Grüner Star: Ketogene Ernährung kann helfen das Sehvermögen bei Glaukom zu erhalten

Ernährung und Gesundheit, Krankheiten und Krankheitsbilder

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 20. Januar 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Was essen bei grünem Star (Glaukom)?

Einer wissenschaftlichen Studie zufolge schützt eine ketogene Diät beziehungsweise eine ketogene Kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung die Netzhautzellen und ihre Verbindungen zum Gehirn vor Degeneration.

Ernährungsumstellung: Was bringt eine Ketogene Diät bei Glaukom (Grüner Star)?

Eine Ernährungsumstellung bei Mäusen, die ein Glaukom (Grüner Star) entwickeln könnten, auf eine kohlenhydratarme und fettreiche Nahrung schützt die Zellen der Netzhaut und ihre Verbindungen zum Gehirn vor Rückbildung beziehungsweise Verfall (Degeneration).

  • Die Forschungsergebnisse wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift JNeurosci – The Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Die vorliegende Studie ergänzt andere wissenschaftliche Forschungsarbeiten, die festgestellt haben, dass diese Art der Ernährung neuroprotektive Wirkungen bei Krankheiten wie AlzheimerDemenz, Parkinson und amyotropher Lateralsklerose (ALS) hat.

  • Ein Glaukom (Grüner Star) ist eine fortschreitende Krankheit, bei der eine Schädigung der Zellen, die visuelle Informationen an das Gehirn weiterleiten, zum Verlust der Sehkraft und in einigen Fällen zur Erblindung führt.

Höhere Glaukom-Raten bei Menschen mit Diabetes deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dieser Augenkrankheit und metabolischem Stress hin.

Denise Inman von der Northeast Ohio Medical University (USA) und Kollegen fanden heraus, dass die Fütterung von Mäusen, die genetisch so verändert wurden, dass sie ein Glaukom (Grüner Star) entwickeln, eine ketogene Diät, die zwei Monate lang zu fast 90 Prozent aus Fett bestand, die Netzhautzellen vor der Degeneration schützte, indem sie die Energieverfügbarkeit erhöhte.

Als wertvolle Fettlieferanten gelten beispielsweise pflanzliche Öle (Olivenöl, Rapsöl) und Fisch (Lachs, Sardinen). Auch Avocados und Nüsse sind reich an gesunden Fettsäuren. Fleisch hingegen sollte bei einer ketogenen Diät besser vermieden werden.

Obwohl weitere Forschung zu diesem Eingriff erforderlich ist, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass eine ketogene Ernährung dazu beitragen kann, das Sehvermögen von Patienten mit Glaukom zu erhalten.

Wie schnell entwickelt sich ein Glaukom (Grüner Star)?

Unter Glaukom (Grüner Star) versteht man eine Gruppe von Augenkrankheiten, die zu einer Schädigung des Sehnervs führen und einen Sehkraftverlust verursachen. Die häufigste Form ist das Offenwinkelglaukom (Weitwinkelglaukom, chronisches einfaches Glaukom), bei dem der Abflusswinkel für Flüssigkeit innerhalb des Auges offen bleibt.

  • Zu den Risikofaktoren für ein Glaukom (Grüner Star) gehören zunehmendes Alter, hoher Augendruck, Glaukom in der Familiengeschichte und die Einnahme von Steroidmedikamenten.

Man geht davon aus, dass der Mechanismus des Offenwinkelglaukoms in einem langsamen Austritt von Kammerwasser durch das Trabekelwerk besteht, während beim Geschlossenwinkelglaukom die Iris das Trabekelwerk blockiert. Die Diagnose erfolgt durch eine erweiterte Augenuntersuchung. Häufig zeigt der Sehnerv eine abnorme Schröpfung.

Wie gefährlich ist Glaukom (Grüner Star) und wie kann ein Glaukom geheilt werden?

Bei frühzeitiger Behandlung ist es möglich, das Fortschreiten der Erkrankung durch Medikamente, Laserbehandlung oder einen chirurgischen Eingriff zu verlangsamen oder zu stoppen. Ziel dieser Behandlungen ist es, den Augendruck zu senken.

Wie häufig ist Grüner Star?

Etwa 70 Millionen Menschen weltweit haben ein Glaukom (Grüner Star). Die Erkrankung tritt häufiger bei älteren Menschen auf. Das Glaukom im geschlossenen Winkel tritt häufiger bei Frauen auf.

Das Glaukom (Grüner Star) wurde als „stiller Dieb der Sehkraft“ bezeichnet, da der Sehverlust in der Regel langsam über einen langen Zeitraum hinweg eintritt. Weltweit ist das Glaukom die zweithäufigste Erblindungsursache nach dem Grauen Star.

Quellen

  • Society for Neuroscience
  • JNeurosci: Structural and Functional Rescue of Chronic Metabolically Stressed Optic Nerves through Respiration; Mohammad Harun-Or-Rashid, Nate Pappenhagen, Peter G. Palmer, Matthew A. Smith, Victoria Gevorgyan, Gina N. Wilson, Samuel D. Crish and Denise M. Inman; Journal of Neuroscience 30 May 2018; DOI: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.3652-17.2018

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

vgt


Quelle: Youtube/Springer Medizin

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