Alzheimer: Blutaustausch verringert Amyloid-Plaque-Bildung im Gehirn

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 15. Juli 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Neue Alzheimer-Therapie: Laut einer neuen Studie von Forschenden an der University of Texas Health Science Center at Houston könnte eine Therapie zur Behandlung von Alzheimer durch den Austausch von Blut eine wirksame Maßnahme sein, um die Bildung von Amyloid-Plaques im Gehirn von Mäusen zu verringern. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und eine bislang unheilbare neurodegenerative Erkrankung.

Machbarkeitsnachweis für neue Behandlung von Alzheimer

Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Claudio Soto und Prof. Dr. Akihiko Urayama von der UTHealth Houston führte eine Reihe von Vollblutaustauschbehandlungen durch, bei denen das Blut von Mäusen, die Alzheimer-verursachende Amyloid-Vorläuferproteine aufwiesen, teilweise durch Vollblut von gesunden Mäusen mit demselben genetischen Hintergrund ersetzt wurde.

Laut Soto liefert diese Studie einen Machbarkeitsnachweis für den Einsatz von Verfahren wie Plasmapherese oder Blutdialyse, um das Blut von Alzheimer-Patientinnen und -Patienten zu „reinigen“ und so die Anhäufung toxischer Substanzen im Gehirn zu verringern.

Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass die Krankheit im Kreislauf und nicht im Gehirn behandelt werden kann.

In früheren Studien von Soto und anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der UTHealth Houston konnte bereits gezeigt werden, dass die Fehlfaltung, Aggregation und Ablagerung von Amyloid-Beta-Proteinen im Gehirn eine zentrale Rolle bei dieser Erkrankung spielen. Die Verhinderung und Beseitigung fehlgefalteter Proteinaggregate gilt daher als vielversprechende Behandlung von Alzheimer.

Allerdings ist die Behandlung von Alzheimer bisher sehr schwierig gewesen, da es kaum möglich ist, therapeutische Wirkstoffe durch die Blut-Hirn-Schranke zu transportieren. Mit ihrer jüngsten Forschung entdeckten Urayama, Soto und Kollegen, dass die Veränderung von zirkulierenden Komponenten bei Alzheimer der Schlüssel zur Lösung dieses Problems sein könnte.

Zerebrale Amyloid-Plaques um bis zu 80 Prozent reduziert

Das Gehirn gilt klassischerweise als die undurchlässigste Schranke des Körpers, so Urayama. Gleichzeitig ist die Schranke aber auch eine sehr spezielle Schnittstelle zwischen dem Gehirn und dem Blutkreislauf.

Nach mehrmaligen Bluttransfusionen fanden die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heraus, dass die Entwicklung von zerebralen Amyloid-Plaques in einem transgenen Mäusemodell von Alzheimer um etwa 40 bis 80 Prozent reduziert war.

Die zerebrale Amyloidangiopathie beschreibt eine Form der Angiopathie, bei der sich Amyloid-Beta-Peptid in den Wänden kleiner bis mittelgroßer Blutgefäße des zentralen Nervensystems und der Hirnhäute ablagert.

Das Amyloidmaterial kommt nur im Gehirn vor, so dass die Krankheit nicht mit anderen Formen der Amyloidose in Verbindung gebracht wird.

Verbesserung der Gedächtnisleistung

Dieser Rückgang führte auch zu einer verbesserten Leistung des räumlichen Gedächtnisses bei Mäusen im Alter, die an der Amyloid-Pathologie erkrankt waren, und verringerte die Wachstumsrate der Plaques im Laufe der Zeit.

Während der genaue Mechanismus, durch den dieser Blutaustausch die Amyloid-Pathologie reduziert und das Gedächtnis verbessert, derzeit noch unbekannt ist, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Eine der möglichen Erklärungen ist, dass die Senkung der Amyloid-Beta-Proteine im Blutkreislauf dabei helfen könnte, die Umverteilung des Peptids vom Gehirn in die Peripherie zu erleichtern.

Einer anderen Theorie zufolge verhindert der Blutaustausch den Zufluss von Amyloid-Beta oder hemmt die Wiederaufnahme von abgebautem Amyloid-Beta, neben anderen möglichen Erklärungen.

Unabhängig von den Wirkmechanismen der Blutaustauschbehandlung belegt die vorliegende Studie jedoch, dass ein möglicher Angriffspunkt für die Behandlung von Alzheimer in der Peripherie liegt.

Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.

Quellen

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Quelle: MrWissen2go

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