Meniskusriss: Ursachen, Symptome und Behandlung

Krankheiten und Krankheitsbilder

M.A. Dirk de Pol, Veröffentlicht am: 31.07.2023, Lesezeit: 9 Minuten

Ein Meniskusriss ist eine gängige Verletzung des Knies. In diesem Artikel werden wir uns damit auseinandersetzen, was genau ein Meniskusriss ist, was ihn verursacht, welche Symptome er hervorruft und welche Behandlungsmaßnahmen es gibt.

Was ist ein Meniskusriss?

Der Meniskus ist ein Teil Ihres Knies und besteht aus zwei mondförmigen, dicken, gummihaltigen Knorpelpolstern, die als Stoßdämpfer in Ihrem Kniegelenk wirken. Sie befinden sich zwischen Ihrem Oberschenkelknochen (Femur) und Ihrem Schienbein (Tibia). Ein Meniskusriss zählt zu den häufigsten Knieverletzungen und kann entstehen, wenn das Knie gewaltsam verdreht oder gedreht wird, insbesondere wenn das volle Gewicht auf ihm lastet. Ein gerissener Meniskus führt zu Schmerzen, Schwellungen und Steifheit. Manchmal können Sie auch das Gefühl haben, dass Ihre Kniebewegung blockiert ist und Probleme haben, Ihr Knie vollständig zu strecken [1] [2].

Symptome eines Meniskusrisses

Wenn Sie einen Meniskusriss haben, kann es 24 Stunden oder länger dauern, bis Schmerzen und Schwellungen einsetzen, insbesondere wenn der Riss klein ist. Folgende Anzeichen und Symptome könnten in Ihrem Knie auftreten [5]:

  • Ein Plopp-Gefühl
  • Schwellungen oder Steifheit
  • Schmerzen, vor allem beim Drehen oder Verdrehen des Knies
  • Schwierigkeiten, das Knie vollständig zu strecken
  • Gefühl, als ob das Knie blockiert ist, wenn Sie versuchen, es zu bewegen
  • Gefühl, als ob das Knie nachgibt

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Ihr Knie schmerzt oder geschwollen ist oder wenn Sie Ihr Knie nicht wie gewohnt bewegen können, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Meniskusriss kann durch jede Aktivität verursacht werden, die dazu führt, dass das Knie gewaltsam verdreht oder gedreht wird, wie aggressives Pivoting oder plötzliche Stopps und Drehungen. Selbst das Knien, tiefe Kniebeugen oder das Heben schwerer Gegenstände können manchmal zu einem Meniskusriss führen. Bei älteren Erwachsenen können degenerative Veränderungen des Knies zu einem Meniskusriss führen, auch ohne Trauma [3].

Tätigkeiten, die aggressive Drehungen und Wendungen des Knies erfordern, erhöhen das Risiko eines Meniskusrisses. Das Risiko ist besonders hoch für Sportler, insbesondere für diejenigen, die Kontaktsportarten wie Fußball ausüben oder Sportarten, die das Drehen erfordern, wie Tennis oder Basketball. Auch das Alter und die Abnutzung der Knie erhöhen das Risiko eines Meniskusrisses, ebenso wie Fettleibigkeit.

Komplikationen

Ein Meniskusriss kann zu einem Gefühl führen, dass das Knie nachgibt, zur Unfähigkeit, das Knie wie gewohnt zu bewegen, oder zu anhaltenden Knieschmerzen. Sie könnten eher dazu neigen, Arthrose im verletzten Knie zu entwickeln.

Diagnose eines Meniskusrisses

Ein Meniskusriss kann oft während einer körperlichen Untersuchung identifiziert werden. Ihr Arzt könnte Ihr Knie und Bein in verschiedene Positionen bewegen, Sie beim Gehen beobachten und Sie bitten, in die Hocke zu gehen, um die Ursache Ihrer Anzeichen und Symptome zu ermitteln [6].

Bildgebende Untersuchungen

  • Röntgenaufnahmen: Ein Meniskusriss besteht aus Knorpel und wird daher nicht auf Röntgenbildern sichtbar. Röntgenaufnahmen können jedoch andere Probleme mit dem Knie ausschließen, die ähnliche Symptome verursachen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Mit dieser Technik können detaillierte Bilder sowohl von harten als auch von weichen Geweben in Ihrem Knie erzeugt werden. Es ist die beste bildgebende Untersuchung zur Erkennung eines Meniskusrisses.

