M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 15. März 2024, Lesezeit: 9 Minuten

Eine angenehme Möglichkeit, die Entspannung zu fördern, ist, Zeit mit Hunden zu verbringen. Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass Aktivitäten mit Hunden die Kraft der Gehirnwellen, die mit Entspannung verbunden sind, erhöhen können.

Die Kraft der Hundetherapie

Tiergestützte Interventionen wie die Hundetherapie haben anerkannte Bedeutung erlangt, da sie Angst reduzieren, Stress lindern und Vertrauen fördern können. Diese Interventionen werden in Krankenhäusern, Schulen und anderen Einrichtungen weit verbreitet eingesetzt, um emotionale Unterstützung zu bieten und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Während frühere Studien die allgemeinen Vorteile von Tierinteraktionen untersucht haben, verfolgte eine kürzlich durchgeführte Studie von Onyoo Yoo und Kollegen von der Konkuk University in Südkorea einen spezifischeren Ansatz. Ihre Forschung zielt darauf ab, wie verschiedene Aktivitäten mit Hunden Gehirnwellen und emotionale Zustände beeinflussen und wertvolle Erkenntnisse über die therapeutischen Effekte von Mensch-Hund-Interaktionen liefern.

Die Studie: Die Auswirkungen von Hundeaufgaben enthüllen

Um die Beziehung zwischen Hundeaufgaben und Stimmung besser zu verstehen, rekrutierte Yoo und sein Team 30 erwachsene Teilnehmer für ihre Studie. Jeder Teilnehmer nahm an acht verschiedenen Aktivitäten mit einem gut ausgebildeten Hund teil, darunter Spielen mit einem handgehaltenen Spielzeug, Geben von Leckerlis und Fotografieren mit dem Hund. Elektroenzephalographie (EEG)-Elektroden wurden verwendet, um die elektrische Aktivität im Gehirn der Teilnehmer während der Interaktion mit dem Hund aufzuzeichnen. Darüber hinaus gaben die Teilnehmer unmittelbar nach jeder Aktivität ihren emotionalen Zustand an.

Entspannung und Konzentration: Die Auswirkungen von Hundeaufgaben

Die Ergebnisse der Studie waren bemerkenswert. Die Forscher stellten fest, dass die relative Stärke der Alpha-Band-Oszillationen im Gehirn zunahm, wenn die Teilnehmer mit dem Hund spielten und spazieren gingen. Alpha-Wellen werden mit einem Zustand entspannter Wachsamkeit in Verbindung gebracht und deuten darauf hin, dass diese Aktivitäten ein Gefühl von Ruhe und Entspannung fördern. Darüber hinaus erhöhte sich die relative Stärke der Beta-Band-Oszillationen, wenn die Teilnehmer den Hund pflegten, sanft massierten oder mit ihm spielten. Beta-Wellen werden normalerweise mit erhöhter Konzentration in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass diese Aktivitäten die Aufmerksamkeit und Konzentration verbessern können.

Emotionales Wohlbefinden: Die Nachwirkungen von Hundekontakten

Neben den Veränderungen in den Gehirnwellen berichteten die Teilnehmer auch über signifikante Verbesserungen ihres emotionalen Wohlbefindens nach der Teilnahme an hundebezogenen Aktivitäten. Sie gaben an, sich weniger müde, deprimiert und gestresst zu fühlen. Diese Ergebnisse verdeutlichen die positive Auswirkung, die das Verbringen von Qualitätzeit mit Hunden auf die Stimmung und das allgemeine psychische Befinden haben kann.

Das Potenzial gezielter tiergestützter Interventionen

Obwohl die Ergebnisse der Studie vielversprechend sind, ist es wichtig zu beachten, dass nicht alle Aktivitäten mit Hunden die gleichen Auswirkungen haben. Die Forscher fanden heraus, dass bestimmte Aufgaben, wie das Spielen mit einem handgehaltenen Spielzeug, eine stärkere Entspannung förderten, während andere Aufgaben, wie das Fotografieren mit dem Hund, eine erhöhte Konzentration bewirkten. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass gezielte tiergestützte Interventionen entwickelt werden können, um spezifische emotionale Zustände zu fördern oder bestimmte kognitive Funktionen zu verbessern.

