Studie: Wie sich ADHS-Symptome bei Kindern verringern lassen

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Torsten Lorenz, Beitrag vom 31. Mai 2022

Was Kinder mit ADHS essen sollten: Einer Studie von Forschern der Ohio State University zufolge sollten Kinder mit ADHS mehr Obst und Gemüse essen.

Was hilft gegen ADHS-Symptome? Den Wissenschaftlern zufolge kann es Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) dabei helfen, Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit zu verringern.

Forscher baten im Rahmen einer größeren Studie die Eltern von 134 Kindern mit ADHS-Symptomen, über einen Zeitraum von 90 Tagen einen detaillierten Fragebogen über die typischen Lebensmittel auszufüllen, die die Kinder gegessen hatten, einschließlich der Portionsgrößen.

Mit einem weiteren Fragebogen wurden die Eltern gebeten, die Symptome der Unaufmerksamkeit – ein Kennzeichen von ADHS – bei ihren Kindern zu bewerten, wie etwa Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Anweisungen nicht zu befolgen, Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken, und Probleme, Gefühle zu regulieren.

ADHS natürlich behandeln

Es zeigte sich, dass Kinder, die mehr Obst und Gemüse zu sich nahmen, weniger schwere ADHS-Symptome von Unaufmerksamkeit zeigten, sagte Irene Hatsu, Mitautorin der Studie und Associate Professor, Department of Human Sciences, an der Ohio State University.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nutritional Neuroscience veröffentlicht.

Die Forschungsdaten wurden im Rahmen der „Micronutrients for ADHD in Youth“ (MADDY)-Studie erhoben, die die Wirksamkeit eines Vitamin- und Mineralstoffpräparats mit 36 Bestandteilen zur Behandlung von ADHS-Symptomen und schlechter emotionaler Kontrolle bei 134 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren untersuchte.

Die Untersuchung, in der die Wirksamkeit dieser Nahrungsergänzung getestet wurde, zeigte unter anderem, dass Kinder, die die Mikronährstoffe zu sich nahmen, mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit eine signifikante Verbesserung ihrer ADHS- und emotionalen Dysregulationssymptome aufwiesen als Kinder, die ein Placebo verabreicht bekamen. 

Diese Forschungsarbeit wurde letztes Jahr im Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry veröffentlicht.

Aus einer anderen Studie mit denselben Kindern, die Anfang dieses Jahres in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht wurde, ging hervor, dass Kinder, in deren Familien ein höheres Maß an Ernährungsunsicherheit herrschte, mit größerer Wahrscheinlichkeit schwerwiegendere Symptome emotionaler Dysregulation aufwiesen als andere, wie chronische Reizbarkeit, schlechte Laune und Wutausbrüche.

(Der Begriff Ernährungssicherheit bezieht sich auf die Verfügbarkeit von Nahrung und den Zugang zu Lebensmitteln, insbesondere Grundnahrungsmitteln. Demnach gilt ein Haushalt als „ernährungsgesichert“, wenn die Haushaltsmitglieder nicht Hunger leiden oder Unterernährung befürchten müssen.)

Laut Hatsu von der Ohio State University zeichnen die drei Studien alle ein ähnliches Bild: Eine gesunde Ernährung, die alle Nährstoffe enthält, die Kinder benötigen, kann dazu beitragen, die Symptome von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern zu verringern.

Wenn bei Kindern mit ADHS schwerwiegendere Symptome auftreten, erhöhen Ärzte in der Regel die Dosis der Medikamente, die sie zur Behandlung einnehmen, oder verordnen ihnen Medikamente, erklärt Hatsu.

Laut den Untersuchungen der Forschenden lohnt es sich demnach, den Zugang der Kinder zu Nahrungsmitteln sowie die Qualität ihrer Ernährung zu überprüfen, um festzustellen, ob dies möglicherweise zur Schwere ihrer Symptome beiträgt.

Für die MADDY-Studie wurden Kinder, die alle Kriterien für ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) erfüllten, an drei Standorten rekrutiert: Columbus, Ohio; Portland, Oregon; und Lethbridge, Alberta, Kanada. Die Probanden nahmen entweder keine Medikamente ein oder setzten sie zwei Wochen vor Beginn der Studie ab.

Die Untersuchung des Obst- und Gemüseverzehrs und der Rolle der Ernährungsunsicherheit basierte auf Daten, die erhoben wurden, als die Kinder zum ersten Mal in die Studie aufgenommen wurden, bevor sie mit der Einnahme des Mikronährstoffzusatzes oder des Placebos begannen.

Warum die Ernährung bei ADHS so wichtig ist

Nach Ansicht von Forschern hängt ADHS mit einem niedrigen Gehalt an bestimmten Neurotransmittern im Gehirn zusammen. Vitamine und Mineralien spielen eine Schlüsselrolle als sogenannte Co-Faktoren, die dem menschlichen Organismus bei der Bildung dieser wichtigen Neurotransmitter und bei der allgemeinen Gehirnfunktion helfen, so Hatsu.

Ernährungsunsicherheit kann eine zusätzliche Rolle spielen. Menschen neigen dazu, gereizt zu sein, wenn er hungrig sind, und Kinder mit ADHS sind da keine Ausnahme. Wenn sie nicht genug zu essen bekommen, könnten sich ihre Symptome verschlimmern, so die Forscherin.

Auch kann der Stress der Eltern, die sich darüber aufregen, dass sie ihren Kindern nicht genug zu essen geben können, zu familiären Spannungen führen, die bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) zu weiteren Symptomen führen können.

Einige ADHS-Symptome lassen sich den Studienautoren zufolge möglicherweise besser in den Griff bekommen, wenn man den Familien hilft, sich besser zu ernähren und eine gesündere Ernährung zu gewährleisten.

Quellen

Ohio State University / Lisa M. Robinette, Irene E. Hatsu, Jeanette M. Johnstone, Gabriella Tost, Alisha M. Bruton, Brenda M. Y. Leung, James B. Odei, Tonya Orchard, Barbara L. Gracious, L. Eugene Arnold. Fruit and vegetable intake is inversely associated with severity of inattention in a pediatric population with ADHD symptoms: the MADDY Study. Nutritional Neuroscience, 2022; 1 DOI: 10.1080/1028415X.2022.2071805 

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