Dirk de Pol, aktualisiert am 19. Dezember 2021, Lesezeit: 3 Minuten

Gibt es eine Quelle der ewigen Jugend? Kann tatsächlich Blut den Alterungsprozess bei Älteren aufhalten? Das klingt wie eine Vampirgeschichte, doch Studien haben gezeigt, dass das Blutplasma von jüngeren Mäusen die Zellen älterer Mäuse verjüngen und damit einige der Auswirkungen des Alterns umkehren kann.

In einer Studie haben Forscher einen spezifischen Bestandteil von jungem Blut identifiziert, der die mit der Zeit verloren gegangene Muskelreparaturfunktion verbessert, was möglicherweise zu neuen Anti-Aging-Therapien führen könnte.

Durch den Alterungsprozess verlangsamt sich der Stoffwechsel, und viele zelluläre Reparaturfunktionen verlieren ihre Wirksamkeit. Dies führt zu der nachlassenden Gesundheit und körperlichen Kraft, die wir mit dem Alter verbinden. In der Forschung hat man sich daher überlegt, dass Transfusionen von jungem Blut dazu beitragen könnten, alten Menschen ihre jugendliche Vitalität zurückzugeben.

Bereits im Jahr 2014 testete ein Forscherteam genau diese Idee. Das Team injizierte Blutplasma von jungen Mäusen in ältere Mäuse. Dabei stellte es fest, dass die behandelten älteren Tiere bessere Leistungen bei räumlichen Gedächtnisaufgaben erbrachten als unbehandelte Tiere. Spätere Studien fanden heraus, dass bestimmte Proteine in jungem Blut und Plasma die Lebenserwartung verlängern. Sie verlangsamen zudem auch das Fortschreiten des kognitiven Abbaus bei Alzheimer-Krankheit.

Und nun hat ein Forscherteam der Universität von Pittsburgh ein neuen Mechanismus entdeckt. Das Team hat sich dabei auf sogenannte extrazelluläre Vesikel (EVs) konzentriert. Das sind Partikel auf Lipidbasis, die Proteine und andere Moleküle zwischen den Zellen transportieren. Die Forscher fragten sich, ob extrazelluläre Vesikel zur Muskelregeneration beitragen könnten, da diese Botenstoffe über das Blut und andere Körperflüssigkeiten zwischen den Zellen transportieren, wie Amrita Sahu, Hauptautorin der Studie, berichtet.

Zunächst sammelte das Team Blutserum von jungen Mäusen und injizierte es gealterten Mäusen, die Muskelverletzungen hatten. Wie erwartet zeigten die behandelten Mäuse eine größere Fähigkeit zur Muskelregeneration. Größere Muskelfasern wuchsen nach und die Muskeln wurden stärker als bei Mäusen, die ein Placebo erhielten. Als die Forscher jedoch testweise die EVs aus dem Serum entfernten, verschwanden die wiederherstellenden Effekte mit ihnen.

Die Ladung der molekületransportierenden EVs erwies sich dabei als der entscheidende Faktor. Das Team stellte fest, dass diese EVs mRNA (oder messenger RNA) transportierten, die ein Protein namens Klotho kodieren. Genau dieses Protein reguliert die Regeneration in Muskelstammzellen. EVs von jungen Mäusen transportierten mehr Kopien der Klotho-mRNA als die von alten Mäusen, so dass eine Transfusion junger EVs die Muskeln älterer Mäuse in die Lage versetzte, sich besser zu regenerieren.

Auch wenn die Entdeckung noch nicht weit gediehen ist und bisher nur an Mäusen getestet wurde, könnte sie nach Ansicht des Teams zu neuen Behandlungsmöglichkeiten für altersbedingte Schwächen oder Verletzungen führen.

Künftig könnte sogar die Entwicklung von EVs mit spezifischen Ladungen möglich sein, so dass sich auch die Reaktionen von anderen der Zielzellen steuern lassen, stellte Fabrisia Ambrosio, leitende Autorin der Studie, fest.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellen: Nature Aging, University of Pittsburgh Medical Center.

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