Katzenallergie behandeln: Kombinationstherapie bringt wirksamere Linderung

Allergien und Unverträglichkeiten, Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 9. Februar 2023, Lesezeit: 10 Minuten

In einem Forschungsprojekt testen Wissenschaftler eine neue Methode zur Behandlung von Allergien.

  • Dabei werden normale Allergiespritzen (Allergen-Immuntherapie, spezifische Immuntherapie, Hyposensibilisierung) mit einem im Labor hergestellten Molekül kombiniert.

Dieses Molekül blockiert Substanzen, die an allergischen Reaktionen im Körper beteiligt sind.

Wirksamer als Allergiespritzen

Bei Katzenallergikern hat sich die Kombinationstherapie als wirksamer erwiesen als Allergiespritzen allein.

Werden große Mengen eines Stoffes eingeatmet, auf den der Körper allergisch reagiert – zum Beispiel Pollen, Schimmelpilze, Tierhaare oder Hausstaubmilben – werden die Reaktionen in der Nase als allergischer Schnupfen bezeichnet.

Es kann zu einer verstopften, laufenden und juckenden Nase sowie zu Niesanfällen kommen. Diese Beschwerden werden durch das körpereigene Abwehrsystem verursacht, das auf etwas reagiert, das für die meisten Menschen harmlos ist.

Trainieren der körpereigenen Abwehr

Um diese Reaktionen zu verringern, erhalten manche Menschen Allergiespritzen. Dabei werden sie nach und nach immer höheren Dosen des Stoffes ausgesetzt, gegen den sie allergisch sind.

So wird die körpereigene Abwehr trainiert, nicht mehr zu reagieren, wenn diese Stoffe in der Luft sind. Die Allergiespritzen wirken jedoch nicht bei allen Menschen. Außerdem müssen die Spritzen in der Regel mindestens drei Jahre lang verabreicht werden.

Um die neue Behandlung zu testen, untersuchte ein von den National Institutes of Health (NIH) finanziertes Forschungsteam 121 Erwachsene mit Katzenallergie. Einige Teilnehmer erhielten nur Allergiespritzen. Andere erhielten die neue Kombinationstherapie. Die Therapien dauerten fast ein Jahr.

  • Am Ende der Behandlung hatte sich die Situation in beiden Gruppen verbessert.

Allerdings hatten diejenigen, die die experimentelle Kombinationstherapie erhielten, weniger Symptome, wenn sie Katzenproteinen ausgesetzt waren, als diejenigen, die nur Allergiespritzen erhielten.

Ein Jahr nach Ende der Behandlung ließ die Wirkung der Standard-Allergiespritzen allmählich nach. Die experimentelle Behandlung wirkte jedoch weiter und linderte die Symptome.

Eine Analyse von Blut- und Nasenzellproben zeigte, dass die Kombinationsbehandlung zu Veränderungen in der Aktivität des Gennetzwerks führte, die die Aktivierung von allergieassoziierten Immunzellen in der Nasenschleimhaut verringerte und so zur Unterdrückung allergischer Nasensymptome beitrug.

  • Die klinische Studie der Phase 1/2 mit der Bezeichnung CATNIP wurde von Dr. Jonathan Corren geleitet und vom NIAID-finanzierten Immuntoleranz-Netzwerk durchgeführt. Dr. Corren ist ein außerordentlicher klinischer Professor für Medizin an der David Geffen School of Medicine der UCLA in Los Angeles.

Die Wissenschaftler untersuchen weiter, wie die Behandlung wirkt. Außerdem soll geprüft werden, ob der Ansatz auch bei der Behandlung von Lebensmittelallergien hilfreich sein könnte.

  • Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht.

Weiterer immuntherapeutischer Ansatz zur Behandlung von Katzenallergien

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Luxembourg Institute of Health haben in einer anderen Studie gezeigt, dass hohe Dosen des spezifischen Adjuvans CpG-Oligonukleotid die allergische Reaktion des Immunsystems auf das Katzenallergen Fel d 1 erfolgreich verändern können.

Die Forscher analysierten die molekularen Mechanismen, die dieser Toleranz zugrunde liegen, und entwickelten einen präklinischen Ansatz zur allergenspezifischen Immuntherapie, um die Behandlung und Kontrolle dieser häufigen Allergie zu verbessern.

  • Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Allergy, dem offiziellen Journal der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI), veröffentlicht.

Eine Katzenallergie ist gekennzeichnet durch eine Überempfindlichkeit und eine überschießende Immunreaktion auf bestimmte Katzenallergene, insbesondere auf das Katzenallergen Fel d 1, ein Protein, das typischerweise im Speichel, in den Drüsen, in der Haut und im Fell von Katzen vorkommt.

