M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 4. Februar 2024, Lesezeit: 5 Minuten

Eine aktuelle Untersuchung des Umweltbundesamtes ergab alarmierende Ergebnisse. Gesundheitsschädliche Weichmacher wurden im Urin zahlreicher Menschen nachgewiesen. Obwohl viele dieser Chemikalien bereits verboten sind, scheint ihr Vorhandensein immer noch ein „Problem größeren Ausmaßes“ darzustellen.

Was sind Weichmacher?

Weichmacher sind chemische Substanzen, die Kunststoffen Flexibilität und Elastizität verleihen. Sie werden häufig in Produkten wie Plastikfolien, Spielzeug, Verpackungen, Textilien und medizinischen Geräten verwendet. Die bekanntesten Weichmacher sind sogenannte Phthalate, von denen einige gesundheitsschädlich sein können.

Die Ergebnisse der Studie

Das Umweltbundesamt führte die 6. Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit durch, bei der Proben des Urins von Menschen in Deutschland untersucht wurden. In mehr als 28 Prozent der Proben wurde der Metabolit MnHexP nachgewiesen, der ein Abbauprodukt des Weichmachers Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP) ist. Dieser Weichmacher ist bekannt für seine fortpflanzungsschädigenden Eigenschaften und wurde erstmals im Jahr 2023 in den Proben entdeckt.

Die Ergebnisse der Studie sind besorgniserregend, da Weichmacher wie DnHexP bereits seit vielen Jahren streng reglementiert und größtenteils verboten sind. Die Tatsache, dass sie immer noch im Urin zahlreicher Menschen nachgewiesen werden, deutet auf eine mögliche Quelle hin, die bisher unbekannt ist.

Die Auswirkungen von Weichmachern auf die Gesundheit

Weichmacher wie DnHexP können erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Tierversuche haben gezeigt, dass dieser Stoff vor allem die Fortpflanzungsorgane männlicher Föten im Mutterleib schädigen kann. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Weichmacher auch für Erwachsene schädlich sind und das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit erhöhen können.

Die Konzentrationen von DnHexP im Urin einiger Menschen waren so hoch, dass eine potenzielle Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann. Es ist daher von großer Bedeutung, die Quelle dieser Weichmacher zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Verbreitung einzudämmen.

Die Suche nach der Quelle

Das Umweltbundesamt arbeitet intensiv daran, die Quelle der Weichmacher zu identifizieren. Es handelt sich dabei um eine richtige Detektivgeschichte, bei der auf verschiedenen Ebenen in Deutschland nach Hinweisen gesucht wird. Das Umweltbundesamt kooperiert auch mit EU-Behörden, um die Herkunft der Weichmacher ausfindig zu machen.

Es ist wichtig zu beachten, dass DnHexP in der EU seit vielen Jahren stark beschränkt oder verboten ist. Dennoch kann die Substanz unter bestimmten Umständen in der EU auftreten, beispielsweise in Importerzeugnissen, die den Stoff enthalten. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die Kontrolle über die Verwendung von Weichmachern zu verstärken und sicherzustellen, dass sie nicht in Produkten vorkommen, die mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen.

Lösungsansätze und Vorsichtsmaßnahmen

Angesichts der potenziellen Gesundheitsrisiken, die mit der Exposition gegenüber Weichmachern verbunden sind, ist es wichtig, geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Hier sind einige Schritte, die sowohl Verbraucher als auch Hersteller ergreifen können:

  1. Vermeiden Sie den Kauf von Produkten, die potenziell Weichmacher enthalten könnten. Achten Sie auf Etiketten und suchen Sie nach Produkten, die als „phthalatfrei“ oder „frei von Weichmachern“ gekennzeichnet sind.
  2. Verwenden Sie Glas- oder Edelstahlbehälter anstelle von Plastikbehältern, um Lebensmittel oder Getränke aufzubewahren.
  3. Vermeiden Sie den Kontakt von Plastik mit heißen Lebensmitteln oder Flüssigkeiten, da dies dazu führen kann, dass Weichmacher aus dem Kunststoff freigesetzt werden.
  4. Waschen Sie Plastikgeschirr und -behälter von Hand statt in der Spülmaschine, da die Hitze und das Wasser in der Spülmaschine die Freisetzung von Weichmachern begünstigen können.
  5. Unterstützen Sie Unternehmen, die sich für umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Produkte einsetzen. Informieren Sie sich über deren Herstellungsverfahren und Materialien.

FAQ

1. Sind alle Weichmacher gesundheitsschädlich?

Nein, nicht alle Weichmacher sind gesundheitsschädlich. Es gibt verschiedene Arten von Weichmachern, von denen einige als unbedenklich gelten. Es sind jedoch bestimmte Weichmacher, wie z.B. DnHexP, die als gesundheitsschädlich eingestuft werden und mit potenziellen Risiken verbunden sind.

2. Wie kann ich feststellen, ob ein Produkt Weichmacher enthält?

Die beste Möglichkeit, festzustellen, ob ein Produkt Weichmacher enthält, ist die Überprüfung der Produktkennzeichnung. Achten Sie auf Etiketten, die Informationen über die Inhaltsstoffe des Produkts enthalten. Produkte, die als „phthalatfrei“ oder „frei von Weichmachern“ gekennzeichnet sind, sind wahrscheinlich sicherer in Bezug auf die Exposition gegenüber Weichmachern.

3. Wie wirken sich Weichmacher auf die Umwelt aus?

Weichmacher können auch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Sie können in die Umwelt gelangen und Gewässer verschmutzen. Darüber hinaus können sie sich in der Nahrungskette anreichern und Auswirkungen auf Tiere und Ökosysteme haben.

4. Gibt es alternative Materialien, die anstelle von Weichmachern verwendet werden können?

Ja, es gibt alternative Materialien, die anstelle von Weichmachern verwendet werden können. Einige Beispiele sind biobasierte Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, sowie Materialien wie Glas und Edelstahl, die keine Weichmacher enthalten.

5. Welche Maßnahmen ergreift die Regierung, um die Verwendung von Weichmachern einzuschränken?

Die Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Verwendung von bestimmten Weichmachern einzuschränken. Es gibt strenge Vorschriften und Verbote für bestimmte Weichmacher in verschiedenen Produkten. Darüber hinaus werden Forschung und Überwachung intensiviert, um potenzielle Quellen von Weichmachern zu identifizieren und weitere Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt zu ergreifen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Neue Funde von Weichmacher im Kinderurin. PM, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, 01.2024
  2. Weichmacher, Wikipedia 2024.
  3. Phthalsäureester, Wikipedia, 2024.

ddp


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Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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