Was ist eine Bartholins Zyste?

Krankheiten und Krankheitsbilder

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 7. November 2021, Lesezeit: 4 Minuten

Eine Bartholin-Zyste, auch Bartholin-Duktuszyste genannt, ist ein mit Flüssigkeit gefülltes kleines Säckchen, dass sich am Eingang der weiblichen Vagina bilden kann. Sie können die Zyste womöglich ertasten in Form eines kleinen weichen Knubbels, der keine Schmerzen verursacht.

Sollte die Zyste allerdings wachsen, könnten Sie sie als störend wahrnehmen und es können auch Schmerzen auftreten. Der Bereich um die Vagina schmerz möglicherweise beim Hinsetzen, laufen oder auch beim Sex.

Die Zyste befällt das äußere Lippenpaar, welches die Vagina (Labia majora) umschließt. Dabei kann eine Seite anschwellen und größer aussehen als im Normalzustand. Wenn eine Infektion der Zyste auftritt, bildet sich unter Umständen in einer der Bartholin-Drüsen eine schmerzhafte Eiter-Ansammlung, also ein Abszess. Dann ist der betroffene Bereich rot und geschwollen und fühlt sich heiß an. Mitunter löst so eine Abszess Fieber in Höhe von 38 ° C und mehr aus.

Wann sollten Sie den Hausarzt aufsuchen?

Kleine Bartholin-Zysten werden manchmal nur während eines routinemäßigen Zervix-Screening-Tests oder einer aus einem anderen Grund durchgeführten Untersuchung gefunden. Suchen Sie immer einen Hausarzt auf, wenn Sie im Bereich um Ihre Vagina einen Knoten entwickeln, damit dieser eine Diagnose bestätigen und schwerwiegendere Erkrankungen ausschließen kann.

Wenn sie glauben, dass die Zyste oder eine der Bartholin-Drüsen infiziert sein könnte, können sie mit einem Tupfer eine Entladungsprobe zur Analyse entfernen, um die verantwortlichen Bakterien zu identifizieren. In einigen Fällen empfiehlt Ihr Hausarzt möglicherweise eine Biopsie. Eine kleine Probe von Zystengewebe wird entnommen und unter einem Mikroskop auf Anzeichen einer seltenen Art von Vulvakrebs, dem Bartholin-Drüsenkrebs untersucht.

Die Bartholin-Drüsen sind ein Paar erbsengroße Drüsen, die sich direkt hinter und auf beiden Seiten der Lippen befinden und den Eingang zur Vagina umgeben. Die Drüsen sind normalerweise nicht wahrnehmbar, da sie selten einen Durchmesser von mehr als einem cm haben. Die Bartholin-Drüsen scheiden Flüssigkeit aus, die beim Geschlechtsverkehr als Gleitmittel wirkt. Die Flüssigkeit fließt über winzige Gefäße, sogenannte Kanäle, in die Vagina.

Wenn die Kanäle verstopfen, können sie sich mit Flüssigkeit füllen und sich zu einer Zyste ausdehnen. Es ist oft nicht klar, warum die Kanäle verstopft sind, aber in einigen Fälle ist dies mit sexuell übertragbaren bakteriellen Infektionen (STIs) wie Gonorrhoe oder Chlamydien oder anderen bakteriellen Infektionen wie Escherichia coli (E. coli) verbunden.

Wenn Sie keine erkennbaren Symptome haben, ist es unwahrscheinlich, dass Sie eine Behandlung benötigen. Wenn die Zyste schmerzhaft ist, kann ein Hausarzt einige einfache Selbstpflegemaßnahmen empfehlen, zum Beispiel das Behandeln der Zyste mit warmem Wasser mehrmals täglich für drei oder vier Tage und die Einnahme von Schmerzmitteln, die Sie in einer Apotheke bekommen.

Eine Bartholin-Zyste kann manchmal nach solch einer Behandlung zurückkehren. Wenn die Maßnahmen nicht anschlagen, stehen verschiedene Behandlungen zur Behandlung der Schmerzen und Infektionen zur Verfügung. Bei Bedarf kann die Zyste entfernt werden. Die meisten dieser Behandlungen beinhalten einen kleinen chirurgischen Eingriff.

Wer ist betroffen?

Eine Bartholin-Zyste betrifft normalerweise sexuell aktive Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Bartholin-Zysten treten normalerweise nicht bei Kindern auf, da die Bartholin-Drüsen erst in der Pubertät zu arbeiten beginnen. Die Zysten treten auch nach den Wechseljahren gewöhnlich nicht mehr auf, da die Hormonumstellung dazu führt, dass die Bartholin-Drüsen schrumpfen.

Bartholin-Zysten vorbeugen

Es ist nicht genau klar, warum sich Bartholin-Zysten entwickeln, daher ist es normalerweise nicht möglich, sie zu verhindern. Da jedoch angenommen wird, dass einige mit sexuell übertragbaren Krankheiten zusammenhängen, kann das Üben von Safer Geschlechtsverkehr (ein Kondom verwenden) dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit einer Entstehung zu verringern.


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