Neuer Bluttest erkennt Tumore und Metastasen frühzeitig

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Dirk de Pol, Beitrag vom 12. Januar 2022

In einer Studie der Universität Oxford, die in der Zeitschrift Clinical Cancern Research der American Association for Cancer Research veröffentlicht wurde, wird ein neuartiger Bluttest vorgestellt, mit dem eine Reihe von Krebsarten und deren Ausbreitung (Metastasierung) im Körper festgestellt werden kann.

Um zu analysieren, wie gut der Test funktioniert, untersuchten die Forscher damit Proben von 300 Patienten mit unspezifischen Symptomen, die mit Krebs in Verbindung gebracht werden können, wie Gewichtsverlust oder Müdigkeit.

Das Studienteam berichtet, dass der Test in der Lage war, bei 19 von 20 Patienten, die tatsächlich betroffen waren, Krebs richtig zu erkennen und in 94 Prozent der Fälle festzustellen, ob er bereits Metastasen gebildet hatte. Damit ist dies der erste Bluttest, der Metastasen erkennen kann, noch bevor der primäre Krebstyp identifiziert ist.

Krebsbehandlungen haben bessere Ergebnisse, wenn die Krankheit früh erkannt wird, aber leider treten die Symptome oft erst später auf. Ein routinemäßiger Bluttest in der Arztpraxis zur Feststellung von Krebs würde zahllose Leben retten, und so hat diese Idee natürlich viele wissenschaftliche Untersuchungen nach sich gezogen. Bei verschiedenen Tests wurde nach verschiedenen Biomarkern gesucht, die mit Krebs in Verbindung gebracht werden, z. B. erhöhte Werte bestimmter Proteine, DNA-Mutationen, RNA-Profile von Blutplättchen oder Schäden an weißen Blutkörperchen.

Bei verschiedenen Tests wurde nach verschiedenen Biomarkern gesucht, die mit Krebs in Verbindung gebracht werden, z. B. erhöhte Werte bestimmter Proteine, DNA-Mutationen, RNA-Profile von Blutplättchen, Schäden an weißen Blutkörperchen oder DNA-Methylierungsmuster.

Der neue Test geht einen anderen Weg und sucht stattdessen nach Blutmetaboliten, kleinen Molekülen, die als Ergebnis von Stoffwechselprozessen entstehen. Diese können mit einer Technik namens Kernspinresonanz-Metabolomik (NMR) nachgewiesen werden, bei der Blutproben mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen untersucht werden.

Gesunde Menschen, Menschen mit Krebs und Menschen mit metastasierendem Krebs haben alle unterschiedliche Profile von Blutmetaboliten, und die Algorithmen des Forschungsteams können bestimmen, zu welchem Profil die Probe eines Patienten passt. Das Beste daran ist, dass der Test nicht spezifisch für eine bestimmte Art von Krebs ist.

„Wir haben bereits gezeigt, dass diese Technologie erfolgreich feststellen kann, ob Patienten mit Multipler Sklerose in ein späteres Krankheitsstadium übergehen, noch bevor geschulte Kliniker dies erkennen können. Es ist sehr aufregend, dass sich die gleiche Technologie nun auch bei anderen Krankheiten wie Krebs als vielversprechend erweist“, sagt Dr. James Larkin, einer der Autoren der Studie.

Die Studie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem universellen Bluttest für die Früherkennung von Krebs, doch werden zunächst weitere Studien mit größeren Patientengruppen durchgeführt.

„Das Ziel ist es, einen Test für Krebs zu entwickeln, den jeder Hausarzt anfordern kann. Wir gehen davon aus, dass die Metabolomanalyse des Blutes eine genaue, rechtzeitige und kostengünstige Einstufung von Patienten mit Krebsverdacht ermöglichen wird und eine bessere Priorisierung der Patienten auf der Grundlage der zusätzlichen Frühinformationen, die dieser Test über ihre Krankheit liefert, erlauben könnte“, sagt Dr. Fay Probert, die leitende Forscherin der Studie.

Quelle: University Oxford

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