Arthroskopie

In einigen Fällen könnte Ihr Arzt ein Instrument namens Arthroskop verwenden, um das Innere Ihres Knies zu untersuchen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines Meniskusrisses beginnt oft konservativ, abhängig von Art, Größe und Lage des Risses [7].

Physische Therapie

Die Physiotherapie kann Ihnen helfen, die Muskulatur rund um Ihr Knie und in Ihren Beinen zu stärken, um das Kniegelenk zu stabilisieren und zu unterstützen.

Chirurgie

In manchen Fällen, insbesondere wenn das Knie trotz rehabilitativer Therapie schmerzt oder wenn das Knie blockiert ist, könnte Ihr Arzt eine Operation empfehlen [8].

Selbstpflege

Vermeiden Sie Aktivitäten, die Ihre Knieschmerzen verstärken, insbesondere Sportarten, die das Drehen oder Verdrehen des Knies erfordern, bis die Schmerzen verschwunden sind. Eis und rezeptfreie Schmerzmittel können hilfreich sein.

Bei richtiger Behandlung stellen viele Patienten eine Besserung der Symptome eines Meniskusrisses fest und können zu einem normalen Aktivitätsniveau zurückkehren. Es bestehen jedoch weiterhin Risiken für wiederholte Risse oder das Fortschreiten einer Arthrose. Die chirurgischen Techniken werden immer weiter weiterentwickelt, um beschädigtes Gewebe zu reparieren, statt es zu entfernen [9]. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind der Schlüssel zur Optimierung der Ergebnisse.

Vorbereitung auf Ihren Termin

Seien Sie auf folgende Fragen vorbereitet:

  • Wann ist die Verletzung aufgetreten?
  • Was haben Sie zum Zeitpunkt der Verletzung getan?
  • Haben Sie ein lautes „Plopp“ gehört oder ein „Plopp“-Gefühl gespürt?
  • Gab es danach eine starke Schwellung?
  • Haben Sie Ihr Knie schon einmal verletzt?
  • Sind Ihre Symptome durchgehend oder gelegentlich?
  • Verbessern oder verschlimmern bestimmte Bewegungen Ihre Symptome?
  • „Blockiert“ Ihr Knie jemals oder fühlt es sich blockiert an, wenn Sie versuchen, es zu bewegen?
  • Haben Sie jemals das Gefühl, dass Ihr Knie instabil ist oder Ihr Gewicht nicht tragen kann?

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Meniskus

Was ist der Meniskus?

Unser Knie ist ein komplexes Gelenk, das unter anderem aus dem Meniskus besteht. Der Meniskus ist eine Art stoßdämpfender Knorpel, der sich zwischen dem Oberschenkelknochen (Femur) und dem Schienbein (Tibia) befindet. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Lastverteilung und der Stabilisierung des Kniegelenks.

Es gibt zwei Menisken in jedem Knie: den medialen Meniskus auf der Innenseite des Knies und den lateralen Meniskus auf der Außenseite. Beide sind c-förmig und unterscheiden sich in ihrer Größe und Form, wobei der mediale Meniskus breiter und der laterale Meniskus eher kreisförmig ist [1].

Wie fühlt sich ein gerissener Meniskus an?

Niemand möchte sich mit einem gerissenen Meniskus auseinandersetzen! Aber wie fühlt es sich eigentlich an, wenn dieser spezielle Knorpel reißt? Nun, die Symptome können je nach Art und Schwere der Verletzung variieren.

Einige der häufigsten Anzeichen für einen gerissenen Meniskus sind:

  • Schmerzen im Knie, insbesondere beim Drehen oder Beugen
  • Schwellungen oder Steifheit im Knie
  • Ein Gefühl, als würde das Knie „blockieren“ oder „einspringen“
  • Schwierigkeiten, das Knie vollständig zu beugen oder zu strecken

In manchen Fällen hören Menschen sogar ein „Knacken“ im Moment der Verletzung. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Meniskusrisse Symptome verursachen. Einige Menschen bemerken vielleicht gar nicht, dass sie einen Riss haben!

