Protein-Blocker könnte Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelbar machen

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Krebsforschung 2024

M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 22. März 2022, Lesezeit: 2 Minuten

Ein neuer Protein-Blocker könnte einen wichtigen Entzündungsweg bei Bauchspeicheldrüsenkrebs blockieren und so Tumore mit Chemotherapie und Immuntherapie behandelbar machen. In einer Studie hat diese Therapie das Überleben von Mäusen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs mehr als verdoppelt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift Gastroenterology veröffentlicht.

Ziel der Studie

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der aggressivsten und tödlichsten Krebsarten und kann bislang praktisch kaum behandelt werden. In einer Studie an Mäusen der Washington University School of Medicine in St. Louis konnte nun auf der Suche nach neuen Behandlungsansätzen gezeigt werden, dass die Blockierung eines wichtigen Entzündungswegs, der bei Bauchspeicheldrüsenkrebs aktiviert wird, die Tumore empfindlich gegenüber Chemotherapie und eine bestimmte Art von Immuntherapie macht. Die Immuntherapie veranlasst die T-Zellen des Immunsystems dann dazu, die Krebszellen anzugreifen. Dieser neuartige Therapieansatz hat die Überlebenszeit in einem Mausmodell für Bauchspeicheldrüsenkrebs mehr als verdoppelt.

Verfahrensweise der Forscher

Die Forscher fanden heraus, dass ein Protein namens IRAK4 die Entzündung in Bauchspeicheldrüsentumoren antreibt. Die Entzündung führt dann zu einer Erschöpfung der T-Zellen. Dadurch können die T-Zellen nicht mehr schädliche Zellen, einschließlich Krebszellen, angreifen. Um der Erschöpfung der T-Zellen entgegenzuwirken, testeten die Forscher einen so genannten IRAK4-Inhibitor namens CA-4948. Sie stellten fest, dass die Behandlung mit CA-4948 die Entzündungssignale in den Tumoren von Mäusen reduzierte. Dadurch verbesserte sich die Fähigkeit der T-Zellen, in die Tumore einzudringen und Bauchspeicheldrüsenkrebszellen abzutöten. Diese Therapie sensibilisierte die Tumore auch für die so genannte Checkpoint-Immuntherapie, die die Fähigkeit der T-Zellen verbessert, Tumorzellen anzugreifen.

In Kürze wollen die Forscher auch eine Studie beginnen, um die Sicherheit und Wirksamkeit des IRAK4-Inhibitors CA-4948 bei Magenkrebs zu testen.

Quellen

IRAK4 signaling drives resistance to checkpoint immunotherapy in pancreatic ductal adenocarcinoma. IN: Gastroenterology
Bauchspeicheldrüsenkrebs. IN: Wikipedia
Neoadjuvant strategies for pancreatic cancer. IN: WJG

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Hirnstamm-Karte: Neue Wege zur schmerzlosen Zukunft

Neue Forschung am Hirnstamm revolutioniert das Verständnis von Schmerz

Neue Erkenntnisse über die periaquäduktale Graue Substanz zeigen, wie Schmerzen blockiert werden können. Erfahren Sie mehr....

Marathonläufer und das versteckte Darmkrebsrisiko Polypen im Fokus

Marathonlaufen und Darmkrebs: Erhöhtes Risiko für Polypen bei Ausdauersportlern?

Entdecken Sie die Studie über Marathonlaufen und Darmkrebs: Erhöhtes Risiko für Polypen bei Ausdauersportlern?...

Epigenetische Uhren in der Schwangerschaft: Beschleunigtes biologisches Altern

Schwangerschaft beschleunigt epigenetische Alterung um bis zu 5 Jahre

Schwangerschaft beschleunigt epigenetische Alterung um bis zu 5 Jahre und könnte Risiken für Komplikationen erhöhen....

Eisenmangel und geschwächtes Lungenimmunsystem bei Grippe

Eisenmangel schwächt Lungen-Gedächtnis-T-Zellen nach Grippe

Eisenmangel schwächt Lungen-Gedächtnis-T-Zellen nach Grippe und erhöht das Risiko für Atemwegsinfektionen bei Risikogruppen....

Lachgas-Inhalation gegen therapieresistente Depression

Lachgas bietet schnelle Linderung bei therapieresistenter Depression

Lachgas bietet schnelle Linderung bei therapieresistenter Depression und könnte neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen....