Bauchspeicheldrüsenkrebs: Forscher identifizieren möglichen Genmarker für die Behandlung des Pankreaskarzinom

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 23. September 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Die Forscher des Mayo Clinic Comprehensive Cancer Center haben einen Genmarker identifiziert, der zu einer wirksameren und präziseren Behandlung des duktalen Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse führen könnte.

Das duktale Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse ist laut Dr. Zhenkun Lou, der Hauptautor der Studie, eine der tödlichsten Krebsarten.

Während Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Inhibitoren (PARPi) heute eine von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) zugelassene Option für die Standardbehandlung von Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Pankreas-Adenokarzinom sind, die pathogene BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn aufweisen, haben nur etwa 10 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Pankreas-Adenokarzinom pathogene Mutationen in den Genen für homologe Rekombination (HR). 

Die meisten Patientinnen und Patienten profitieren daher nicht von dieser vielversprechenden Behandlungsstrategie, so Dr. Lou.

In der vorliegenden Studie fanden Dr. Lou und seine Kollegen heraus, dass das Protein METTL16 ein neuer Biomarker für die Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Inhibitoren-Behandlung sein könnte und dass das duktale Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse mit erhöhter Expression von METTL16 von einer Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Inhibitoren-Behandlung profitieren könnte.

Laut Dr. Lou gehört METTL16 zu einer Familie von verschiedenen Faktoren, die die RNA-Methylierung regulieren und deren Funktion bei der DNA-Reparatur unklar ist. 

Mit Hilfe eines PDAC-Microarrays haben die Forscher herausgefunden, dass die Expression von METTL16 mit einer erhöhten Anzahl von DNA-Schäden in Zusammenhang steht. Eine erhöhte METTL16-Expression kann zu Defekten in der HR-DNA-Reparatur führen, was wiederum zu beschleunigter Alterung, Krankheit oder einem erhöhten Krebsrisiko führen kann. 

Die Forschung hat gezeigt, dass METTL16 die DNA-Reparatur über eine Interaktion mit einer wichtigen DNA-Reparatur-Nuklease namens MRE11 unterdrückt.

Die Ergebnisse von Dr. Lou und seinen Kollegen zeigen, dass METTL16 überraschenderweise nicht durch eine direkte Protein-Protein-Interaktion, sondern durch RNA mit MRE11 verbunden ist.

Zusammengenommen könnten diese Ergebnisse zeigen, dass neben dem duktalen Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse (PDAC) mit BRCA1/2-Mutation auch PDAC ohne BRCA1/2-Mutation, aber mit erhöhter Expression von METTL16, ein Ziel für die Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Inhibitoren-Behandlung sein könnten. 

Die Behandlungsstrategie mit einem Zytostatikum in Kombination mit Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Inhibitoren könnte zudem vorteilhafter sein, so Dr. Lou vom Mayo Clinic Comprehensive Cancer Center.

Der Wissenschaftler ist der Ansicht, dass der immunchemische Nachweis der METTL16-Expression in den Tumoren irgendwann zur klinischen Routine für die Patienten werden könnte, bevor sie mit der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Behandlung beginnen.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature Cancer veröffentlicht.

Quellen

  • Mayo Clinic
  • Xiangyu Zeng et al, METTL16 antagonizes MRE11-mediated DNA end resection and confers synthetic lethality to PARP inhibition in pancreatic ductal adenocarcinoma, Nature Cancer (2022). DOI: 10.1038/s43018-022-00429-3

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Quelle: YoutUbe / Städtisches Klinikum Karlsruhe


