Kopf-Hals-Tumoren vorbeugen: Anzeichen, Symptome und Krebsvorsorge

Krebsforschung

ddp, Beitrag vom 28. April 2022

Viele der Symptome von Kopf-Hals-Krebs (Kopf-Hals-Tumoren) sind kaum zu übersehen – ein Knoten im Hals, anhaltende Heiserkeit, ein Mundgeschwür, das nicht abheilt – was zumindest im Hinblick auf die Früherkennung eine gute Nachricht ist, solange die Symptome nicht ignoriert werden.

Ein Geschwür im Mund oder Heiserkeit kann jeder haben, aber wenn diese Dinge nicht innerhalb von ein oder zwei Wochen verschwinden, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen, erklärt Dr. David Goldenberg, Vorsitzender der Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Penn State Health Milton S. Hershey Medical Center.

Die meisten dieser Anzeichen und Symptome kann man selbst feststellen, aber man sollte sie nicht ignorieren. Eine frühe Diagnose kann eine viel bessere Prognose bedeuten, so der Mediziner.

Krebserkrankungen des Kopf-Hals-Bereichs, die bei Männern doppelt so häufig auftreten wie bei Frauen und vor allem die über 50-Jährigen betreffen, machen laut dem National Cancer Institute etwa 4 Prozent aller Krebserkrankungen in den USA aus.

Im vergangenen Jahr wurde bei 68.000 Amerikanern die Diagnose einer Kopf- und Halskrebserkrankung gestellt. Etwa 15.000 Menschen starben an dieser Krankheit.

Der Oberbegriff Kopf-Hals-Krebs (Kopf-Hals-Tumore) umfasst mehrere verschiedene Bereiche; darunter die Mundhöhle, zu der die Lippen und das gesamte Mundinnere bis hin zu den Mandeln gehören, den Oropharynx, zu dem der hintere Teil des Mundes, der Zungengrund und die Mandeln gehören, und den Larynx, der den Kehlkopf und die Stimmbänder umfasst. Weitere Bereiche sind die Nase, die Nasennebenhöhlen und der Nasopharynx.

Unter dem Begriff Kopf-Hals-Tumoren sind verschiedene Krebsarten zusammengefasst. Dazu zählen beispiesweise Mundhöhlenkarzinome, Pharynxkarzinom (Rachen), Larynxkarzinom (Kehlkopf), Schilddrüsenkarzinom und Nasenrachenkrebs.

Laut Goldenberg breitet sich die Mehrzahl dieser Krebsarten im Halsbereich aus. Man geht daher davon aus, dass jeder Knoten an der Halsseite bei Menschen über 40 Jahren Krebs ist, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Die Anzeichen und Symptome kennen

Häufige Anzeichen für Mundhöhlenkrebs sind rote oder weiße Flecken oder eine nicht heilende Wunde im Mund oder auf der Zunge.

Menschen mit Speiseröhrenkrebs haben oft das Gefühl, dass ihnen etwas im Hals stecken bleibt, sie haben Schluckbeschwerden oder sprechen gedämpft, so Goldenberg.

Auch Heiserkeit, Schluckbeschwerden und das Aushusten von Blut können Anzeichen für Kehlkopfkrebs sein.

Eine Krebserkrankung im Kopf-Hals-Bereich kann sich durch Schmerzen äußern, die bis zum Ohr ausstrahlen. Das erste Anzeichen für Kopf-Hals-Krebs ist häufig ein Knoten in der Seite des Halses, so der Mediziner.

Mit dem Rückgang des Konsums von Tabak – einem der größten Risikofaktoren, vor allem in Verbindung mit Alkohol, der die krebserregende Wirkung des Tabaks zu verstärken scheint – ist auch die Gesamthäufigkeit von Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich zurückgegangen. Allerdings nehmen die Fälle von Speiseröhrenkrebs zu.

HPV

Laut Goldberg ist der neueste Krebsverursacher das humane Papillomavirus (HPV). Dabei handelt es sich um dasselbe Virus, das bei Frauen Gebärmutterhalskrebs verursacht. Der Anstieg der Speiseröhrenkrebsfälle ist auf mehrere Sexualpartner, mehrere Oralsexpartner und Marihuanakonsum zurückzuführen.

HPV-bedingte Kopf- und Halskrebserkrankungen treten oft erst 20 bis 30 Jahre nach der Exposition gegenüber dem krebserregenden Virus auf, so Goldenberg.

Aus diesem Grund rät Goldberg Jugendlichen dringend dazu, sich gegen HPV impfen zu lassen. Die HPV-Impfung kann im Alter von 9 Jahren begonnen werden und wird bis zum Alter von 26 Jahren empfohlen. Im Jahr 2018 wurde die Impfung auf Erwachsene bis zum Alter von 45 Jahren ausgeweitet.

Behandlung

Im Allgemeinen werden Kopf-Hals-Krebs-Erkrankungen mit einer Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder einer Kombination aus allen drei Methoden behandelt.

Bei Kopf-Hals-Tumoren die durch Rauchen und/oder Alkoholkonsum entstehen, ist die Bekämpfung des Tumors meist schwieriger, da er oft aggressiver ist, während HPV-bedingte Krebsarten eine weitaus bessere Prognose haben, so Goldenberg von der Pennsylvania State University.

Kopf-Hals-Tumoren Vorbeugen

– Nicht Rauchen, keinen Alkohol.
– Kein Kautabak
– Gegen HPV impfen lassen
– Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
– Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen in Anspruch nehmen
– Erste Anzeichen von Kopf-Hals-Krebs nicht ignorieren

Quelle: Pennsylvania State University

ddp

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