Traumatherapie: Wie sich traumatischen Erinnerungen verändern lassen

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 9. April 2021, Lesezeit: 3 Minuten

Traumatische Erlebnisse: Wissenschaftler der Texas A&M University haben herausgefunden, dass es möglich ist, Angst-Erinnerungen indirekt abzurufen und abzuschwächen. Die Entdeckung hat therapeutische Implikationen für die Behandlung von Traumata.

Traumatische Erlebnisse verarbeiten

Wissenschaftler sind dem Ziel einen Schritt näher gekommen, einen Weg zu finden, die Auswirkungen traumatischer Erinnerungen zu verringern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Texas A&M University, die in der englischsprachigen Fachzeitschrift Nature Neuroscience veröffentlicht wurde. Die Autoren der Studie sind Maren, Reed L. Ressler, Travis D. Goode, Sohmee Kim und Karthik R. Ramanathan.

Der Bericht beschreibt eine Studie von Forschern der Abteilung für psychologische und Gehirnwissenschaften und des Instituts für Neurowissenschaften. Stephen Maren, Professor für psychologische und Gehirnwissenschaften, zufolge deuten die Ergebnisse der Forschergruppe darauf hin, dass Verfahren, die von Klinikern verwendet werden, um traumatische Erinnerungen indirekt zu reaktivieren, ein Fenster darstellen, durch das diese Erinnerungen verändert oder sogar vollständig gelöscht werden können.

In der Traumatherapie werden oft imaginäre Erinnerungen verwendet, um traumatische Erlebnisse sicher abzurufen. Zum Beispiel, so die Forscher, kann ein Militärveteran, der durch einen Sprengsatz verwundet wurde, gebeten werden, Trauma-Signale – wie die Lichter und Geräusche der Explosion – ohne die negativen Folgen erneut zu erleben. Die Idee ist, dass die Angstreaktionen durch diese Form der Expositionstherapie gedämpft werden können.

Die große Herausforderung dabei ist den Forschern zufolge, dass die ursprüngliche Trauma-Erinnerung nicht gelöscht wird, wenn man die Extinktionsverfahren durchführt. Sie ist immer da und kann wieder hochkommen, und genau das verursacht einen Rückfall bei Menschen, die die Angst erneut erleben.

Vor diesem Hintergrund wollten die Forscher der Texas A&M University herausfinden, ob es möglich ist, eine Erinnerung zu isolieren und Angstreaktionen auszulösen, indem sie sie künstlich reaktivieren – und damit möglicherweise die ursprüngliche Erinnerung selbst stören. Laut den Studienautoren deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass Verfahren, die derzeit von Klinikern verwendet werden, um traumatische Erinnerungen indirekt zu reaktivieren, eine Möglichkeit darstellen, diese zu verändern oder zu beseitigen.

Dazu verwendeten die Forscher ein Konditionierungsverfahren, bei dem ein Hinweis indirekt mit einem angstbesetzten Ereignis assoziiert wird. Wenn der Hinweis später erneut wiederholt wird, reaktiviert er indirekt die Erinnerung an das Ereignis und erhöht die Aktivität im Hippocampus, einem für das Gedächtnis wichtigen Gehirnbereich.

Die vorliegende Forschungsarbeit zeigte, dass die indirekte Reaktivierung einer kontextuellen Angst-Erinnerung durch die erneute Aussetzung des Ereignisses das Gedächtnis anfällig für Störungen machen kann. Weitere Forschung sei nötig, um zu klären, ob die Wissenschaftler einen dauerhaften Verlust der traumatischen Erinnerung bewirken können, so die Forscher.

(Quellen: Texas A&M University / Nature Neuroscience)

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