Studie: Adipositas-Operation senkt das Darmkrebs-Risiko erheblich

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Torsten Lorenz, Veröffentlicht am: 07.06.2022, Lesezeit: 3 Minuten

Wirkung und Nutzen einer OP zur Behandlung von Adipositas: Menschen, die sich einer Operation zur Gewichtsreduzierung (Adipositas-Operationen) unterzogen, hatten ein um mehr als ein Drittel (37 Prozent) geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, als Menschen mit Fettleibigkeit, die sich keiner Adipositas-Operationen unterzogen. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Studie, die auf der Jahrestagung der American Society for Metabolic and Bariatric Surgery (ASMBS) vorgestellt wurde.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Military Institute of Aviation Medicine, der Texas Tech School of Medicine und des Mayo Clinic College of Medicine untersuchten in einer umfassenden Analyse Daten aus 13 früheren Studien über Operationen zur Gewichtsreduktion und Darmkrebs, in denen mehr als 3,2 Millionen Patientinnen und Patienten bis zu 10 Jahre lang beobachtet wurden. 

Die einbezogenen wissenschaftlichen Studien wurden zwischen 2008 und 2021 veröffentlicht, was den Forschern zufolge einen längeren und aktuelleren Zeitraum abdeckt als frühere systematische Übersichten zu diesem Thema.

Laut dem Mitautor der Studie, Michal Janik, Allgemein- und Adipositaschirurg an der Military Institution of Aviation Medicine, bietet die bariatrische Chirurgie, wie beispielsweise Magenband, Magenbypass oder eine Schlauchmagen-Operation (Magenverkleinerung), einen signifikanten Schutz vor Darmkrebs bei Menschen mit Adipositas, der mindestens 10 Jahre lang anhält, was der Länge der Nachbeobachtung in mehreren der analysierten Forschungsarbeiten entspricht. 

Diese Erkenntnis ist wichtig, da die Entwicklung von Darmkrebs einige Zeit dauert und der Schutzeffekt auch nach zehn Jahren noch vorhanden ist.

Bei der Untersuchung wurden keine anderen Risikofaktoren als Adipositas berücksichtigt, und es wurde weder die Gewichtsabnahme gemessen noch wurden die Ergebnisse mit einer bestimmten Methode der Gewichtsreduktions-OP in Zusammenhang gebracht. 

Nach Ansicht der Forschenden sollten künftige Studien die Unterschiede in der Häufigkeit von Darmkrebs bei den verschiedenen Arten der bariatrischen Chirurgie und bei Patienten mit unterschiedlich lange andauernder Fettleibigkeit berücksichtigen.

Nach Schätzungen der American Cancer Society wird in diesem Jahr bei mehr als 150.000 Menschen Darmkrebs diagnostiziert, die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache in den Vereinigten Staaten. Hierzulande sind es der Deutschen Krebshilfe zufolge insgesamt circa 58.000 Menschen pro Jahr, bei denen Darmkrebs diagnostiziert wird.

Fettleibigkeit oder Übergewicht erhöhen das Risiko für viele Krebsarten, einschließlich Darmkrebs, sowie für andere lebensbedrohliche Krankheiten und Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herzerkrankungen und Schlaganfall.

Das Krebsrisiko steigt, je mehr Übergewicht eine Person hat und je länger sie übergewichtig oder fettleibig ist.

Quellen

American Society for Metabolic and Bariatric Surgery (ASMBS) / American Cancer Society / Wojskowym Instytucie Medycyny Lotniczej / Texas Tech School of Medicine / Mayo Clinic College of Medicin

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