Forscher finden bei ungeborenen Babys Feinstaubpartikel in Lunge und Gehirn

Schwangerschaft und Kinderwunsch, Umwelt und Gesundheit

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 18.01.2023, Lesezeit: 4 Minuten

Bei ungeborenen Babys (Nasciturus ) befinden sich bereits im ersten Trimester Luftschadstoffe in den sich entwickelnden Lungen und anderen lebenswichtigen Organen, so das Ergebnis von Forschungsarbeiten.

Feinstaubpartikel in Leber, Lunge und Gehirn von ungeborenen Babys

Wissenschaftler der University of Aberdeen (Großbritannien) und der University of Hasselt (Belgien) haben untersucht, ob Nanopartikel aus der Luftverschmutzung, sogenannte schwarze Kohlenstoff- oder Rußpartikel, den Fötus erreichen können.

  • Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift The Lancet Planetary Health veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Luftverschmutzung in Form von schwarzen Kohlenstoff-Nanopartikeln (Ruß, Black Carbon) das Neugeborene und seine Plazenta proportional zur Schadstoffbelastung der Mutter belastet.

Diese schädlichen Nanopartikel dringen bereits im ersten Trimester der Schwangerschaft über die Plazenta in den Fötus im Mutterleib ein und gelangen in dessen sich entwickelnde Organe, einschließlich der Leber, der Lunge und des Gehirns.

Schwarzer Kohlenstoff ist ein rußartiges schwarzes Material, das von Verbrennungsmotoren, Kohlekraftwerken und anderen fossil betriebenen Verbrennungsanlagen in die Luft abgegeben wird.

Es handelt sich dabei um einen Hauptbestandteil von Feinstaub, der zu den besonders schädlichen Luftschadstoffen zählt.

Über die Mechanismen, durch die diese sehr kleinen Partikel (Nanopartikel) die bekannten Gesundheitsprobleme verursachen, ist nur wenig bekannt, obwohl sie zum Teil auf die Chemikalien zurückzuführen sind, mit denen sie bei der Verbrennung beschichtet werden.

In früheren Studien der Universität Hasselt wurde bereits festgestellt, dass schwarze Kohlenstoff-Nanopartikel in die Plazenta gelangen, aber es gab keine stichhaltigen Beweise dafür, dass diese Partikel dann in den Fötus gelangen.

Totgeburten, Frühgeburten, untergewichtige Babys

In dieser aktuelleren Studie wurde dies zum ersten Mal nachgewiesen, und das Forscherteam hält die Ergebnisse für sehr besorgniserregend.

  • Die Feinstaubbelastung durch Luftverschmutzung während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter steht laut Professor Tim Nawrot von der University of Hasselt im Zusammenhang mit Totgeburten, Frühgeburten, untergewichtigen Babys und einer gestörten Gehirnentwicklung, deren Folgen ein Leben lang andauern.

Regulierung der Luftqualität

In dieser Untersuchung haben die Forscher nachgewiesen, dass die Anzahl der schwarzen Rußpartikel (Ruß, Black Carbon), die in die Mutter gelangen, proportional an die Plazenta und an das Baby weitergegeben werden.

  • Aus diesem Grund sollte die Regulierung der Luftqualität diese Übertragung während der Schwangerschaft erkennen und die empfindlichsten Phasen der menschlichen Entwicklung schützen.

Zur Beantwortung der Frage, ob diese Partikel von der Plazenta zum Fötus gelangen, hat sich Professor Nawrot mit Professor Paul Fowler von der University of Aberdeen
zusammengetan, dessen Team menschliche Föten im ersten und zweiten Trimester untersucht.

Besonders beunruhigend ist, dass diese schwarzen Kohlenstoffpartikel (Ruß, Black Carbon) auch in das sich entwickelnde menschliche Gehirn gelangen.

Das bedeutet, dass es möglich ist, dass diese Nanopartikel direkt mit den Kontrollsystemen in den Organen und Zellen des menschlichen Fötus interagieren, so die Autoren der Studie.

Quellen

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