Kann ein lateraler Meniskusriss sich selbst heilen?

Kann ein lateraler Meniskusriss also einfach von selbst heilen? Es hängt ab. Aufgrund der begrenzten Blutversorgung des Meniskus ist die Fähigkeit zur Selbstheilung begrenzt, besonders im inneren, „weißen“ Bereich des Meniskus, der keine Blutgefäße enthält. Der äußere „rote“ Bereich, der Blutgefäße enthält, hat ein besseres Potenzial zur Selbstheilung.

Es ist auch wichtig zu bedenken, dass die Heilung von der Art des Risses abhängt. Ein kleiner Riss am Rand des Meniskus könnte sich möglicherweise selbst heilen, während ein großer oder komplexer Riss wahrscheinlich eine Behandlung erfordert.

Zeigt ein Röntgenbild einen Meniskusriss?

Röntgenbilder sind eine großartige Methode, um Knochenbrüche zu diagnostizieren, aber sie sind nicht so effektiv, wenn es um Meniskusrisse geht. Warum? Weil der Meniskus aus Knorpel besteht und nicht aus Knochen, was bedeutet, dass er auf einem Röntgenbild nicht so gut sichtbar ist.

Um einen Meniskusriss zu diagnostizieren, werden Ärzte in der Regel eine Magnetresonanztomographie (MRT) verwenden. Dieses Bildgebungsverfahren bietet detaillierte Bilder des Knorpels und anderer weicher Gewebe, was es ideal für die Erkennung von Meniskusrisse macht.

Schlussfolgerung

Verletzungen des Meniskus sind ein häufiges Problem, besonders bei Sportlern. Es ist wichtig, die Anzeichen und Symptome zu kennen und zu wissen, was zu tun ist, wenn eine Verletzung auftritt. Während einige Meniskusrisse sich selbst heilen können, benötigen andere eine medizinische Behandlung. Und denken Sie daran, dass Röntgenbilder nicht die beste Methode zur Diagnose eines Meniskusrisses sind. Stattdessen wird eine MRT-Untersuchung benötigt.

Quellen

[1] Makris, E. A., Hadidi, P., & Athanasiou, K. A. (2011). The knee meniscus: structure-function, pathophysiology, current repair techniques, and prospects for regeneration. Biomaterials, 32(30), 7411-7431.

[2] Fox, A. J., Bedi, A., & Rodeo, S. A. (2012). The basic science of human knee menisci: structure, composition, and function. Sports health, 4(4), 340-351.

[3] Logerstedt, D., Snyder-Mackler, L., Ritter, R. C., Axe, M. J., & Godges, J. J. (2010). Knee stability and movement coordination impairments: knee ligament sprain. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 40(4), A1-A37.

[4] Englund, M. (2009). The role of the meniscus in osteoarthritis genesis. Rheumatic diseases clinics of North America, 35(3), 573-579.

[5] Kluczynski, M. A., Marzo, J. M., & Bisson, L. J. (2013). Factors associated with meniscal tears and chondral lesions in patients undergoing anterior cruciate ligament reconstruction: a prospective study. American journal of sports medicine, 41(12), 2759-2765.

[6] De Smet, A. A., Blankenbaker, D. G., Kijowski, R., Graf, B. K., Shinki, K., Fine, J. P., & Jackson, R. W. (2009). MR diagnosis of posterior root tears of the lateral meniscus using arthroscopy as the reference standard. American Journal of Roentgenology, 192(2), 480-486.

[7] Logerstedt, D., Snyder-Mackler, L., Ritter, R. C., Axe, M. J., & Godges, J. J. (2010). Knee stability and movement coordination impairments: knee ligament sprain. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 40(4), A1-A37.

[8] Nepple, J. J., Dunn, W. R., & Wright, R. W. (2012). Meniscal repair outcomes at greater than five years: a systematic literature review and meta-analysis. The journal of bone and joint surgery. American volume, 94(24), 2222.

[9] Rosso, F., Bisicchia, S., Bonasia, D. E., & Amendola, A. (2015). Meniscal allograft transplantation: a systematic review. The American journal of sports medicine, 43(4), 998-1007.


Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachliteratur und fundierter empirischer Studien und Quellen erstellt und in einem mehrstufigen Prozess überprüft.

Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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