass ein hoher Glukosespiegel bei Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes epigenetische Veränderungen im sich entwickelnden Fötus auslösen kann, was zu negativen gesundheitlichen Folgeerscheinungen für das Kind führen kann.

Ernährung und Bewegung bei Frauen mit Adipositas

Forscher der University of Southampton und des King’s College London haben daher Daten von über 550 schwangeren Frauen mit Adipositas und ihren Kindern aus der britischen Studie „Pregnancies Better Eating and Activity Trial“ analysiert und ausgewertet.

Die Untersuchung zielte darauf ab, die Ernährung und körperliche Aktivität adipöser schwangerer Frauen zu verbessern. Im Vergleich zu Frauen in einer Kontrollgruppe, die während der Schwangerschaft ihre Lebensweise nicht änderten, nahmen Frauen, die bei der Umstellung ihrer Ernährung auf Lebensmittel mit niedrigerem glykämischen Index, einer verringerten Fettaufnahme und einer Steigerung ihrer körperlichen Aktivität unterstützt wurden, weniger Gewicht zu und waren metabolisch gesünder.

Die Wissenschaftler verglichen auch das Niveau und das Muster der DNA-Methylierung, eines wichtigen epigenetischen Mechanismus, der die Genaktivität steuert, bei Neugeborenen von Müttern, die Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hatten, mit denen, die keine Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hatten.

DNA-Veränderungen bei Kindern

Es zeigte sich, dass Schwangerschaftsdiabetes und ein hoher Glukosespiegel bei den Müttern mit Veränderungen der DNA des Kindes verbunden waren. Sie fanden außerdem heraus, dass die Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen diese Methylierungsveränderungen bei den Kindern, die mit Schwangerschaftsdiabetes bei den Müttern assoziiert waren, signifikant reduzierte.

Gesunde Ernährung verringert die Risiken

Den Autoren der Studie zufolge sind das sehr ermutigende Ergebnisse und es sind weitere Studien erforderlich, um festzustellen, ob die Verringerung dieser epigenetischen Veränderungen durch eine gesündere Lebensweise während der Schwangerschaft mit verbesserten Gesundheitsergebnissen für die Kinder im späteren Leben einhergeht.

Das Kinder von Müttern, die an Schwangerschaftsdiabetes litten, ein größeres Risiko haben, an Fettleibigkeit und einer schlechten Glukosekontrolle zu erkranken, ist den Forschern zufolge seit einiger Zeit bekannt. Die vorliegende Studie legt nahe, dass epigenetische Pfade beteiligt sein könnten.

Fettleibigkeit während der Schwangerschaft kann lebenslange negative Folgen für Mutter und Kind haben. Die Studie zeigt jedoch, dass übergewichtige Mütter und ihre Babys noch immer von einer gesunden Ernährung während der Schwangerschaft profitieren können.

(Quelle: University of Southampton / King’s College London / PLosMed)

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