Universität Exeter: Studie zeigt die Voraussetzungen für einen Marathonlauf unter zwei Stunden

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 14. November 2020, Lesezeit: 3 Minuten


Marathonläufer benötigen eine bestimmte Kombination physiologischer Fähigkeiten, um eine Chance zu haben, einen Marathon unterhalb von zwei Stunden zu laufen, wie neue Forschungsergebnisse zeigen.

Die Untersuchung basiert auf ausführlichen Tests von Läufern, die am Breaking2-Projekt von Nike teilgenommen haben. Das Projekt war ein ambitioniertes Vorhaben, die Zwei-Stunden-Grenze zu durchbrechen.

Nach Aussage von Professor Andrew Jones von der Universität Exeter, Großbritannien, zeigen die Ergebnisse, dass Spitzen-Marathonläufer ein perfektes Gleichgewicht zwischen VO2 max (maximale Sauerstoffaufnahme), Bewegungseffizienz und einem hohen Laktat-Wendepunkt (oberhalb dessen der Körper mehr Ermüdung verspürt) haben müssen.

Der bei den Marathonläufern gemessene durchschnittliche VO2-Wert für die maximale Sauerstoffaufnahme zeigt, dass sie im Marathontempo doppelt so schnell Sauerstoff aufnehmen können wie ein normaler Mensch gleichen Alters beim Sprint mit maximaler Geschwindigkeit.

Einige der Resultate – insbesondere der VO2 max – waren nicht so hoch, wie es die Forscher erwartet hatten. Was sie stattdessen in der Physiologie dieser Läufer sahen, war eine perfekte Ausgewogenheit der Eigenschaften für Marathonläufe.

Zu den Teilnehmern der Laufstudie gehörte auch der kenianische Langstreckenläufer Eliud Kipchoge, der an Breaking2 teilnahm und das Zwei-Stunden-Ziel knapp verfehlte, später aber das Ziel in 1:59:40 in der 1:59-Herausforderung von Ineos erreichte.

Basierend auf Lauftests im Freien mit 16 Athleten in der Auswahlphase von Breaking2 ergab die Studie, dass ein 59 kg schwerer Läufer etwa vier Liter Sauerstoff pro Minute (oder 67 ml pro kg Gewicht pro Minute) aufnehmen muss, um das zweistündige Marathontempo (21,1 km/h) aufrechterhalten zu können.

Um bei dieser Geschwindigkeit zwei Stunden lang laufen zu können, müssen die Marathon-Läufer das, was die Wissenschaftler ’steady-state‘ VO2 nennen, aufrechterhalten.

Das bedeutet, dass Langstreckenläufer ihren gesamten Energiebedarf aerob (aus Sauerstoff) decken – statt über auf die sogenannte anaerobe Atmung, die die Kohlenhydratspeicher in den Muskeln aufbraucht und zu einer schnelleren Ermüdung führt.

Neben der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2 max) ist das zweite Schlüsselmerkmal die Laufökonomie. Das bedeutet, dass der Körper den Sauerstoff effizient nutzen muss – sowohl intern als auch durch eine effektive Laufaktion.

Das dritte Merkmal, der Laktatwendepunkt, ist der Prozentsatz von VO2 max, den ein Läufer vor Beginn der anaeroben Atmung aushalten kann.

Wenn dies passiert, werden die Kohlenhydrate in den Muskeln mit hoher Geschwindigkeit verbraucht, wodurch die Glykogenspeicher erschöpft werden, so die Forscher.

An diesem Punkt – den viele Marathonläufer vielleicht als ‚die Wand‘ kennen – muss der Körper auf die Fettverbrennung umstellen, die weniger effizient ist und letztlich bedeutet, dass der Läufer langsamer wird.

Die untersuchten Marathonläufer scheinen intuitiv zu wissen, wie sie knapp unter ihrer ‚kritischen Geschwindigkeit‘ laufen können, nahe am Laktat-Wendepunkt, aber nie darüber hinaus.

Das ist eine besondere Herausforderung, weil – selbst für Spitzenläufer – der Wendepunkt im Laufe eines Marathons leicht abnimmt.
Dennoch gehen wir davon aus, dass die sehr erfolgreichen Athleten in dieser Gruppe, insbesondere Eliud Kipchoge, eine bemerkenswerte Ermüdungsresistenz zeigen.

(Quellen: Universität Exeter, Großbritannien / Journal of Applied Physiology)

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