Zeckenspeichel könnte gegen Entzündungen genutzt werden

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Dirk de Pol, Beitrag vom 24. Februar 2022

Der Speichel von Zecken, die tödliche Krankheiten wie die Lyme-Borreliose verbreiten, könnte wichtige Inhaltsstoffe für fortschrittliche Medikamente enthalten, wie Forscher festgestellt haben. In einer neuen Studie konnte ein Forscherteam zeigen, wie Proteine im Zeckenspeichel verändert werden können, um die Ursache von Entzündungskrankheiten beim Menschen zu bekämpfen. Die Ergebnisse wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

Bei einem Biss sondern Zecken in ihrem Speichel Proteine, so genannte Evasine, ab. Die Evasine binden sich an Proteine im Blutkreislauf des Wirts, die so genannten Chemokine. Die Chemokine wiederum lösen eine Immunreaktion aus, bei der weiße Blutkörperchen zum Ort der Verletzung strömen.

Die Evasine schalten die Chemokine schalten jedoch effektiv aus und verhindern so die Wanderung der weißen Blutkörperchen und damit eine Wundheilung. So können Zecken weiterhin unbemerkt Blut eines Wirts aufnehmen, ohne schmerzhafte Entzündungen zu verursachen. Es ist diese entzündungshemmende Fähigkeit, die das Interesse der Forscher geweckt hat.

Wissenschaftler der australischen Monash University haben nun eine Entdeckung gemacht, die zeigt, wie die Proteine der Zecken so verändert werden können, dass sie besser gegen Entzündungskrankheiten wie Asthma, Arthritis, Multiple Sklerose und Atherosklerose eingesetzt werden können.

Allerdings enthält der Zeckenspeichel verschiedene Evasinen. Das Problem ist, dass nur einige der Chemokine, an die sie binden, an Entzündungskrankheiten beteiligt sind. Andere Chemokine hingegen sind zur Aufrechterhaltung einer normalen Funktion des Immunsystems erforderlich.

Die Wissenschaftler sind jedoch überzeugt, dass sie mit ihrer Studie nun die strukturelle Grundlage dafür gefunden haben, warum Evasine verschiedene Chemokine erkennen und sich an sie binden. Auf dieser Grundlage glauben die Forscher nun modifizierte Evasine herstellen zu können, die sich nur an die Chemokine binden, die Entzündungskrankheiten auslösen.

Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es noch keine entzündungshemmenden Therapeutika, die direkt auf das Chemokin-System abzielen. Aus diesem Grund sind die Wissenschaftler überzeugt, dass ihrer Studie größe Bedeutung zukommt.

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