Tiergestützte Interventionen werden bereits in verschiedenen Bereichen eingesetzt, wie der Therapie von Kindern mit Entwicklungsstörungen, der Rehabilitation von Patienten nach einer Operation oder Verletzung und der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Ergebnisse dieser Studie eröffnen neue Möglichkeiten für die Gestaltung und Optimierung solcher Interventionen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft sollte man Zeit mit Hunden verbringen, um von den entspannenden Effekten zu profitieren?

Es gibt keine feste Regel, wie oft man Zeit mit Hunden verbringen sollte, um von den entspannenden Effekten zu profitieren. Jeder Mensch ist einzigartig und reagiert unterschiedlich auf tiergestützte Interventionen. Es wird jedoch empfohlen, regelmäßig Zeit mit Hunden zu verbringen, um langfristige Vorteile zu erzielen.

Kann jeder von der Gesellschaft von Hunden profitieren?

Ja, die Gesellschaft von Hunden kann für Menschen jeden Alters und jeder Lebenssituation von Vorteil sein. Obwohl die Studie sich auf erwachsene Teilnehmer konzentrierte, gibt es auch Forschungsergebnisse, die die positiven Auswirkungen von Hunden auf Kinder und ältere Menschen zeigen.

Wie funktioniert eine Hundetherapie?

Eine Hundetherapie, auch als tiergestützte Therapie oder tiergestützte Intervention bekannt, ist eine Form der Therapie, bei der Hunde als Teil des Behandlungsprozesses eingesetzt werden. Diese Therapieform basiert auf der Annahme, dass die Interaktion mit Hunden positive Auswirkungen auf das körperliche und emotionale Wohlbefinden von Menschen haben kann. Die Hundetherapie kann in verschiedenen Umgebungen stattfinden, wie zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen oder therapeutischen Einrichtungen. Ein ausgebildeter Therapeut oder Hundetrainer leitet die Sitzungen und arbeitet eng mit dem Hund zusammen, um die gewünschten therapeutischen Ziele zu erreichen. Der Therapiehund wird sorgfältig ausgewählt und durchläuft eine spezielle Ausbildung, um sicherzustellen, dass er die notwendigen Fähigkeiten und Eigenschaften besitzt, um in therapeutischen Situationen zu arbeiten. Diese Hunde müssen gut erzogen, freundlich, geduldig und gut auf Menschen reagieren können. Während einer Hundetherapiesitzung kann der Therapeut verschiedene Aktivitäten durchführen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehören zum Beispiel das Streicheln des Hundes, das Spielen mit ihm, das Ausführen von einfachen Kommandos oder das Durchführen von Übungen zur Stärkung der Feinmotorik. Die Interaktion mit dem Therapiehund kann eine Vielzahl von positiven Effekten haben. Zum einen kann sie Stress reduzieren und eine entspannende Wirkung haben. Der Kontakt mit dem Hund kann auch das Wohlbefinden steigern und positive Emotionen wie Freude und Zufriedenheit hervorrufen. Darüber hinaus kann die Hundetherapie die sozialen Fähigkeiten verbessern, das Selbstvertrauen stärken und die Motivation zur Teilnahme an therapeutischen Aktivitäten erhöhen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Hundetherapie nicht für jeden geeignet ist. Menschen mit Angst vor Hunden oder Allergien sollten diese Therapieform meiden. Zudem ist es wichtig, dass die Hundetherapie von qualifizierten Fachleuten durchgeführt wird, um die Sicherheit und Effektivität der Sitzungen zu gewährleisten. Insgesamt kann die Hundetherapie eine wertvolle Ergänzung zu traditionellen Therapieansätzen sein und Menschen dabei helfen, ihre körperliche und emotionale Gesundheit zu verbessern. Die Interaktion mit einem liebevollen und gut ausgebildeten Therapiehund kann eine einzigartige und bereichernde Erfahrung sein, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität steigert.

Gibt es bestimmte Hunderassen, die besonders entspannend sind?

