Abnehmen: Wie Wahrscheinlich ist es, dass man abnimmt?

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 19. Oktober 2020

Abnehmen und Diäten: Reicht Willensstärke, um Gewicht abzunehmen? Was, wenn sich die Wahrscheinlichkeit, wie wirksam eine Diät beziehungsweise ein Programm zur Gewichtsabnahme wäre, mit einem MRT-Scan feststellen ließ?

Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) in Israel haben ein neuronales Subnetzwerk aus verbundenen Regionen zwischen dem Gehirn und der elektrischen Grundfrequenz des Magens entdeckt, das auf der Grundlage von Konnektivitätsmustern mit einer zukünftigen Gewichtsabnahme korreliert.

Die Ergebnisse des Forscherteams an der Ben-Gurion-Universität, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift NeuroImage veröffentlicht wurden, stützen eine weit verbreitete neuronale Theorie, wonach Menschen mit einer erhöhten neuronalen Reaktion auf das Sehen und Riechen von Lebensmitteln durchweg übermäßig viel essen und zunehmen.

Die Wissenschaftler entdeckten zu ihrer eigenen Überraschung, dass höhere exekutive Funktionen, wie sie verhaltensmäßig gemessen wurden, zwar dominante Faktoren beim Gewichtsverlust waren, sich dies aber nicht in den Mustern der Gehirnverbindung widerspiegelte. Sie stellten fest, dass Gewichtsabnahme nicht nur eine Frage der Willenskraft ist, sondern tatsächlich mit viel grundlegenderen visuellen und olfaktorischen Hinweisen verbunden ist.

Die Forscher stellten einen Zusammenhang zwischen dem elektrischen Grundrhythmus des Magens innerhalb des Subnetzes und der Gewichtsabnahme fest. Dieser Rhythmus steuert die Magenwellen, die mit Hunger und Sättigung verbunden sind. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass der Perikarinsulkus des Gehirns, die anatomische Lage des primären visuellen Kortex, der aktivste Knoten in diesem Subnetzwerk ist.

Die Forscher untersuchten 92 Personen während einem 18-monatigen Programm zu Gewichtsabnahme, das Prof. Iris Shai, Abteilung für Epidemiologie der BGU geleitet wurde. Die Studienteilnehmer wurden auf Basis ihres Taillenumfangs, schlechten Blutfettwerte und ihres Alters ausgewählt.

Vor dem 18-monatigen Programm zu Gewichtsabnahme wurden die Probanden einer Reihe von Gehirnbildgebungsscans und Verhaltenstests der exekutiven Funktionen unterzogen. Die Gewichtsabnahme der Studienteilnehmer wurde nach einer sechsmonatigen Diät gemessen, in der laut Prof. Shai im Normalfall die maximale Gewichtsabnahme erreicht wird.

Es stellte sich heraus, dass das Subnetzwerk der Hirnregionen eher den grundlegenden sensorischen und motorischen Regionen entsprach als den höheren, multimodalen Regionen. Studienleiterin Prof. Galia Avidan zufolge scheint es so, das die visuellen Informationen ein wichtiger Faktor sein können, der das Essverhalten beeinflusst. Das scheint plausibel, wenn man bedenkt, dass das Sehen der primäre Sinn des Menschen ist.

Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Ergebnisse erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis der Ursache der Fettleibigkeit und des Mechanismus der Auswirkungen auf eine Diät haben könnten.

(Quelle: Ben-Gurion-Universität des Negev / NeuroImage)

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!


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