Universität Oxford: Vegetarier und Pescetarier mit höheren Risiko für Knochenbrüche

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 24. November 2020

Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Oxford haben Veganer, Vegetarier und Pescetarier mit durchschnittlich geringerer Kalzium- und Eiweißzufuhr im Vergleich zu Menschen, die Fleisch essen, ein um 43 Prozent höheres Risiko für Knochenbrüche (Totalfrakturen) sowie ein höheres Risiko für Brüche des Hüftgelenks, gebrochene Beine und Wirbelbrüche (Wirbelkörperfrakturen).

Risiko von Knochenbrüchen

Das Risiko von Hüftfrakturen war bei Vegetariern und Menschen, die Fisch, aber kein Fleisch essen (Pescetarier), im Vergleich zu Menschen, die Fleisch essen, höher. Das Risiko von Knochenbrüchen wurde jedoch teilweise reduziert, wenn der Body-Mass-Index (BMI), die Kalzium- und Proteinzufuhr über die Ernährung berücksichtigt wurden.

Die vorliegende Studie ist den Forschern zufolge die erste umfassende Studie über die Risiken von Knochenbrüchen bei Menschen verschiedener Ernährungsgruppen. Sie fanden heraus, dass Veganer ein höheres Risiko für sogenannte Totalfrakturen hatten.

Dies führte über einen Zeitraum von 10 Jahren zu fast 20 mehr Fällen pro 1000 Personen im Vergleich zu Personen, die Fleisch essen, so Dr. Tammy Tong, Ernährungsepidemiologin am Nuffield Department of Population Health der Universität Oxford und Hauptautorin der Studie.


Ernährung und Knochenbruchrisiko

Im Rahmen der Untersuchung analysierte ein Forscherteam der Universitäten Oxford und Bristol die Daten von knapp 55.000 Menschen des EPIC-Oxford-Panel. Der EPIC-Oxford-Panel umfasst eine prospektive Bevölkerungsgruppe von Männern und Frauen im Vereinigten Königreich, die zwischen 1993 und 2001 rekrutiert wurden und von denen ein großer Teil kein Fleisch isst (Veganer, Vegetarier und Pescetarier). In prospektiven Gruppenuntersuchungen wird eine Gruppe von Menschen identifiziert und über einen festgelegten Zeitraum beobachtet, um herauszufinden, wie bestimmte Einflussfaktoren (in diesem Fall die Ernährung) bestimmte Ergebnisse (in diesem Fall das Knochenbruchrisiko) beeinflussen können.

Die Studienteilnehmer wurden im Schnitt 18 Jahre lang fortlaufend beobachtet. Während des Studienzeitraums traten insgesamt knapp 4.000 Knochenbrüche auf, darunter 566 Armfrakturen, 889 Handgelenkfrakturen, 945 Hüftfrakturen, 366 Beinfrakturen, 520 Knöchelfrakturen und 467 Brüche an anderen wichtigen Stellen, wie Schlüsselbeinfrakturen, Rippenfrakturen und Wirbelkörperfrakturen.

Zusätzlich zu einem höheren Risiko für Hüftfrakturen bei Veganern, Vegetariern und Pescetariern gegenüber Menschen, die Fleisch essen, hatten Veganer auch ein höheres Risiko für Beinbrüche sowie Schlüsselbeinfrakturen, Rippenfrakturen und Wirbelkörperfrakturen.

Niedrige Kalzium- und Proteinzufuhr

Unter Berücksichtigung des Body Mass Index (BMI) stellten die Autoren keine signifikanten Unterschiede im Risiko für Arm-, Handgelenk- oder Knöchelbrüche zwischen den einzelnen Ernährungsgruppen fest. Sie fanden heraus, dass die Unterschiede im Risiko für Gesamt- und Situs-spezifische Knochenfrakturen teilweise geringer waren, wenn man den Body Mass Index (BMI), die Kalzium- und die Proteinaufnahme über die Ernährung berücksichtigte.

Aus früheren Studien geht den Wissenschaftlern zufolge hervor, dass ein niedriger Body Mass Index (BMI) mit einem höheren Risiko für Hüftfrakturen verbunden ist und dass eine niedrige Kalzium- und Proteinzufuhr mit einer schlechteren Gesundheit der Knochen in Verbindung gebracht wurde.

Die vorliegende Studie zeigte, dass Veganer, die im Durchschnitt einen niedrigeren Body Mass Index (BMI) sowie eine geringere Kalzium- und Proteinaufnahme als Menschen hatten, die Fleisch essen, an mehreren Stellen ein höheres Risiko für Knochenbrüche hatten. Eine ausgewogene und überwiegend pflanzliche Ernährung kann zu verbesserten Nährstoffwerten führen und wurde mit einem geringeren Risiko für Erkrankungen wie Herzkrankheiten und Diabetes in Verbindung gebracht.

Jeder Mensch sollte die Vorteile und Risiken seiner Ernährung in Betracht ziehen und sicherstellen, dass er ausreichende Mengen an Kalzium und Eiweiß zu sich nimmt und auf gesunden Body Mass Index (BMI) achten, also weder unter- noch übergewichtig ist.

Weitere Ursachen

Einschränkend weisen die Autoren darauf hin, dass sie nicht zwischen Knochenbrüchen unterscheiden können, die durch einen schlechteren Knochengesundheitszustand verursacht wurden (wie zum Beispiel Brüche aufgrund eines Sturzes) und solchen, die durch Unfälle verursacht wurden, da keine Daten über die Ursachen der Brüche zur Verfügung standen.

Zu den Unterschieden in der Verwendung von Kalziumpräparaten (Nahrungsergänzungsmitteln) zwischen den verschiedenen Ernährungsgruppen lagen keine Daten vor, und wie bei allen Ernährungsstudien unterliegen die Schätzungen von Nährstoffwerten wie Kalzium oder Eiweiß in der Ernährung Messfehlern.

Da in der Studie vorwiegend weiße europäische Teilnehmer einbezogen wurden, könnte die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen oder Ethnien eingeschränkt sein, was angesichts der zuvor beobachteten Unterschiede in der Knochenmineraldichte und des Frakturrisikos nach Ethnizität wichtig sein könnte, so die Autoren. Die Forschungsergebnisse der vorliegenden Studie wurden in der Fachzeitschrift BMC Medicine veröffentlicht.

(Quellen: BMC Medicine / University of Oxford)

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