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Diese niedrigen Zahlen führten zu einem wissenschaftlichen Widerspruch Warum sollte die menschliche Lebensspanne weitaus weniger genetisch beeinflusst sein als fast alle anderen komplexen menschlichen Merkmale, von der Körpergröße über den Intelligenzquotienten bis hin zur Herzgesundheit --- ## Die methodische Schwäche Extrinsische Sterblichkeit Forscherinnen und Forscher des Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel), des Karolinska Institutet in Stockholm und des Leiden University Medical Center haben nun eine entscheidende methodische Schwachstelle in den bisherigen Studien identifiziert. Das Problem Frühere Berechnungen bezogen alle Todesursachen ein, also auch solche, die nichts mit dem biologischen Alterungsprozess des Körpers zu tun haben. Unfälle im Straßenverkehr, Tötungsdelikte, Ertrinken oder tödliche Infektionskrankheiten – all das sind sogenannte extrinsische Todesursachen. Sie sind vom Zufall oder von äußeren Umständen abhängig, nicht von der genetischen Konstitution eines Menschen. Wird dieser Störfaktor nicht bereinigt, verzerrt er die statistische Schätzung der Erblichkeit erheblich nach unten. --- ## Methodik Mathematische Modellierung und Zwillingsstudien Das Forschungsteam um Ben Shenhar und Uri Alon entwickelte ein mathematisches Modell, das zwischen intrinsischer Sterblichkeit (also dem biologisch bedingten Altern) und extrinsischer Sterblichkeit unterscheidet. Anschließend wurden zwei Arten von Zwillingskohorten analysiert - Zusammen aufgewachsene Zwillinge, die ähnliche Umwelteinflüsse teilten - Getrennt aufgewachsene Zwillinge, bei denen Umwelteinflüsse stärker abweichen Durch den Vergleich dieser Gruppen und die Bereinigung um extrinsische Todesursachen gelangten die Forschenden zu einer neuen Schätzung Die Erblichkeit der intrinsischen menschlichen Lebensspanne liegt bei über 50 Prozent. --- ## Was bedeutet „Erblichkeit von 50 Prozent Ein häufiges Missverständnis muss hier ausgeräumt werden Eine Erblichkeit von 50 Prozent bedeutet nicht, dass die Hälfte des eigenen Lebens von den Genen „vorprogrammiert ist. Der Begriff beschreibt vielmehr, wie viel der Variation in der Lebensspanne innerhalb einer Population auf genetische Unterschiede zwischen Individuen zurückzuführen ist. ### Vergleichbare Werte bei anderen Merkmalen Ein Erblichkeitswert von etwa 50 Prozent gilt in der Genetik als substanziell. Zum Vergleich - Körpergröße ca. 80 Prozent - Body-Mass-Index (BMI) ca. 40–70 Prozent - Blutdruck ca. 30–50 Prozent - Typ-2-Diabetes ca. 25–50 Prozent Die neue Studie ordnet die menschliche Lebensspanne damit in die gleiche Kategorie wie viele andere medizinisch relevante komplexe Merkmale ein. Dieser Befund steht auch im Einklang mit der Erblichkeit der Lebensspanne bei anderen Spezies. --- ## Warum dieser Befund für die Medizin bedeutsam ist ### Longevity-Gene als Schlüssel zum Altern Eine hohe genetische Erblichkeit der Lebensspanne hat direkte Konsequenzen für die biomedizinische Forschung. Je stärker ein Merkmal genetisch verankert ist, desto aussagekräftiger sind genomweite Assoziationsstudien (GWAS), die nach spezifischen Genvarianten suchen. Identifizierte Langlebigkeitsgene können biologische Mechanismen des Alterns aufdecken, etwa in Bezug auf - DNA-Reparatursysteme - Entzündungsregulation (Inflammaging) - Mitochondriale Funktion - Telomerlänge und -stabilität ### Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit Die Erkenntnis, dass rund die Hälfte der Variation in der intrinsischen Lebensspanne genetisch bedingt ist, bedeutet gleichzeitig, dass die andere Hälfte durch Umwelt- und Verhaltensfaktoren beeinflusst wird. Dazu gehören - Ernährungsweise und körperliche Aktivität - Sozioökonomischer Status und Bildung - Zugang zu Gesundheitsversorgung - Exposition gegenüber Schadstoffen und chronischem Stress Dieser Befund unterstreicht die Bedeutung sowohl der Präzisionsmedizin als auch der Public-Health-Interventionen. --- ## Kontext Wo die Forschung steht Die Studie erschien am 29. 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