Genetik: Wirkung von psychedelischen Drogen genetisch bedingt?

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 27. Juli 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Psychedelische Drogen haben sich in klinischen Studien als vorteilhaft für die Behandlung von Erkrankungen wie Clusterkopfschmerzen, Angstzuständen und Depressionen erwiesen, allerdings nicht für alle Betroffenen. 

Genetische Variationen in Serotoninrezeptor

Ein Grund dafür könnten gemeinsame genetische Variationen in einem Serotoninrezeptor sein, berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift ACS Chemical Neuroscience. 

Die Forschenden fanden heraus, dass sieben Varianten die In-vitro-Reaktion des Rezeptors auf vier psychedelische Substanzen – Psilocin, LSD, 5-Methoxy-N,N-dimethyltryptamin (5-MeO-DMT) und Meskalin – in einzigartiger und unterschiedlicher Weise beeinflussen.

Aufgrund einiger vielversprechender Forschungsergebnisse aus klinischen Versuchen ist das Interesse an psychedelischen Substanzen, die Serotoninrezeptoren im Gehirn stimulieren, in letzter Zeit wieder gestiegen. 

Die genannten Rezeptoren binden Serotonin (5-Hydroxytryptamin; 5-HT) und andere ähnliche aminhaltige Moleküle und sind bei der Regulierung der Stimmung, der Wahrnehmung, der Kognition und der Emotionen des Menschen sowie des Appetits beteiligt. 

Vor allem der als 5-HT2A bekannte Serotoninrezeptor ist für die Vermittlung der Wirkungen psychedelischer Drogen verantwortlich. Jedoch gibt es mehrere natürlich vorkommende, zufällige genetische Variationen, so genannte Einzelnukleotid-Polymorphismen, die die Struktur und Funktion des 5-HT2A-Rezeptors beeinflussen können.

Die Forscher wollten untersuchen, wie sich Variationen im Serotonin-5-HT2A-Rezeptor auf die In-vitro-Aktivität von vier verschiedenen Therapien mit psychedelischen Substanzen auswirken.

Mit einer Reihe von Testverfahren maßen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Auswirkungen von sieben verschiedenen SNPs auf die In-vitro-Bindung und Signalübertragung des 5-HT2A-Serotoninrezeptors in Gegenwart von Psilocin, LSD, 5-MeO-DMT oder Meskalin.

Genvariationen verändern Reaktionsmuster

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass einige Genvariationen, selbst wenn sie sich in einiger Entfernung von der Bindungsstelle befinden, die Art und Weise verändern, wie der Rezeptor mit den psychedelischen Drogen interagiert. 

Beispielsweise zeigte der Einzelnukleotid-Polymorphismus Ala230Th im Vergleich zur ursprünglichen Version des Gens sowohl eine erhöhte als auch eine verringerte Reaktion auf die getesteten Substanzen, während die Mutation His452Th nur eine verringerte Wirkung zeigte. 

Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse gehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon aus, dass Patientinnen und Patienten mit verschiedenen genetischen Variationen unterschiedlich auf Behandlungen mit psychedelischen Substanzen reagieren würden. 

Die Forscher empfehlen Ärzten, die Genetik der Serotoninrezeptoren einer Patientin und eines Patienten zu berücksichtigen, um herauszufinden, welche psychedelische Substanz wahrscheinlich die wirksamste Behandlung sein wird.

Quellen

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