Forschung: Fettreiche Ernährung schädigt das Gehirn und führt zu Diabetes, Depressionen und verschlimmert Alzheimer

Alzheimer-Demenz, Diabetes-Forschung 2022, Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 8. Juli 2022

Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass fetthaltige Lebensmittel nicht nur zu einer Vergrößerung des Bauchumfangs führen, sondern auch das Gehirn schädigen können.

Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten

In einer Studie unter der Leitung der Professor Xin-Fu Zhou und Professor Larisa Bobrovskaya von der University of South Australia konnte ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Mäusen, die 30 Wochen lang mit einer fettreichen Ernährung gefüttert wurden und einer anschließenden Verschlechterung ihrer kognitiven Fähigkeiten nachgewiesen werden; einschließlich der Entwicklung von Angstzuständen, Depressionen, Diabetes und einer Verschlimmerung von Alzheimer.

Die Mäuse mit beeinträchtigter kognitiver Funktion nahmen auch eher übermäßig an Gewicht zu, was auf einen schlechten Stoffwechsel infolge der Veränderungen im Gehirn zurückzuführen ist.

Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Diabetes und Alzheimer

Laut der Neurowissenschaftlerin und Biochemikerin Larisa Bobrovskaya von der University of South Australia ergänzen die gewonnenen Forschungsergebnisse die immer zahlreicheren Belege für einen Zusammenhang zwischen chronischer Fettleibigkeit und Diabetes und Alzheimer.

Adipositas (Fettleibigkeit) und Diabetes beeinträchtigen das zentrale Nervensystem und verschlimmern psychiatrische Störungen und den fortschreitenden kognitiven Verfall. Das konnten die Forschenden in der vorliegenden Studie an Mäusen nachweisen.

Für die Studie wurden die Mäuse ab einem Alter von acht Wochen 30 Wochen lang nach dem Zufallsprinzip einer Standard- oder einer fettreichen Ernährung zugeteilt. Die Nahrungsaufnahme, das Körpergewicht und der Glukosespiegel wurden in verschiedenen Abständen überwacht, ebenso wie Glukose- und Insυlintoleranztests und kognitive Störungen.

Im Vergleich zu den Mäusen, die mit einer üblichen Ernährungsweise gefüttert wurden, nahmen die Mäuse mit der fettreichen Ernährung stark an Gewicht zu, entwickelten eine Insυlinresistenz und begannen sich unnatürlich zu verhalten.

Bei genetisch veränderten Mäusen, die an Alzheimer erkrankt waren, kam es zu einer deutlichen Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten und zu pathologischen Veränderungen im Gehirn, während sie die fettreiche Ernährung erhielten.

Laut Prof. Bobrovskaya haben Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit) ein um 55 Prozent erhöhtes Risiko, an Depressionen zu erkranken, und bei Diabetes verdoppelt sich dieses Risiko.

Eine Kombination aus Fettleibigkeit, Alter und Diabetes führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten, zu Alzheimer und anderen psychischen Störungen, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Die vorliegenden Ergebnisse der Forschenden aus Australien und China wurden in der Zeitschrift Metabolic Brain Disease veröffentlicht.

Fettreiche Ernährung beeinträchtigt die Bildung neuer Neuronen bei weiblichen Mäusen

Laut einer weiteren Studie, die in dem Fachblatt in eNeuro veröffentlicht wurde, schränkt eine fettreiche Ernährung die Entstehung und das Wachstum neuer Nervenzellen bei erwachsenen weiblichen, aber nicht bei männlichen Mäusen ein.

Weiterführende Forschungen könnten zu stoffwechselbasierten Präventions- und Behandlungsmethoden für Gehirnstörungen führen.

Stoffwechselstörungen wie beispielsweise Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 werden mit einem erhöhten Risiko für Hirnleistungsstörungen in Verbindung gebracht, die von Depressionen bis hin zu Alzheimer reichen.

Die Bildung und Entwicklung neuer Nervenzellen – die Neurogenese im Erwachsenenalter – könnte ein Bindeglied zwischen diesen beiden Krankheitsbildern darstellen.

Der Hippocampus, ein Bereich des Gehirns, der an Gedächtnis- und Gefühlsprozessen beteiligt ist, ist ein bekannter Ort der Neurogenese bei Erwachsenen.

Die Forschergruppe fütterte eine Gruppe von Mäusen achtzehn Wochen lang mit einer fettreichen Ernährung und eine andere Gruppe mit einer normalen Ernährung.

Die fettreiche Ernährung führte sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Mäusen zu einer Gewichtszunahme und einem hohen Blutzuckerspiegel, doch nur bei den weiblichen Mäusen war die Neurogenese im Hippocampus beeinträchtigt.

Bei den weiblichen Mäusen mit einer fettreichen Ernährung gab es weniger neugeborene und sich entwickelnde Neuronen, während bei den männlichen Mäusen mit einer fettreichen Ernährung die gleiche Anzahl neuer Neuronen vorhanden war wie bei den Kontrollmäusen.

Diese Entdeckung bietet den Forschenden zufolge zusätzliche Erkenntnisse darüber, warum Frauen ein höheres Risiko für einen stärkeren kognitiven Abbau bei Alzheimer und Depressionen haben.

Quellen

  • Jing Xiong et al, Long term high fat diet induces metabolic disorders and aggravates behavioral disorders and cognitive deficits in MAPT P301L transgenic mice, Metabolic Brain Disease (2022). DOI: 10.1007/s11011-022-01029-x
  • High Fat Diet-Induced Obesity Causes Sex-Specific Deficits in Adult Hippocampal Neurogenesis in Mice, eNeuro, DOI: 10.1523/ENEURO.0391-19.2019

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