  • Katzenallergien können von leichten Symptomen bis hin zu schweren Erkrankungen wie Nasenschleimhautentzündung und Asthma reichen, die unter Umständen tödlich enden können.

Während bei leichteren Formen eine medikamentöse Therapie in Frage kommt, kann bei schwereren Fällen nur eine allergenspezifische Immuntherapie eine wirksame und dauerhafte Behandlung gewährleisten.

Die spezifische Immuntherapie besteht in der Regel aus der subkutanen Injektion allmählich steigender Mengen des betreffenden Allergens, bis eine kritische Dosis erreicht ist, die eine langfristige Immuntoleranz bewirkt.

  • Die allergenspezifische Immuntherapie bei Katzen muss jedoch noch hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit verbessert werden.

Die Forscher stellten die Hypothese auf, dass die effektivste allergenspezifische Immuntherapie bei Katzen erreicht werden könnte, indem die Reaktion der T- und B-Zellen des Immunsystems durch Immunadjuvantien optimiert wird, um die Produktion von Antikörpern gegen das Katzenallergen (Fel d 1) zu induzieren und gleichzeitig Entzündungsreaktionen zu minimieren, wodurch die Immuntoleranz gegenüber diesem Allergen erhöht wird.

Diese Ergebnisse weisen insgesamt auf eine starke entzündungshemmende und antiallergische Wirkung hin, die durch die Behandlung mit einer hohen und sicheren Dosis des CpG-Adjuvans hervorgerufen wird.

Auffallend ist jedoch, dass der Mechanismus, der dieser Allergie-schützenden Wirkung zugrunde liegt, unterschiedlich ist, je nachdem, ob die Behandlung als Impfstoff Mäusen verabreicht wird, die noch nie mit dem Katzenallergen (Fel d 1-Antigen) in Berührung gekommen sind und daher noch keinen allergischen Zustand aufweisen, oder ob die Behandlung unter bereits bestehenden allergischen Bedingungen erfolgt, wie es bei einer allergen-spezifische Immuntherapie der Fall ist.

  • Die Aufklärung dieser alternativen Wege eröffnet neue Erkenntnisse für die künftige Entwicklung von präventiven und heilenden Allergieimpfstoffen mit CpG-Adjuvans.

Diese Ergebnisse weisen insgesamt auf eine starke entzündungshemmende und antiallergische Wirkung hin, die durch die Behandlung mit einer hohen und sicheren Dosis des CpG-Adjuvans hervorgerufen wird.

Auffallend ist den Forschenden zufolge jedoch, dass der Mechanismus, der dieser Allergie-schützenden Wirkung zugrunde liegt, unterschiedlich ist, je nachdem, ob die Behandlung als Impfstoff Mäusen verabreicht wird, die noch nie mit dem Katzenallergen (Fel d 1-Antigen) in Berührung gekommen sind und daher noch keinen allergischen Zustand aufweisen, oder ob die Behandlung unter bereits bestehenden allergischen Bedingungen erfolgt, wie es bei einer allergen-spezifische Immuntherapie der Fall ist.

  • Die Aufklärung dieser alternativen Wege eröffnet neue Erkenntnisse für die künftige Entwicklung von präventiven und heilenden Allergieimpfstoffen mit CpG-Adjuvans.

Die Ergebnisse zeigten ebenfalls die Umkehrung aller Allergiesymptome und bestätigten die antiallergische Wirkung der allergen-spezifische Immuntherapie.

Basierend auf den vorliegenden Daten sind die Wissenschaftler der Ansicht, dass CpG als wirksames AIT-Adjuvans beim Menschen in Betracht gezogen werden sollte und dass die Studie die Grundlage für die Entwicklung neuer erfolgreicher immuntherapeutischer Behandlungen für Allergien bildet, so Prof. Markus Ollert, Direktor der Abteilung für Infektion und Immunität am Luxembourg Institute of Health und Hauptautor der Studie.

Was ist eine Desensibilisierung?

Unter Desensibilisierung (Hyposensibilisierung) versteht man spezielle Therapien gegen Überreaktionen des Immunsystems (Allergien).

Sie wird auch Allergen-Immuntherapie oder spezifische Immuntherapie genannt, da sie der aktiven Immunisierung ähnelt.

Die Allergen-Immuntherapie, häufig auch als Allergiespritze bezeichnet, ist eine Langzeitbehandlung, die bei Menschen mit allergischer Rhinitis oder allergischem Asthma die Allergiesymptome lindert, indem sie die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen herabsetzt.

