Bluttest zeigt mehr als 20 Krebsarten an

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Dirk de Pol, aktualisiert am 12. März 2022, Lesezeit: 2 Minuten

Wissenschaftlern des Dana-Farber Cancer Institute haben eine Studie veröffentlicht, in der sie eine neue Art von Bluttest beschreiben, mit dem sich mehr als 20 Krebsarten erkennen lassen.

Der Bluttest wurde vom Unternehmens Grail Inc. entwickelt und von Wissenschaftlern des Dana-Farber Cancer Institute der Harvard University untersucht. Der Test basiert auf dem Nachweis von Methylgruppen. Methylgruppen sind kleine chemischen Einheiten, die sich an die DNA anlagern können und beeinflussen, welche Gene ein- oder ausgeschaltet werden.

Wenn diese Muster der ein- und ausgeschalteten Genexpression von der Norm abweichen, können sie auf Krebs hinweisen. Dies haben bereits frühere Studien über Bluttests zur Krebserkennung gezeigt.

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie 3.600 Blutproben, die sowohl von gesunden Personen als auch von Patienten mit mehr als 20 verschiedenen Krebsarten entnommen wurden. Die dabei genutzte Sequenzierungstechnologie, die Unregelmäßigkeiten in der Genexpression aufspürt, zeigte das Vorhandensein der Krebsarten mit einer Genauigkeit von 99,4 Prozent an.

Dem Forscherteam zufolge ist die verwendete Sequenzierungstechnologie in der Lage, Krebsarten mit hoher Sterblichkeitsrate mit einer Genauigkeit von 76 Prozent zu erkennen. Die betrifft Krebsarten im ersten Stadium mit einer Genauigkeit von 32 Prozent, Krebsarten im zweiten Stadium mit einer Genauigkeit von 76 Prozent und Krebsarten im dritten Stadium mit einer Genauigkeit von 85 Prozent.

Krebserkrankungen im vierten Stadium kann der Test sogar mit einer Genauigkeit von 93 Prozent erkennen. In 89 Prozent der Fälle konnte der Test auch das Organ oder Gewebe, von dem der Krebs ausging, korrekt identifizieren. Zu den Krebsarten, die der Test aufdecken konnte, gehören Brustkrebs, Gallenblasenkrebs, Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Leukämie.

Weitere Studien zu Bluttest, die Tumore und Metastasen schon in der Frühphase erkennen, liegen mittlerweile auch vor.

Quelle: Dana-Farber Cancer Institute

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