Hautkrebs-Risiko: Risikofaktoren der aktinischen Keratose

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Torsten Lorenz, Veröffentlicht am: 17.06.2022, Lesezeit: 3 Minuten

Bei aktinischen Keratosen (AK) – einer frühe Form von hellem Hautkrebs – handelt es sich um prämaligne Hautschädigungen, die nach längerer Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung (UVR) auftreten. Aktinische Keratosen gelten als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms beziehungsweise als besonders frühes Plattenepithelkarzinom.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Die Zahl der bevölkerungsbasierten Studien zur Analyse der Risikofaktoren, des Schweregrads und des natürlichen Verlaufs der aktinischen Keratose ist begrenzt. 

Mit der vorliegenden Studie von Forschenden des SUNY Downstate Health Sciences University und des Erasmus University Medical Center wurde die Häufigkeit der aktinischen Keratose (solare Keratose, aktinische Präkanzerose) berechnet sowie die Risikofaktoren und der Krankheitsverlauf untersucht. 

An dieser Studie nahmen Teilnehmer der Rotterdam-Studie (RS), einer laufenden prospektiven Gruppenstudie, teil, die sich einer Ganzkörper-Hautuntersuchung (FBSE, Full-body skin examination) unterzogen. 

Von den insgesamt 8.239 einbezogenen Teilnehmern wiesen 1.731 (21,1 Prozent) mindestens eine Hauterkrankung mit aktinischer Keratose auf, wobei die Mehrheit von ihnen zwischen einer und drei aktinische Keratosen hatte (54,4 Prozent). 

Augenfarbe, Glatze, Glogau-Falten-Skala

Ein signifikanter Zusammenhang bestand zwischen männlichem Geschlecht, höherem Alter, heller Haarfarbe, Glogau-Falten-Skala, Glatze und einer hohen Neigung zu Sonnenbrand, wobei der stärkste Zusammenhang bei Personen mit ≥10 aktinischen Keratosen festgestellt wurde. 

Eine helle Augenfarbe stand im Zusammenhang mit schwerer aktinischen Keratose, nicht aber mit leichter bis mittelschwerer aktinischen Keratose. 

Bei aktiven Rauchern war die Wahrscheinlichkeit für leichte und schwere aktinische Keratose geringer als bei ehemaligen Rauchern und Nie-Rauchern. 1.547 (18,8 Prozent) Teilnehmer unterzogen sich zwei Ganzkörper-Hautuntersuchung (FBSE, Full-body skin examination).

In dieser Gruppe entwickelten 49 Prozent keine aktinischen Keratosen, bei 15,8 Prozent nahm die Zahl der aktinischen Keratosen zu, bei 21,7 Prozent nahm sie ab und bei 13,4 Prozent blieb sie ungefähr gleich. 

Alter, Hauttyp, Geschlecht

In dieser groß angelegten bevölkerungsbasierten Studie konnten die Wissenschaftlerrinnen und Wissenschaftler nachweisen, dass ein höheres Alter, das männliche Geschlecht, eine hellerer Hauttyp, eine Glatze und ein hoher Wert auf der Glogau-Faltenskala mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für aktinische Keratosen verbunden waren. 

Diese Zusammenhänge waren den Studienautoren zufolge bei Personen mit schwerer aktinischen Keratose am stärksten ausgeprägt. Im Gegensatz dazu zeigte das Rauchen einen umgekehrten Zusammenhang mit aktinischen Keratosen, was darauf schließen lässt, dass es ein schützendes Element gibt, das die Wahrscheinlichkeit einer kutanen Prämalignität verringert. 

Laut den Forschern ist es im Laufe der Zeit wahrscheinlicher, dass die Anzahl der aktinischen Keratosen-Läsionen (Hauterkrankungen, Hautschädigungen) abnimmt, als dass sie zunehmen oder unverändert bleiben.

Quellen

vgt"

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Globale DNA-Daten und Alzheimer-Risikoscore: Genetische Vielfalt in der Demenzforschung

Alzheimer-Risikoscore: Neuer Gentest wirkt endlich für alle Herkünfte

Neu: Der Alzheimer-Risikoscore vereint Erbgutdaten weltweit und bietet präzise Risikoeinschätzungen für alle Ethnien....

Mikroplastik im Wasser: Träger von Toxinen und Antibiotikaresistenzgenen

Mikroplastik als Vektor: Wie Partikel Toxine und Antibiotikaresistenzen verbreiten

Die neue Studie zeigt, wie Mikroplastik als Vektor Toxine transportiert und Antibiotikaresistenzen verbreitet....

Koffeinhaltiger Kaffee und Gehirnschutz bei chronischem Stress

Koffeinhaltiger Kaffee schützt das Gehirn vor chronischem Stress

Sind Sie ein Kaffeeliebhaber? Entdecken Sie, wie koffeinhaltiger Kaffee das Gehirn vor Stress schützen kann....

Menopause und Darmgesundheit: Wie Hormonveränderungen die Darmbarriere beeinflussen

Menopause verändert die Darmbarriere schon Jahre vor der letzten Periode

Wichtige Erkenntnisse: Menopause verändert die Darmbarriere schon zweieinhalb Jahre vor der letzten Periode. Lesen Sie mehr....

Sonnenlicht und Blutzucker: UVA-Strahlung als möglicher Schutzfaktor gegen Typ-2-Diabetes

Sonnenlicht und Blutzucker: Neue Studie zeigt Zusammenhang mit Diabetes-Risiko

Neue Studie zeigt, wie Sonnenlicht und Blutzucker zusammenhängen und möglicherweise das Diabetes-Risiko senken können....