Um eine dauerhafte Linderung der Symptome zu erreichen, müssen Allergiespritzen mindestens drei Jahre lang verabreicht werden.

Wie entsteht eine Allergie?

Eine Allergie ist eine der häufigsten langfristigen Gesundheitsstörungen. Laut Dr. Paivi Salo, Allergieexperte am National Institute of Health (NIH), hat die Häufigkeit von Allergien in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Heute sind etwa 10 bis 30 Prozent der Erwachsenen und 40 Prozent der Kinder von Allergien betroffen.

Allergien entstehen, wenn das körpereigene Immunsystem auf bestimmte, für die meisten Menschen harmlose Fremdstoffe (Allergene) überreagiert.

Zu den häufigsten Allergenen gehören Pollen, Pilzsporen, Hausstaubmilben und tierische Epithelstoffe, aber auch Medikamente, Biologika und Insektengifte.

Wenn ein Allergiker Allergene wie Pollen, Schimmelpilze, Tierhaare oder Hausstaubmilben einatmet, werden die daraus resultierenden allergischen Reaktionen in der Nase als allergischer Schnupfen oder Heuschnupfen bezeichnet.

Wie ein Mensch auf ein Allergen reagiert, hängt davon ab, wie er mit ihm in Kontakt kommt. Bei vielen Menschen treten allergische Reaktionen an der Haut, den Atemwegen und den Schleimhäuten auf.

Die Symptome treten meist kurz nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. In einigen Fällen kann es einige Stunden oder Tage dauern, bis die Reaktion einsetzt.

Die Symptome können leicht sein oder eine echte Belastung mit erheblichen Auswirkungen auf das tägliche Leben darstellen.

Was hilft bzw. lindert sonst noch eine Allergie?

Die Symptome einer Allergie lassen sich am besten in den Griff bekommen, wenn man die Allergieauslöser meidet.

Allergieauslöser finden

Die Auslöser sind jedoch nicht immer leicht zu finden. Achten Sie darauf, wann und wo die Symptome auftreten. Das kann helfen, die Ursache zu finden.

Welche Allergieauslöser gibt es?

Viele Allergiker reagieren auf mehr als ein Allergen. Die häufigsten Allergieauslöser sind Gräser-, Kräuter- und Baumpollen. Wenn die Symptome saisonal auftreten, sind meist Pollen die Ursache.

  • Allergene in Innenräumen lösen in der Regel ganzjährig Beschwerden aus.

Weitere typische Allergieauslöser sind Tiere, Insektengifte, Schimmelpilze, Lebensmittel, Arzneimittel und so genannte Kontaktallergene (z.B. Latex, Klebstoffe, Nickel, Kobalt, Reinigungs- und Lösungsmittel, Duftstoffe, ätherische Öle).

Bei anhaltenden und belastenden Beschwerden sollte der Hausarzt oder ein Allergologe aufgesucht werden. Dort kann mit Hilfe eines Haut- oder Bluttests festgestellt werden, ob und auf welche Allergene man empfindlich reagiert.

Die Testergebnisse sowie eine ärztliche Untersuchung und Informationen darüber, wann und wo die Symptome auftreten, helfen dem Arzt, die Ursache herauszufinden.

Allergene und allergieauslösende Faktoren meiden

Bei Allergenen in Innenräumen empfiehlt es sich, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung niedrig zu halten, um Hausstaubmilben und Schimmelpilze unter Kontrolle zu halten.

Teppiche sollten vermieden werden, da sie Allergene absorbieren. Die Bettwäsche (ggf. Allergiker-Bettwäsche) sollte regelmäßig bei 60 °C gewaschen und die Böden einmal pro Woche gereinigt werden.

Allergien liegen in der Familie. Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Kinder Allergien entwickeln, ist höher, wenn man selbst betroffen ist. Obwohl es kein Patentrezept zur Vorbeugung von Allergien gibt, empfehlen Experten, Kinder von Anfang an zu stillen.

Muttermilch löst am seltensten allergische Reaktionen aus, ist leicht verdaulich und stärkt das Immunsystem des Säuglings.

Unbehandelte Allergien werden mit chronischen Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündungen und Asthma in Verbindung gebracht.

Leichte Symptome können oft mit rezeptfreien Antihistaminika, Nasensprays und abschwellenden Mitteln gelindert werden.

Bei schwereren Allergien sind manchmal verschreibungspflichtige Medikamente und Allergiespritzen erforderlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten.

Quellen

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Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen! y3932w2

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