Endometriose: Die 10 größten Irrtümer

Gesundheitstipps, Krankheiten und Krankheitsbilder

Dirk de Pol, aktualisiert am 6. Februar 2024, Lesezeit: 5 Minuten

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft, insbesondere solche im gebärfähigen Alter. Trotz ihrer Häufigkeit gibt es immer noch viele Missverständnisse und Irrtümer rund um diese Erkrankung.

Irrtum: Regelblutungen sind normalerweise sehr stark, sehr schmerzhaft oder beides

Es ist zwar richtig, dass viele menstruierende Frauen während ihrer Periode gewisse Schmerzen verspüren, aber starke Schmerzen können ein Hinweis auf Endometriose sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen mit Endometriose ausschließlich starke oder schmerzhafte Perioden haben. Die Symptome können variieren, und Schmerzen können auch in anderen Bereichen wie dem Darm, den Harnwegen und sogar anderen Teilen des Körpers auftreten. Es ist wichtig, bei Beschwerden über Menstruationsschmerzen einen Arzt zu konsultieren.

Irrtum: Eine Schwangerschaft kann Endometriose heilen

Entgegen der landläufigen Meinung heilt eine Schwangerschaft nicht Endometriose. Während einige Menschen während der Schwangerschaft vorübergehende Linderung der Symptome erleben können, sehen andere keine Verbesserung und einige können sogar eine Verschlechterung der Symptome erfahren. Obwohl sich die Hormonspiegel während der Schwangerschaft verändern, gibt es keine bekannte Heilung für Endometriose.

Irrtum: Eine Hysterektomie kann Endometriose heilen

Während eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) für viele Menschen Linderung von Endometriose-Symptomen bieten kann, ist sie keine garantierte Heilung. Endometriose reagiert auf Östrogen, das hauptsächlich von den Eierstöcken produziert wird. Eine Hysterektomie entfernt die Gebärmutter, aber nicht die Eierstöcke, daher kann Endometriose weiterhin bestehen bleiben. Darüber hinaus gibt es verschiedene Arten von Endometriose, und einige Läsionen können sich auch nach Entfernung der Gebärmutter nicht verbessern.

Irrtum: Endometriose verursacht immer Schmerzen

Während chronische Beckenschmerzen ein häufiges Symptom von Endometriose sind, ist es keine universelle Erfahrung für alle Menschen mit der Erkrankung. Einige Menschen mit milden Formen von Endometriose können starke Schmerzen haben, während andere mit fortgeschritteneren Formen überhaupt keine oder nur geringe Schmerzen haben können.

Die Schwere der Schmerzen kann von Faktoren wie der Freisetzung von schmerzverursachenden Chemikalien durch die Implantate und ihrer Lage abhängen. In einigen Fällen entdecken Menschen möglicherweise erst während einer Bauchoperation, dass sie fortgeschrittene Endometriose haben.

Irrtum: Die Menopause stoppt Endometriose

Entgegen der landläufigen Meinung beendet die Menopause nicht zwangsläufig Endometriose. Obwohl die Menopause den natürlichen Rückgang der Hormonproduktion und das Ausbleiben der Menstruation mit sich bringt, bedeutet dies nicht, dass Endometriose automatisch verschwindet. Tatsächlich kann Endometriose auch nach der Menopause bestehen bleiben, da einige Gewebe außerhalb der Gebärmutter immer noch auf Östrogen reagieren können, das von anderen Organen wie den Nebennieren produziert wird.

Irrtum: Endometriose betrifft nur die weiblichen Fortpflanzungsorgane

Obwohl Endometriose-Läsionen häufig im Becken und im unteren Bauchraum zu finden sind, können sie sich überall im Körper entwickeln. Die meisten Endometriose-Implantate befinden sich auf der inneren Oberfläche des Bauchraums, die als Peritoneum bezeichnet wird und Schmerzen verursachen kann. Endometriose wurde jedoch an verschiedenen Stellen beobachtet, einschließlich der Lunge und sogar des Gehirns. Obwohl diese Vorkommnisse selten sind, ist es wichtig, auf Anzeichen oder Symptome von Endometriose in anderen Bereichen zu achten.

Irrtum: Endometriose ist nur eine schmerzhafte Menstruation

Endometriose ist viel mehr als nur eine schmerzhafte Menstruation. Es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, bei der das Gewebe, das normalerweise die Gebärmutter auskleidet, außerhalb der Gebärmutter wächst. Dieses abnormale Gewebe kann sich auf Organe wie die Eierstöcke, den Darm, die Blase und sogar den Bauchraum ausbreiten. Neben starken Schmerzen während der Periode können Menschen mit Endometriose auch unter chronischen Beckenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Verdauungsproblemen und Unfruchtbarkeit leiden.

Irrtum: Endometriose ist nur eine gynäkologische Erkrankung

Endometriose wird oft als gynäkologische Erkrankung betrachtet, da sie das Fortpflanzungssystem betrifft. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass Endometriose eine systemische Erkrankung ist, die den gesamten Körper beeinflussen kann. Das abnormale Gewebe kann sich auf verschiedene Organe ausbreiten und Entzündungen, Verwachsungen und andere Komplikationen verursachen. Es ist wichtig, dass Menschen mit Endometriose eine umfassende medizinische Betreuung erhalten, die über die gynäkologische Versorgung hinausgeht.

Irrtum: Endometriose betrifft nur erwachsene Frauen

Endometriose betrifft nicht nur erwachsene Frauen, sondern kann auch bei Jugendlichen und sogar bei Kindern auftreten. Bei einigen Menschen beginnen die Symptome bereits in der Pubertät, während andere erst später im Leben diagnostiziert werden. Es ist wichtig, die Möglichkeit von Endometriose bei jungen Menschen in Betracht zu ziehen, insbesondere wenn sie starke Schmerzen während der Menstruation oder andere ungewöhnliche Symptome haben. Eine frühe Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, langfristige Komplikationen zu vermeiden.

Irrtum: Es gibt keine effektive Behandlung für Endometriose

Obwohl es keine Heilung für Endometriose gibt, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Behandlung kann je nach Schwere der Symptome und den individuellen Bedürfnissen variieren.

Zu den Optionen gehören Schmerzmedikation, Hormontherapie, chirurgische Eingriffe wie die Entfernung von Endometriosegewebe und in einigen Fällen auch die In-vitro-Fertilisation (IVF) zur Verbesserung der Fruchtbarkeit. Eine ganzheitliche Herangehensweise, die Ernährungsumstellungen, Stressmanagement und alternative Therapien umfasst, kann ebenfalls hilfreich sein.

Quellen

  1. 5 myths about endometriosis – Harvard Health
  2. Myths and misconceptions in endometriosis – Endometriosis.org
  3. Endometriose, Wikipedia 2024.

ddp


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