Ja, es gibt bestimmte Hunderassen, die für ihre entspannende Wirkung bekannt sind. Jede Hunderasse hat ihre eigenen einzigartigen Eigenschaften und Temperamente, die sich auf die Interaktion mit Menschen auswirken können. Einige Hunderassen werden als besonders entspannend angesehen. Labrador Retriever sind bekannt für ihre freundliche und sanfte Natur. Sie sind geduldig, gutmütig und leicht zu trainieren. Ihr ruhiges Wesen macht sie zu idealen Begleitern für Entspannungsaktivitäten wie Spaziergängen oder Kuschelsitzungen. Cavalier King Charles Spaniel sind für ihre liebevolle und anhängliche Art bekannt. Cavalier King Charles Spaniels sind oft sehr entspannt und genießen es, Zeit mit ihren Besitzern zu verbringen. Sie sind auch bekannt für ihre Fähigkeit, sich an die Stimmung ihres Menschen anzupassen und ihn zu beruhigen. Berner Sennenhunde sind große, sanfte Riesen. Sie haben ein ruhiges und ausgeglichenes Temperament, das sie zu ausgezeichneten Therapiehunden macht. Ihre Größe und ihr weiches Fell machen sie auch zu großartigen Kuschelpartnern. Bichon Frisé: Diese kleine Hunderasse ist bekannt für ihre freundliche und verspielte Natur. Sie sind oft sehr anhänglich und genießen es, Zeit mit ihren Besitzern zu verbringen. Ihre fröhliche und unbeschwerte Art kann beruhigend und entspannend wirken. Golden Retriever sind für ihre sanfte und liebevolle Natur bekannt. Sie sind geduldig, intelligent und leicht zu trainieren. Ihr freundliches Wesen und ihre Fähigkeit, sich gut an verschiedene Situationen anzupassen, machen sie zu beliebten Therapiehunden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Charakter und das Verhalten eines Hundes nicht ausschließlich von seiner Rasse abhängen. Jeder Hund ist ein Individuum und kann unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Es ist daher ratsam, den spezifischen Hund kennenzulernen und herauszufinden, ob er zu Ihrem Lebensstil und Ihren Bedürfnissen passt, bevor Sie sich für eine bestimmte Rasse entscheiden.

Kann man auch von anderen Haustieren ähnliche Vorteile erwarten?

Ja, auch andere Haustiere wie Katzen, Kaninchen oder Vögel können ähnliche Vorteile bieten. Jedes Haustier hat seine eigenen einzigartigen Eigenschaften und kann auf seine Weise zur Entspannung beitragen.

Gibt es Risiken oder Nachteile bei der Interaktion mit Hunden?

In der Regel sind die Risiken und Nachteile der Interaktion mit Hunden minimal. Es ist jedoch wichtig, sicherzustellen, dass Sie keine Allergien oder Angst vor Hunden haben. Darüber hinaus sollten Sie immer sicherstellen, dass der Hund gut erzogen ist und keine aggressiven Verhaltensweisen zeigt.

Fazit

Die Qualitätzeit mit Hunden kann eine effektive Möglichkeit sein, um Entspannung und Stressabbau zu fördern. Die Ergebnisse der Studie von Onyoo Yoo und Kollegen zeigen, dass verschiedene Aktivitäten mit Hunden positive Auswirkungen auf die Gehirnwellen und das emotionale Wohlbefinden haben können. Tiergestützte Interventionen wie die Hundetherapie bieten ein großes Potenzial, um gezielt Entspannung oder Konzentration zu fördern. Es ist wichtig, regelmäßig Zeit mit Hunden zu verbringen, um langfristige Vorteile zu erzielen. Obwohl Hunde im Fokus dieser Studie standen, können auch andere Haustiere ähnliche Vorteile bieten. Es ist wichtig, die richtige Hunderasse oder das richtige Haustier für Ihren Lebensstil und Ihre Bedürfnisse zu wählen. Also, gönnen Sie sich etwas Qualitätzeit mit Ihrem pelzigen Freund und steigern Sie Ihre Entspannung auf ein neues Level.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Yoo, O., et al. (2024) Psychophysiological and emotional effects of human–Dog interactions by activity type: An electroencephalogram study. PLOS ONEorg/10.1371/journal.pone.0298384
  2. Tiergestützte_Therapie, Wikipedia 2024

ddp


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Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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