Konvergenzinsuffizienz – Ursachen, Diagnose und Behandlung

Krankheiten und Krankheitsbilder

ddp, Beitrag vom 23. Mai 2022

Krankheitsbild: Unter Konvergenzinsuffizienz (CI) versteht man einen Sehfehler, bei dem die Augen einer Person dazu neigen, nach außen zu wandern, wenn sie Objekte in der Nähe betrachten, und die Fähigkeit, die Augen zu konvergieren (aufeinander zu richten), nicht ausreichend ausgeprägt ist.

Menschen die an einer Konvergenzinsuffizienz (CI) leiden, können Symptome zeigen, wenn sie versuchen, Tätigkeiten im Nahbereich auszuführen, wie zum Beispiel lesen, an einem Computer oder Smartphone arbeiten, Videos ansehen oder Videospiele spielen.

Symptome

Zu den Symptomen im Zusammenhang mit dieser Erkrankung gehören leistungsbezogene Probleme (Konzentrationsverlust, Ortsverlust beim Lesen, langsames Lesen) und augenbezogene Symptome (Augenschmerzen, Diplopie, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen).

Bei einer Konvergenzinsuffizienz handelt es sich nicht um eine durch Muskelschwäche verursachte Störung. Vielmehr ist im Falle einer Konvergenzinsuffizienz-Erkrankung die neuromuskuläre Fähigkeit (die Steuerung der Muskelfunktion durch die Nerven) beeinträchtigt, eine schlechte Konvergenz zu kompensieren.

Warum haben Menschen mit einer Konvergenzinsuffizienz (CI) Schwierigkeiten, sich auf nahe Objekte zu konzentrieren? Um Objekte als klare, einzelne Bilder zu sehen, führt unser Gehirn die Informationen beider Augen zusammen. Dieser Prozess erfordert, dass die Augen konvergieren und auf denselben Punkt fokussieren.

Wenn sich Objekte dem Gesicht nähern, müssen sich die Augen nach innen drehen, um die Konvergenz und die Ausrichtung der Augen beizubehalten. Die meisten Menschen können Objekte bis zu einem Abstand von 2,5 Zentimetern von der Nase konvergieren.

Menschen mit einer Konvergenz Insuffizienz können jedoch Probleme haben, die Konvergenz und die Ausrichtung der Augen beizubehalten, wenn sie nahe Objekte betrachten. Menschen mit Konvergenzinsuffizienz sehen oft verschwommen oder doppelt, ihre Augen sind überanstrengt und sie fühlen sich unwohl, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg lesen oder Tätigkeiten in der Nähe ausüben.

Risikogruppen

Eine Konvergenz Insuffizienz ist eine häufige Augenerkrankung bei Kindern und Erwachsenen. Wenn keine Gehirnerschütterung oder andere Hirnverletzung vorliegt, wissen wir nicht, warum manche Menschen ein Konvergenzinsuffizienz entwickeln, aber wir wissen, dass zwischen 4 und 17 Prozent der Kinder und Erwachsenen an einer Konvergenzinsuffizienzleiden.

Eine Konvergenzinsuffizienz beginnt in der Regel in der Kindheit, kann aber in jedem Alter auftreten, und ohne Behandlung kann das CI viele Jahre lang bestehen bleiben. Jüngste Studien haben ergeben, dass eine Konvergenz Insuffizienz sehr häufig nach Gehirnerschütterungen auftritt, die sich nicht innerhalb weniger Wochen zurückbilden.

Eine Konvergenz Insuffizienz wird als Problem der Zusammenarbeit der Augen bezeichnet und steht in der Regel nicht im Zusammenhang mit Brechungsfehlern wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) oder Presbyopie (allgemeine oder altersbedingte Weitsichtigkeit).

Es gibt noch viele andere Arten von Augenfehlern, aber die Konvergenzinsuffizienz ist die häufigste. Auch Menschen mit einer Sehschärfe von 20/20 können ein Konvergenzinsuffizienz haben.

Diagnose

Ein Optometrist oder Augenarzt kann eine Konvergenz Insuffizienz durch Fragen und Untersuchungen des Patienten diagnostizieren.

Der Arzt kann nach Symptomen wie verschwommenem Sehen, Kopfschmerzen, Doppeltsehen und Ermüdung der Augen bei längerem Scharfstellen in der Nähe fragen. Um eine Konvergenzinsuffizienz zu diagnostizieren, muss der Arzt folgende Messungen vornehmen:

Nahkonvergenzpunkt: der Punkt, der dem Gesicht am nächsten liegt und an dem die Augen weiterhin zusammenlaufen. Menschen mit einer Konvergenzinsuffizienz haben typischerweise einen nahen Konvergenzpunkt, der mehr als 6 cm vom Gesicht entfernt ist.

Positive fusionale Vergenz: Positive Fusionsvergenz bezieht sich auf die neuromuskuläre Fähigkeit der Augen, nach innen zu konvergieren. Dies ist das Hauptproblem im Zusammenhang mit dem Konvergenz Insuffizienz. Der Arzt verwendet eine Reihe von Prismen mit zunehmender Größe und bittet den Patienten, beim Blick durch diese Prismen das Einzelsehen beizubehalten.

Exodeviation: Dies bezieht sich auf die Tendenz der Augen, nach außen zu wandern, und ist ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung. Menschen mit einer Konvergenz Insuffizienz haben eine stärkere Exodusneigung beim Blick auf nahe Objekte als beim Blick auf ferne Objekte.

Akkommodation: Unter Akkommodation versteht man die Fähigkeit, den Fokus von der Ferne auf die Nähe zu verlagern. Ein hoher Prozentsatz der Menschen mit einer Konvergenzinsuffizienz hat auch Probleme, die Augen auf nahe Objekte zu fokussieren.

Behandlung einer Konvergenzinsuffizienz

Eine Konvergenz Insuffizienz wird mit einer Sehtherapie behandelt. Das Ziel der Sehtherapie ist die Normalisierung der neuromuskulären Fähigkeit zur Konvergenz (positive Fusionsvergenz).

Die Sehtherapie umfasst in der Regel Übungen zur Konvergenz und Fokussierung auf Objekte mit beiden Augen in verschiedenen Entfernungen. Mit speziellen Geräten wird die Ausrichtung der Augen stimuliert und überwacht.

Der NEI Convergence Insufficiency Treatment Trial (CITT) hat gezeigt, dass die wirksamste Behandlung bei einer Konvergenz Insuffizienz eine von einem geschulten Therapeuten geleitete Therapie in der Praxis ist, die durch zusätzliche Übungen für zu Hause ergänzt wird. Die meisten Kinder, die in der Praxis behandelt wurden, zeigten nach 12 Wochen normales Sehen oder eine deutliche Verbesserung der Symptome.

Die NEI CITT Attention and Reading Trial (CITT-ART) hat gezeigt, dass bei Kindern mit Leseschwierigkeiten eine CI-Behandlung allein nicht ausreicht, um die Leseleistung zu verbessern.

Quelle: Medizindoc mit Material von NIH / NHS / The National Library of Medicine

ddp

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